ARTE hat gerade zwei sehr eindrückliche Dokumentationsfilme zur Atomkatastrophe von Fukushima ausgestrahlt.

1.  Fukushima – Chronik eines Desasters (48 Min.)

Beschreibung:

„Am 11. März 2011 kam es infolge eines Tsunamis in der Atomanlage nahe der japanischen Stadt Fukushima zu einer folgenschweren Unfallserie, die in einem nuklearen Super-GAU gipfelte. Das größte Rätsel ist bis heute, wie es zu einem Totalausfall der Stromversorgung und infolgedessen zu einer mangelhaften Kühlung der Reaktorkerne und Brennstäbe kommen konnte – mit der bekannten fatalen Kettenreaktion von der Kernschmelze bis zum Freisetzen erheblicher Mengen an Radioaktivität.

Die Dokumentation liefert anhand zahlreicher Simulationen wesentliche Erkenntnisse über diese Vorgänge. Ebenfalls ungeklärt war bisher, inwieweit sich die Arbeiter der Schäden an der Anlage bewusst waren, da sie mit einer völlig unbekannten Situation konfrontiert waren. Interviews mit den zum Zeitpunkt der Havarie diensthabenden Mitarbeitern ermöglichen es, die Ereignisse im Kontrollraum des Kernkraftwerks genau zu rekonstruieren. Anhand von 3D-Computergrafiken, nachgestellten Szenen und Exklusivinterviews versucht die Dokumentation nachzuweisen, dass die tatsächlichen Verhältnisse im Reaktorblock 1 viel gefährlicher waren, als es die Arbeiter in der Kontrollzentrale ahnen konnten.

Zudem wirft die Dokumentation ein Schlaglicht auf bisher selbst von Experten nicht erkannte Schwachstellen von Atomkraftwerken. Diese Erkenntnisse könnten zu einer Neubewertung der nuklearen Sicherheitspolitik führen.“

Kommentar: Eindrücklich finde ich, wie vollständig ausser Kontrolle diese Anlage über längere Zeit war, und wie total die Mannschaft im Kontrollzentrum von allen relevanten Informationen über den Zustand des Reaktors abgeschnitten war – also buchstäblich und im übertragenen Sinn im Dunkeln tappte.

Link zum Dossier und zur Sendung:

http://www.arte.tv/guide/de/047156-000/fukushima-chronik-eines-desasters?autoplay=1

 

2. Die Welt nach Fukushima (78 Min.)

Beschreibung:

„Die Unfallserie im Kernkraftwerk von Fukushima wurde durch ein Erdbeben und den nachfolgenden Tsunami am 11. März 2011 ausgelöst. Doch wie konnte es zu einer nuklearen Katstrophe kommen? Die entscheidenden Gründe hierfür scheinen in einer unzureichenden Anwendung der Kernenergie und in den Organisationsstrukturen der Kraftwerke zu liegen.

Das Erdbeben und seine fatalen Folgen haben lediglich die Schwachstellen eines gefährlichen Systems ans Licht gebracht. Angesichts der Katastrophe und der durch sie freigesetzten radioaktiven Strahlung, deren Ende nicht absehbar ist, ergeben sich viele Fragen zum Super-GAU von Fukushima, zur Kernkraft im Allgemeinen sowie zur Verantwortung der Betreiber, der Angestellten, der Regierungen und der Medien.

Der Dokumentarfilmer Kenichi Watanabe stützte sich bei seinen Recherchen auf Untersuchungen vor Ort, auf Berichte der betroffenen Familien und der Anwohner, auf Interviews mit Politikern, Ärzten, Historikern, Soziologen und Schriftstellern. Sein Fazit ist niederschmetternd und veranlasst zu überaus alarmierenden Bedenken hinsichtlich der Erbschaft, die zukünftige Generationen werden antreten müssen.“

Kommentar: Eindrücklich finde ich vor allem die Kinder, die im verstrahlten Gebiet leben, und bei denen sich Eltern und Lehrpersonen jeden Tag die Frage stellen müssen, ob und wie sie sich im Freien bewegen dürfen und was sie essen sollen und was nicht. Und die Tag für Tag mit einem Dosimeter herumlaufen.

Link zum Dossier und zum Film:

http://www.arte.tv/guide/de/046767-000/die-welt-nach-fukushima?autoplay=1

Was mir dazu sonst noch gerade in den Sinn kommt:

Da haben doch vor ein paar Tagen einige Greenpeace-Leute mit ein paar Leitern den Zaun des AKW Beznau überstiegen und an diesem Gebäude Kletterübungen gemacht. Betreiber Axpo meldet, das Sicherheits-Konzept habe funktioniert.

Quelle: http://www.blick.ch/news/schweiz/axpo-sicherungs-konzept-hat-funktioniert-id2715902.html#top

So, so. Schönes Sicherheits-Konzept – und eine durchaus nachvollziehbare Schlussfolgerung der Axpo. Das Sicherheits-Konzept funktioniert bei unbewaffneten Greenpeace-Leuten, die nur zu Demonstrationszwecken aufkreuzen, ganz offensichtlich. Die Anlage wurde nicht beschädigt. Ganz toll!

Hut ab, für dieses Sicherheits-Konzept!

Und unsere Luftwaffe würde ja ein mit Sprengstoff gefülltes Flugzeug, das in ein AKW steuert, locker vorher abschiessen – allerdings nur zu Bürozeiten und nach Voranmeldung.

Ausserdem:

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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