Das Magazin „Focus“ veröffentlichte vor kurzem eine Beschreibung der zehn schlechtesten Diäten. Zur „Apfelessig-Kur“ schreibt Focus:

„Morgens bereits ein Glas warmes Wasser mit einem Fingerbreit Apfelessig trinken, danach alle zwei Stunden wieder diese Mixtur zu sich nehmen – so lautet das simple Rezept dieser Abnehmmethode. Damit ist die strenge Apfelessig-Kur eigentlich eine Nulldiät. Entsprechend schnell purzeln die Pfunde. Außerdem führt Apfelessig ab, was das Abnehmen zusätzlich beschleunigt. Allerdings weist die Kur einige negative Nebenwirkungen auf: Wie alle Nulldiäten kann sie Herz und Kreislauf belasten, die Konzentration schmälern und zu Mangelzuständen führen.“

Heikel ist bei der Apfelessig-Kur zudem, dass der Organismus das Übergewicht überwiegend am falschen Ort eliminiert:

„Außerdem baut der Körper unter diesem Hungerstress vor allem Muskelmasse ab und nicht die störenden Speckpölsterchen. Zusätzlich kann der Essig auf Dauer empfindlichen Menschen Magenprobleme bereiten. Sodbrennen und im schlimmsten Fall eine Magenschleimhauentzündung können die Folgen sein.“

Auch die moderatere Form der Apfelessig-Diät sieht der Focus-Artikel kritisch:

„Eine modifizierte Form der Apfelessig-Diät sieht kalorienreduzierte Mischkost vor, wobei die Speisen wenn möglich mit Apfelessig zubereitet werden. Außerdem trinkt man dreimal täglich das Essig-Wasser-Gemisch. Doch auch hier kann es zu Problemen wegen Übersäuerung kommen.“

Quelle:

http://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/abnehmen/tid-20983/abnehmen-die-zehn-schlechtesten-diaeten_aid_589657.html

Kommentar & Ergänzung: Schlankheitsdiäten

Schlankheitsdiäten werden immer wieder mit reisserischen Schlagzeilen propagiert und halten kaum je, was sie versprechen. Daher ist es auch immer wieder einmal nötig, sie kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Der Beitrag auf Focus-online gibt dazu eine gute Übersicht.

Apfelessig ist ein altes Naturheilmittel, dem allerdings im Verlaufe der Zeit etwas gar umfassende Heilwirkungen zugeschrieben wurden.

Apfelessig besteht aus Wasser, Essigsäure und einigen Mineralstoffen (v. a. Kalium). Darüber hinaus bietet das hochgepriesende Allheilmittel allerdings kaum noch nennenswerte Inhaltsstoffe. Natürlich prägen verschiedene Aroma- und Geschmacksstoffe die jeweilige Essigsorte abhängig vom Ausgangsprodukt und machen den Essig in der Küche zu einem beliebten und unverzichtbaren Würzmittel.

Wikipedia schreibt zur medizinischen Anwendung von Apfelessig:

“Genau wie andere Essigsorten gilt Apfelessig als Mittel der Naturheilkunde. Anwendungsbereiche sind die Körperhygiene (Bad und Haarwäsche) sowie die Mundhygiene. Innerlich angewendet sollen „Essigtrunke“ eine Entgiftung und Entschlackung des Körpers bewirken und sogar zur Gewichtsreduktion beitragen. Bei äußerlicher Anwendung wird eine Heilung bei Akne, Schuppenflechte oder Hautverletzungen versprochen. Für die meisten genannten gesundheitlichen Wirkungen von Apfelessig und anderen Essigsorten gibt es jedoch mit Ausnahme der antibakteriellen Wirkung noch keine wissenschaftlichen Belege.

Genauere (seriöse) Studien zur Gewichtsabnahme existieren zwar nicht, es gibt jedoch denkbare Wirkungsmechanismen, wie Apfelessig sättigen kann. Die Säure stimuliert im Zwölffingerdarm die Produktion von Cholecystokinin, Säure hemmt die Amylase, was den Glykämischen Index senkt und die Mineralien verringern Appetit durch Mangelnährung. Ferner bewirken kaliumreiche Lebensmittel eine Entwässerung, was wiederum als Gewichtsverlust missverstanden werden kann. Zu beachten ist allerdings, dass häufiger Konsum von Essig, bei dem es Kontakt mit den Zähnen gibt, sogar zu Zahnerosion führt.“

(Quelle: Wikipedia)

Nicht erwähnt werden im Wikipedia-Text die Essigsocken gegen Fieber, die allerdings nicht speziell den Apfelessig voraussetzen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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