Die Ernährungsforschung kämpft mit sehr vielen Schwierigkeiten. Auf den Punkt gebracht hat das gerade Lars Fischer auf Twitter (@Fischblog):

„Ich hab ja so’n bisschen die Hoffnung, dass sich langsam rumspricht, was für ein Desaster die Ernährungsforschung dieser Tage ist… Es gibt zwar gute Studien, die finden nur konsistent keine Effekte. Davon hört man aber meistens nix.“

Vorzugsweise veröffentlicht und verbreitet werden Studien, die interessante Effekte zeigen, aber kaum bis wenig Aussagekraft haben. Werden solche Studien in den Medien kolportiert, steigt der Unfug-Faktor rapide durch Überinterpretation, Sensationalisierung, Zuspitzung und schwammigen Formulierungen.

Warum die Ernährungsforschung in einer derart schwierigen Lage ist, können Sie in diesem Beitrag nachlesen:

Viele Ernährungsstudien mit wenig Aussagekraft

Die schwierige Situation der Ernährungsforschung ist aus verschiedenen Gründen ein Desaster. Ich will frühere Zeiten auf keinen Fall idealisieren, aber man muss die Unterschiede sehen. Über sehr lange Zeiträume der menschlichen Entwicklung wurde gegessen, was die Tradition vorgab oder einfach, was zur Verfügung stand. Die Auswahl war sehr begrenzt. Heute ist in unseren Breitengraden die Auswahl fast unbegrenzt und die Kosten für die meisten Nahrungsmittel tief. Das hat natürlich viele Vorteile, überfordert aber offensichtlich auch. Wir müssen uns ständig für oder gegen bestimmte Nahrungsmittel entscheiden. Da sind klare Regeln sehr attraktiv. Kein Wunder, gibt es inzwischen eine unübersehbar grosse Zahl an Ernährungsreligionen.

Ernährung wird auch zunehmend moralisiert und nicht selten ist schon von „Ernährungssünden“ die Rede. Uns wird ja auch von vielen Seiten ständig eingeredet, was wir alles unbedingt essen sollten oder auf keinen Fall essen dürfen.

Für Konsumentinnen und Konsumenten wird die Lage dadurch sehr unübersichtlich. Da wäre es sehr hilfreich, wenn die Ernährungsforschung wenigstens ein paar sichere Eckpfeiler zur Orientierung einschlagen könnte.

Aber wirklich sicher scheint nur, dass in unseren wohlhabenden Ländern die meisten Menschen zu viel essen.

Ansonsten kann man im Umgang mit Ernährungsratschlägen wohl nur empfehlen:

Bleiben Sie immer schön skeptisch gegenüber:

  1. Dogmatischen und fundamentalistischen Ernährungslehren.
  2. Grossartigen Heils- und Heilungsversprechungen.

Im Übrigen gilt auch für die Ernährung,  was ich für die Naturheilkunde zentral finde: Sorgfältig prüfen lernen! Mehr dazu hier:

Naturheilkunde: Sorgfältig prüfen lernen!

Sorgfältig prüfen lernen – das ist auch ein wichtiges Thema in meinen Lehrgängen, dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung.