Laut US-Wissenschaftlern sind bis am 25. März weltweit etwa 20 500 Menschen nachweislich an Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 gestorben. Das ist erschütternd viel und wir stehen in zahlreichen Ländern erst ganz am Anfang dieser Corona-Pandemie.

Eindrücklich ist für mich der unterschiedliche Umgang mit dieser Herausforderung. In den Sozialen Medien ist gerade jemandem, der diese Zahl genannt hat, Panikmache vorgeworfen. Dabei ist das nur ein Blick auf die Realität.

Und Panikmache wäre auch sicher nicht sinnvoll. Ich sehe das jedoch gar nirgends.

Dass die Lage ernst ist, steht aber ausser Frage. Und dem sollte man sich möglichst stellen. Den Kopf in den Sand stecken wird nicht helfen.

Neben absurden Verharmlosungen schwabbern immer noch massiv viele Falschmeldungen und Verschwörungstheorien zu dieser Corona-Pandemie im Internet herum.

Unter anderem tauchen immer noch diese beiden windigen Ärzte auf, der pensionierte Lungenarzt Wolfgang Wodarg und ein Dr. Claus Köhnlein, die behautet haben, dass diese Epidemie gar nicht da war oder reine Panikmache von geldgierigen und profilierungssüchtigen Medizinern und Wissenschaftlern. Diese Äusserungen wurden in Kreisen der Alternativmedizin sehr beklatsch und wurden auf Facebook und Youtube mehr als 1 Million mal angesehen.

Ich finde es wirklich erschütternd, dass derartige Aussagen in weiten Kreisen auf so unkritisches Echo stossen. Die Aussagen waren fachlich grotesk falsch. Um zu diesem Schluss zu kommen braucht es keine epidemiologischen oder virologischen Kenntnisse. ein Blick in die Lombardei, ins Elsass oder in den Tessin genügt. 20 000 Tote sterben auch nicht an Panikmache.

Die Aussagen dieser beiden Ärzte waren aber auch schlichtweg diffamierend gegenüber Kollegen, die auf Intensivstationen im Moment einen sehr schwierigen Job machen und dabei auch ihre Gesundheit riskieren.

Mir ist unverständlich, wie man die Verbreiter solcher Lügengeschichten als mutige Kämpfer für die Wahrheit feiern kann, wie das in alternativmedizinischen Kreisen geschehen ist.

Hier zu meinem Argumentarium betreffend Wolfgang Wodarg:

Corona-Pandemie: Realitätscheck für Verschwörungstheoretiker

In den Sozialen Medien ist mir heute zudem passiert, dass jemand die Meinung vertrat, dass die drastischen Infektionszahlen in Bergamo damit zusammenhängen, dass dort eine hohe Luftverschmutzung herrscht. Auch seien dort vor der Corona-Pandemie viele Grippeimpfungen durchgeführt worden. Das könnte auch mitgespielt haben, schrieb der Betreffende (Es gibt keine Hinweise auf solche Zusammenhänge)

Er hat das dann als ganzheitlich denken und selber denken verkauft. Also weiter denken als der “Mainstream”.

Das ist ein fundamentaler Irrtum. Man denkt weder ganzheitlich noch selber, wenn man irgendeine Idee, die einem gerade in den Sinn kommt, in die Luft bläst. Nötig wäre es, in diesem Fall auch Gründe zu suchen, die dafür sprechen, dass die Luftverschmutzung oder die Grippeimpfungen einen Einfluss haben. Die Glaubwürdigkeit solcher Ideen müsste mit Argumenten untermauert werden. Und diese Argumente müsste mit Gegenargumenten verglichen werden. Das erst wäre “selber denken”.

Wenn eine Behauptung ohne Begründung geäussert wird, kann Sie auch ohne Begründung verworfen werden. Dieses Prinzip wird übrigens Hitchens Rasiermesser genannte.

Danke an alle Helferinnen und Helfer

Aber jetzt noch zu etwas Positivem: Sehr Eindruck gemacht haben mir die vielen Verantwortlichen und Helfer, die in dieser schwierigen Lage anpacken und zum Wohle der Bevölkerung daran arbeiten die Folgen dieser Krise zu reduzieren.

Dazu gehört ein Dank an alle Pflegenden und MedizinerInnen, die sich seit Tagen oder Wochen auf die Welle an Erkrankten einstellen, die demnächst erwartet wird.

Aber auch die Behörden machen meines Erachtens in dieser schwierigen, unübersichtlichen Lage einen insgesamt guten Job.

In den Spitälern werden ganze Abteilungen umgestellt und wieder eingerichtet, um die Anzahl der Intensivplfegeplätze zu erhöhen.

Im Kanton Thurgau wurde zum Beispiel das alte Bettenhaus am Kantonsspital Frauenfeld wieder eingerichtet.

Der Kanton Zürich kauft eine Maschine, mit der er selber Schutzmasken herstellen kann.

Es wird sehr viel  und kurzer zeit geplant und vorbereitet, um für grosse Patientenzahlen gerüstet zu sein.

Und der Bund hat in kurzer Zeit umfangreiche und rasch verfügbare Unterstützung für KMU und grössere Firmen bereitgestellt.

Danke an alle Verantwortlichen und Helfer.

Siehe auch:

Coronavirus: Helfer verdienen Aufmerksamkeit, nicht Verbreiter von Verschwörungstheorien