Eine akute Mittelohrentzündung (Otitis media) sei der häufigste Grund, weshalb Kindern ein Antibiotikum verschrieben wird. Oftmals biete sich jedoch an, erst einmal abzuwarten und nicht sofort antibiotisch zu behandeln. Das erklärte Professor Dr. Markus A. Rose vom Sana-Klinikum in Offenbach auf dem Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer «Pharmacon» in Davos. Der Infektiologe wies darauf hin, dass es bei Kindern jenseits der ersten Lebensjahre häufig ausreiche, systemisch oder topisch mit Analgetika sowie mit abschwellenden Ohrentropfen zu behandeln. Denn zahlreiche Infektionen seien viral bedingt. Zudem betrage die Selbstheilungsrate 80 Prozent.

Rose erläuterte, dass die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie Kriterien aufgestellt hat, wann antibiotisch behandelt werden sollte. Das sei beispielsweise immer bei Kindern im Alter zwischen null und fünf Monaten der Fall, bei Kindern unter zwei Jahren mit beidseitiger Mittelohrentzündung, bei einem sogenannten laufenden Ohr und bei Kindern mit chronischen Grunderkrankungen. Aminopenicilline seien dann unverändert Mittel der Wahl, sagte Rose.

Der Pneumologe erwähnte auch einige Risikofaktoren für eine akute Otitis media. Dazu zählen ein Lebensalter unter drei Jahren, männliches Geschlecht, der Winter und rauchende Eltern. Darüber hinaus hätten auch Flaschenkinder ein erhöhtes Risiko für Mittelohrentzündungen.

Quelle:

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=46922&Nachricht_ID=50698&Nachricht_Title=Nachrichten_Mittelohrentz%FCndung:%20Oft%20kein%20Antibiotikum%20n%F6tig&type=0

Kommentar und Ergänzung:

Im Kindesalter ist die Mittelohrentzündung häufig,  weil in dieser Lebensphase die Eustachische Röhre noch kurz und weit ist und damit das Aufsteigen von Bakterien aus dem Nasenrachenraum erleichtert wird.

Zur Behandlung heisst es auf Wikipedia:

„Körperliche Schonung, abschwellende Nasensprays oder -tropfen, entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen.

In der Regel heilt eine Mittelohrentzündung auch ohne Behandlung aus. Ein Abwarten ist daher unter ärztlicher Kontrolle für die ersten 2-3 Tage zu vertreten. Wenn nach dieser Zeit keine Besserung der Beschwerden eintritt, besteht die Gefahr einer Komplikation. In diesem Falle ist die Gabe eines geeigneten (=liquorgängigen) Antibiotikums (z. B. Amoxicillin oder bei Penicillinallergie Azithromycin oder Clarithromycin) indiziert.“

Eine Herausforderung bei diesem Thema besteht darin, unnötige Antibiotikagaben zu vermeiden, aber rechtzeitig zu erkennen, wenn eine Antibiotikatherapie notwendig ist.

Wikipedia geht auch auf die Vorbeugung mit Xylit / Xylitol ein:

„In einigen Studien konnte mit der Verabreichung hoher Dosen des Zuckeraustauschstoffs Xylitol eine prophylaktische Wirkung bezüglich der akuten Mittelohrentzündung erzielt werden. Xylitol hemmt das Wachstum von Pneumokokken und die Bindung von Pneumokokken und Haemophilus influenzae an die Zellen im Nasenrachenraum. Die Dosis an Xylitol lag im Bereich von 10 g/Tag.“

Siehe dazu auch:

Xylitol-Kaugummi reduziert Risiko für Mittelohrentzündung bei Kindern

Ohrenschmerzen können verschiedene Ursachen haben, sind aber das Leitsymptom aller entzündlichen Erkrankungen des Mittelohr und des äusseren Ohres.

Bei Ohrenschmerzen gibt es eine ganze Reihe von mehr oder weniger sinnvollen Hausmitteln für leichtere Fälle oder allenfalls begleitend zu einer ärztlichen Therapie.

Ich würde allerdings bei stärkeren Ohrenschmerzen, bei Fieber und steifem Nacken nicht lange herumlavieren und zügig eine ärztliche Konsultation veranlassen. Dabei geht es in erster Linie um eine sorgfältige Diagnostik, damit ernsthafte Verläufe frühzeitig erkannt werden können.

Zu Möglichkeiten und Grenzen von Hausmitteln wie Kohlauflagen und Zwiebelwickel siehe auch:

Hausmittel bei Ohrenschmerzen

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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