Die Zeit sei gekommen für eine internationale Kampfansage gegen sexualisierte Kriegsgewalt, schreibt der britische Außenminister William Hague in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Rundschau:

„Von Bosnien bis zur Demokratischen Republik Kongo haben wir erlebt, wie Vergewaltigung als schreckenerregende Kriegswaffe genutzt wird. Systematisch betrieben, manchmal auf höchsten Befehl hin, wird sie zu einem Mittel der Kriegführung wie Gewehrkugeln oder Panzer. Und in den meisten Fällen sind es nicht Invasionstruppen, die vergewaltigen, sondern Angehörige verschiedener Bevölkerungsgruppen gegeneinander: in der Absicht, den politischen Gegner oder ganze ethnische oder religiöse Gruppen zu schädigen, zu entwürdigen, zu demütigen oder zu zersetzen. Die Zahl der Opfer ist ernüchternd. Man geht davon aus, dass allein während des Genozids in Ruanda 1994 bis zu 400 000 Frauen vergewaltigt wurden.“

Es sei schockierend, aber die Zahl der Täter, die wegen sexualisierter Kriegsgewalt vor Gericht gestellt werden, sei verschwindend klein. Und die Zahl derer, die zu Haftstrafen verurteilt werden, sei noch kleiner:

„Im Bosnien-Krieg wurden bis zu 50 000 Frauen vergewaltigt, aber nur 30 Männer wurden dafür verurteilt.“

Schuld hätten diejenigen, die die Verbrechen begehen. Die Schande treffe jedoch die ganze Welt. Denn es sei eine Kultur der Straflosigkeit entstanden. Es müsse jedoch eine Kultur der Abschreckung geschaffen werden. Bekämpfung von sexueller Gewalt in Konflikten sei nicht nur eine moralische Pflicht, sondern sei auch zentral für die Friedenssicherung und die Konfliktprävention.

Die britische Regierung unter Federführung des Außenministeriums werde eine groß angelegte Initiative starten.

Dabei werde als erstes ein Team von Fachleuten aufgebaut, die in Konfliktgebieten eingesetzt werden können, um dortige Anstrengungen zur Verhütung von sexueller Gewalt zu unterstützen und bei Ermittlungen zu helfen. Dem Expertenteam sollen PolizeibeamtInnen, RechtsanwältInnen, PsychologInnen, ÄrztInnen, ForensikerInnen und Fachkräfte auf den Gebieten der geschlechterspezifischen Gewalt sowie der Betreuung und des Schutzes von Opfern und Zeugen angehören.

Zweites werden die britische Regierung die Vereinten Nationen finanziell deutlich stärker unterstützen. Über die nächsten drei Jahre verteilt, stellt sie 1 Million britische Pfund für die Arbeit der Sonderbeauftragten des UN-Generalsekretärs für sexuelle Gewalt bereit.

Drittens wird Großbritannien, wenn es im Januar die G8-Präsidentschaft übernimmt, es sich zur Aufgabe machen, einige der mächtigsten Nationen dieser Welt zu neuen Zusagen zu bewegen:

„Wir werden die G8 auffordern, Partnerschaften mit Konfliktländern einzugehen. Außerdem prüfen wir, ob es im Hinblick auf sexuelle Gewalt in Konflikten geboten ist, ein internationales Protokoll zu Ermittlung und Strafverfolgung sowie zum Opferschutz zu verabschieden.“

Quellen:

http://wissen.dradio.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=167350

http://www.fr-online.de/meinung/gastbeitrag-gegen-eine-kultur-der-straflosigkeit,1472602,21067428.html

Kommentar & Ergänzung:

Es ist zu hoffen, dass andere Länder wie die Schweiz, Deutschland und Österreich, diese Initiative der Briten unterstützen, weil dieses Problem nur mit internationaler Kooperation wirksam bekämpft werden kann.

Weitere Informationen zum Thema „Sexualisierte Gewalt & Krieg“ auf der Website von „medica mondiale“, einer Organisation zur Unterstützung von traumatisierten Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten, die gegründet wurde von der Gynäkologin Monika Hauser.

http://www.medicamondiale.org/themen/sexualisierte-gewalt-krie/?L=0

 

Ausserdem:

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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