Eine Studie widerspricht der alten Volksweisheit.

Der Volksglaube irrt sich offenbar: Schwalben fliegen bei Schlechtwetter nicht tiefer. Zu diesem Resultat kommt eine Untersuchung, die in Österreich durchgeführt wurde. Die Wissenschaftler beobachteten 1300 Schwalbengruppen bei verschiedenen Wetterlagen.

In vielen Gegenden Europas behaupten Volksweisheiten, dass tief fliegende Schwalben schlechtes Wetter anzeigen oder sogar vorhersagen. Nun haben Peter Biedermann von der Universität Bern und Martin Kärcher von der englischen Universität Sheffield untersucht, ob das wirklich zu trifft. Sie untersuchten insgesamt 1300 Gruppen von Rauch- und Mehlschwalben in der Südweststeiermark und notierten sich die jeweiligen Flughöhen und Wetterverhältnisse.

Bei Schlechtwetter fliegen Schwalben höher, nicht tiefer
Die Resultate zeigten, dass beide Schwalbenarten bei schlechtem Wetter höher flogen als bei schönem Wetter. Das entspreche genau dem Gegenteil des Volksglauben, halten die Wissenschaftler fest. Auch die Tageszeit hat scheinbar keinen Einfluss. Hingegen stellten sich die Vögel schnell auf ergiebige Nahrungsquellen wie schwärmende Ameisen ein.
Die Wissenschaftler beobachteten die Schwalben an sechs Standorten während je drei Tagen. Eine Schwierigkeit war, die Flughöhe möglichst genau abzuschätzen. Wie die Forscher in der vom Vogelschutzverband BirdLife Österreich herausgegebenen Zeitschrift «Egretta» darlegen, kalibrierten sie das eigene Schätzvermögen immer wieder, indem sie mit Helium gefüllte Ballons in eine Höhe von 80 Metern aufsteigen liessen. Die stichprobenartigen Befunde reichten zwar nicht aus, um alte Volksweisheiten grundsätzlich in Frage zu stellen, schreiben sie, doch die Ergebnisse liessen immerhin zu Vorsicht mahnen.

Quelle: NZZ online

Kommentar:
Diese Studie zeigt: Ein bestimmter Volksglaube kann sich über lange Jahrhunderte halten und trotzdem falsch sein.
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