Das Magazin „Focus“ widmet sich der Frage, wie man dem bitteren Geschmack des Kaffees etwas Süße verleihen kann, ohne gleich in die Kalorienfalle zu tappen.

Denn Kaffee helfe beim Start in den Tag und komme ganz ohne Kalorien daher – solange man ihn ohne Milch und Zucker genieße.

Ein simpler Trick soll laut „Focus“ dabei helfen und gleich noch die Gesundheit fördern. Eine großzügige Prise gemahlener Zimt verhelfe dem sonst so bitteren Kaffee zu einem angenehmen Geschmack und habe dabei noch richtig viele gesundheitliche Vorteile. Das leckere Gewürz enthalte viele wichtige Mineralstoffe wie Kalzium, Mangan, Kalium, Eisen und Magnesium.

Außerdem seien in Zimt viele Ballaststoffe enthalten, die eine gesunde Verdauung fördern, und Antioxidantien, die oxidativen Stress verhindern. Das beliebte Gewürz könne also nicht nur helfen, beim Kaffeegenuss Kalorien zu sparen, schreibt „Focus“: „Seine sekundären Pflanzenstoffe senken zudem den Blutzuckerspiegel, wodurch auch die Fettverbrennung angekurbelt wird.“

Quelle:

https://www.focus.de/gesundheit/videos/abnehmen/mineralstoffreich-statt-kalorienfalle-genialer-kaffee-hack-versuesst-und-hilft-beim-abnehmen_id_9877128.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Interessante Idee, aber etwas übertrieben dargestellt.

Zimt enthält Ballaststoffe, aber um mit Zimt via Ballaststoffe die Verdauung zu fördern, müsste man wohl sehr viel mehr Zimt einehmen, als es mit ein paar Prisen im Kaffee geschieht.

Zimtrinde wirkt jedoch motilitätsfördernd, das heisst, sie regt die Magen- und Darmperistaltik an. Das kann unter Umständen helfen bei Völlegefühl.

Dass Zimt den Blutzuckerspiegel senkt, dafür spricht zwar eine ältere, kleine Studie. Grössere und solidere Studien fanden diesen Effekt aber nicht.

Siehe dazu:

Zimt gegen Diabetes: Zur aktuellen Studienlage

Aber auch wenn Zimt den Blutzuckerspiegel senken würde, käme es dann auch auf die Dosis an, und eine „großzügige Prise gemahlener Zimt“ pro Tasse Kaffee würde bei mässigem Kaffeekonsum wohl kaum reichen. Es ist immer wieder ein heikler Punkt, dass Heilwirkungen angenommen werden, ohne dass die dazu nötige Dosis geklärt wird. Auch bei den im Zimt enthaltenen Mineralstoffen wäre zu fragen, wieviel denn solche grosszügigen Prisen wirklich zur Versorgung beitragen können.

Eine gewisse antioxidative Wirkung kann von Zimt wohl erwartet werden, doch ist das Thema mit den Antioxidantien seit längerem eher ein Hype. Mit Antioxidantien versorgt uns eine ganze Reihe von Lebensmitteln.

Dass Zimt als praktisch kalorienfreies Aromamittel verwendet werden kann, ist aber eine gute Idee. Auch einem Naturejoghurt kann man mit einer Prise Zimt einen aromatischen Geschmack verleihen.

Zum Thema „Zimt“ ist noch erwähnenswert, dass es verschiedene Zimt-Arten gibt, und dass es sinnvoll ist, zwischen Cassia-Zimt und Ceylon-Zimt zu unterscheiden.

Cassia-Zimt enthält  grössere Mengen an einfachen Cumarinen im Vergleich zu Ceylon-Zimt. Da Cumarine potenziell leberschädigend sein können, ist bei nicht nur gelegentlicher Zimtaufnahme Ceylon-Zimt vorzuziehen.

Zum Unterschied zwischen Cassia-Zimt und Ceylon-Zimt siehe hier:

Zimt schädlich?

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