Kanadische Wissenschaftler haben festgestellt, dass mit zwei Gläsern Tomatensaft pro Tag das Osteoporoserisiko vermindert werden kann. Die Ursache für diesen Effekt: Ein Inhaltsstoff des Tomatensaftes, das Lycopin, kann das Vorkommen freier Radikale reduzieren.

Oxidativer Stress durch freie Radikale verstärkt den Knochenabbau. In einer Studie, an der sich 60 Frauen in der Postmenopause beteiligten, stieg die antioxidative Kapazität um 9 Prozent, und die Marker für den Knochenabbau verminderten sich um 8 Prozent, wenn die Frauen Lycopin bekamen.

(Ostoporos Int 2010, Pub online)

Quellen:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/skelett_und_weichteilkrankheiten/osteoporose/article/631697/lycopin-tomatensaft-mindert-knochenschwund.html?sh=6&h=1511252959

http://www.springerlink.com/content/004120828267370w/fulltext.pdf

Kommentar & Ergänzung:

Dass Tomatensaft gesund ist wird wohl kaum jemand in Frage stellen. Und Lycopin ist zweifellos ein interessanter Inhaltsstoff des Tomatensaftes.

Zwei Anmerkungen:

– Wenn tatsächlich die antioxidativen Eigenschaften von Lycopin für die Wirkung gegen Knochenschwund (Osteoporose) verantwortlich sind, dann ist festzuhalten, dass es neben Lycopin noch eine ganze Reihe anderer potenter Antioxidantien gibt.  Reich an Antioxidantien sind beispielsweise Äpfel, Paprika, Früchte mit blauen Farbstoffen (Anthocyane) wie Heidelbeeren, Holunderbeeren, schwarze Johannisbeeren (Cassis), Grüntee (EGCG)……

Es dürfte sinnvoller sein, eine breite Palette von verschiedenen Antioxidantien einzunehmen, statt ausschliesslich auf eine Substanz wie Lycopin zu setzen.

– Die Studie misst den Effekt der Tomatensaft-Einnahme anhand von zwei Laborwerten.

Das gemessene N-telopeptid gilt als guter Biomarker für den Knochenabbau. Allerdings ist die Veränderung solcher Messwerte bei postmenopausalen Frauen nach ein paar Wochen oder Monaten noch nicht gleichbedeutend mit einem real verminderten Osteoporoserisiko zwanzig oder dreissig Jahre später. Insofern ist die Aussage, dass Lycopin und Tomatensaft das Osteoporoserisiko vermindern, noch etwas gewagt.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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