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Pistazien als Hilfe zur Gewichtskontrolle?

Gesundheitliches

Avatar-FotoMartin Koradi30.07.2011

Nüsse und nussähnliche Früchte gelten zwar als gesund, doch nicht gerade als Schlankheitsmittel. Pistazien allerdings besitzen nicht nur ein hochwertiges Nährstoffprofil. Sie können sich offenbar auch günstig auf das Essverhalten auswirken. Dies legen jedenfalls einige aktuelle Studien nahe.

So haben US-Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in Los Angeles über zwölf Wochen 52 übergewichtige Erwachsene mit unterschiedlichen Reduktionsdiät-Konzepten untersucht. In der randomisierten Studie bekam ein Teil der Probanden als täglichen Snack 75 Pistazien (240 kcal, ca. 45 g), ein anderer Teil Salzbrezel (220 kcal, ca. 60 g).

Die Auswertung zeigte, dass die Pistazien-Gruppe ihre BMI-Ziele besser erreichte und tiefere Triglyzerid-Werte aufwies als die Brezel-Gruppe (J Am College Nutrition, 2011, Vol. 29, 3, 198).

Eine jüngst im British Journal of Nutrition veröffentlichte Untersuchung hat gezeigt, dass immerhin ein Teil der in Pistazien enthaltenen Energie – immerhin fünf Prozent – offenbar unverdaut wieder ausgeschieden wird (British J Nutrition, 2011, 28, 1).

Studienleiter Dr. David Baer vom Beltsville Human Nutrition Research Center (USA) folgerte aus den Daten seiner Untersuchung, dass Pistazien im Zuge einer Gewichtsreduktion nicht vorschnell vom Diätplan gestrichen werden sollten.

Und noch einen besonderen Vorteil für die Hüften soll es geben: Pistazien werden langsamer und bewusster verzehrt als schon geschälte Nüsse, weil sie erst aus der harten Hülle herausgeholt werden müssen. Das haben zumindest kürzlich Verhaltens- und Ernährungsforscher der Eastern Illinois Universität (USA) herausgefunden.

Probanden der Pistazien-Gruppe

Die Probanden der Pistazien-Gruppe nahmen insgesamt 41 Prozent weniger Kalorien auf als die Personen der Vergleichsgruppe, die geschälte Nüsse bekam.

Die Pistazien-Gruppe fühlte sich aber genauso gesättigt und zufrieden. Die Autoren entdeckten zudem, dass es offenbar der Anblick der leeren Schalen ist, der bewirkt, dass weniger gegessen wird.

Denn andere Probanden nahmen wiederum 22 Prozent weniger Energie auf, wenn die Schale liegen geblieben ist, im Vergleich zu jenen, bei denen die Schalenreste gleich entfernt wurden.

Quelle:

https://www.aerztezeitung.de/medizin/fachbereiche/allgemeinmedizin/article/664566/schlank-pistazien.html?sh=1&h=1385878286

https://www.jacn.org/content/29/3/198.abstract

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21733319

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0195666311001553

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0195666311004855

Kommentar & Ergänzung: Pistazien

Und was sind eigentlich genauer Pistazien?

„ Die Pistazie ist die Steinfrucht des zweihäusigen Pistazienbaumes (Pistacia vera, „Echte Pistazie“), zur Unterscheidung von den anderen Arten der Pistazien daher Echte Pistazie genannt, aus der Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae). Die Pistazie ist keine Nussfrucht im botanischen Sinne.

Die Pistazie ist ein Laubbaum, wird bis zu 12 m hoch und bis zu 300 Jahre alt. Die Wurzeln der Bäume können sich bis in eine Tiefe von 15 m erstrecken. Die Kerne sind oval und besitzen eine dünne, harte Schale; der Pistaziensamen hat eine bräunliche Haut und ein hellgrünes Inneres (die Keimblätter). Die Ernte der Samen erfolgt in einem zweijährigen Turnus, was neben den Schwankungen der Witterung zu unterschiedlichen Erträgen führt. Von den Mastix-Pistazienbäumen wird im Juni das Harz gewonnen und als Würzmittel, Klebstoff oder Räuchermittel verwendet.“

(Quelle: Wikipedia)

Zu den Wirkungen der Pistazien auf die Gesundheit schreibt Wikipedia:

„ Anfang Dezember 2009 wurde bekannt, dass eine Ernährung mit täglich ein bis zwei Handvoll Pistazien dazu beitragen kann, das Risiko von Lungenkrebs zu reduzieren. Das ist das Ergebnis einer Studie der Amerikanischen Gesellschaft für Krebsforschung (American Association for Cancer Research, AACR).

Forscher der Universität von Toronto haben herausgefunden, dass beim gleichzeitigen Verzehr von einer Handvoll Pistazien und kohlenhydrathaltiger Lebensmittel wie etwa Weißbrot die Pistazien den Anstieg des Blutzuckerspiegels gemindert haben. Auch wurden so Hunger stimulierende Hormone reduziert. So bleibt der Appetit kontrollierbar.

Pistazien sind reich an Ballaststoffen. Pistazien in der Schale haben einen zusätzlichen Vorteil für die Gewichtskontrolle, da sie die Verzehrzeit verlangsamen, weil sie erst geöffnet werden müssen. Studien haben gezeigt, dass das Sättigungsgefühl ungefähr 20 Minuten nach dem Verzehr eines Snacks eintritt. Durch den langsameren Verzehr der Pistazie wird die Zeit bis zum Sättigungsgefühl überbrückt.

Die meisten in Pistazien enthaltenen Fette sind sogenannte gute Fettsäuren. Sie tragen dazu bei, das Risiko einer Herzerkrankung zu mindern. Forscher der Pennsylvania State University in den USA haben herausgefunden, dass der Verzehr von ein bis zwei Handvoll Pistazien pro Tag zu einer Reduktion des schlechten LDL-Cholesterinspiegels um neun bis 12 Prozent führen kann.“

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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