Dazu ein Zitat von Ludwig Marcuse:

” Zeit heilt alles?

Zeit heilt nicht alles; aber rückt vielleicht das Unheilbare aus dem Mittelpunkt.”

Aus: Argumente und Rezepte, Diogenes 1973

Kommentar zum Zitat:

Wir haben heutzutage weit verbreitet ein Gesundheitsideal, das auf absolute Beschwerdefreiheit setzt, und damit nicht realitätsgerecht ist.

Für keine und grosse Beschwerden werden unzählige sinnvolle und unsinnige Heilmittel und Heilmethoden angeboten.

Aber es gibt manchmal auch Beschwerden, die bleiben, vielleicht mal stärker da sind und mal schwächer, und so zu einem nicht eingeladenen Begleiter werden im Leben.

Mit einem solchen Begleiter umzugehen, kann eine grosse Herausforderung sein für Betroffene. Dieses Zitat von Ludwig Marcuse drückt etwas davon aus. Es stellt nicht die grosse Heilungserwartung in den Vordergrund, bleibt bescheiden, aber nicht ohne Hoffnung.

Wer war Ludwig Marcuse?

Der Verlag beschreibt Ludwig Marcuse (1894 – 1971) als einen illusionslosen Epikureer, einen menschenfreundlichen Pessimisten, der nach humanisierenden Veränderungen sucht, ohne sich vor einen ideologischen Karren spannen zu lassen.

Er war ein deutscher Philosoph und Schriftsteller, der 1933 nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wegen seiner jüdischen Herkunft gezwungen war, Deutschland zu verlassen. Bis 1939 lebte er im französischen Sanary-sur-Mer. Nach einem halbjährigen Aufenthalt in der Sowjetunion gelang ihm im selben Jahr die Flucht in die USA. Dort übernahm er an der University of Southern California in Los Angeles eine Professur und lehrte deutsche Literatur und Philosophie. Anfangs der 60er Jahre liess er sich wieder dauerhaft in Deutschland nieder.

(Biografische Angaben nach Wikipedia)

Ludwig Marcuse ist heute kaum mehr bekannt. Es gibt aber in den “Bücherbrockys” und Buchantiquariaten immer wieder Taschenbücher von ihm zu kaufen.

Mich sprechen seine Bücher immer wieder an, zum Beispiel:

Ludwig Marcuse, meine Geschichte der Philosophie, Diogenes 1981

Ludwig Marcuse, Philosophie des Un-Glücks, Diogenes 1981

Ludwig Marcuse, Philosophie des Glücks, Diogenes 1972