Oregano-Öl wird gern als natürliches Antibiotikum beworben. Ob es im menschlichen Organismus diese und andere heilende Wirkungen hat, ist allerdings offen.

Die Plattform Medizin-transparent hat die Studienlage zu dieser Frage unter die Lupe genommen. Aussagekräftige Studien kamen dabei allerdings nicht zum Vorschein.

Oregano ist wichtiger Bestandteil vieler Gerichte aus der Mittelmeerküche und ein „Pizza-Gewürz“.

Ätherisches Oegano-Öl soll jedoch auch eine medizinische Wirkung haben.

Oft anzutreffen ist die Behauptung, Oregano-Öl sei ein „pflanzliches Antibiotikum“ und ein natürliches Mittel gegen Pilzinfektionen.

Im Reagenzglas kann Oregano-Öl tatsächlich krankmachende Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze am Wachstum hindern.

Dass Oregano-Öl sich allerdings dafür eignet, Infektionen im Organismus zu bekämpfen, lässt sich aus den Laborversuchen nicht automatisch ableiten.

Im Reagenzglas kann Oregano-Öl sehr direkt auf Bakterien und Pilze einwirken. Der menschliche Organismus ist jedoch sehr viel komplexer als ein Reagenzglas.

Trotzdem propagieren viele Internet-Seiten Oregano-Öl als eine Art Wundermittel gegen vielerlei Beschwerden und Erkrankungen: Von Herpes, Nagelpilz, Hautpilz, Lungenentzündungen, Zahnfleischentzündungen, Ohrenschmerzen bis zu Verdauungsbeschwerden.

Bei derart unfassenden Behauptungen ist immer eine gute Portion Skepsis angebracht.

Medizin-Transparent hat bei der Recherche nur eine kleine Studie mit Oregano-Öl gefunden, die aber viele Schwächen aufwies, und deshalb als nicht aussagekräftig eingestuft wurde.

Quelle:

https://www.medizin-transparent.at/oregano-oel

Kommentar & Ergänzung:

Was bleibt? Sehr schwierige Frage. Oregano-Öl hat ein ausgeprägtes hautreizendes Potenzial, was eine Anwendung zum Beispiel gegen Hautpilze fragwürdig erscheinen lässt. Bei dieser Indikation gibt es hautverträglichere ätherische Öle, zum Beispiel Lavendelöl oder Korianderöl.

Bei Wikipedia wird die äusserliche Anwendung rundweg abgelehnt:

„Da es die Haut reizen kann, sollte die Anwendung nur innerlich und mit einem Trägeröl (z. B. Sonnenblumenöl) verdünnt erfolgen. Als Einzeldosis gibt man 50 mg (zwei Tropfen) bis zu zehnmal täglich.“

Vor der hier empfohlenen innerlichen Anwendung warnt wiederum das „Handbuch der Arzneipflanzen“:

 „Das Öl darf niemals innerlich verwendet werden.“ Näher begründet wird diese Warnung allerdings nicht.

Oregano-Öl weist aufgrund von genetischen Variabilitäten grosse Unterschiede in der Zusammensetzung auf. Hauptbestandteil ist meistens Carvacrol ( 40 – 85%), seltener auch Thymol. Diese Ähnlichkeit mit Thymianöl legt nahe, dass die Inhalation bei Husten eine plausible Anwendung sein könnte.

Dost ( = Oregano, Origanum vulgare) produziert in den Blüten einen sehr zuckerreichen Nektar und ist darum attraktiv für Schmetterlinge, Bienen und Hummeln. Die Pflanze wurde im Mitttelalter als Hexenabwehrpflanze eingesetzt und sollte Schutz vor dem Teufel bieten.

Wer sich für Wirkstoffe und Heilpflanzen-Anwendungen interessiert, kann dazu fundiertes Wissen erwerben in meinen Lehrgängen, dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung.