Auch für Tiere wie Kröten und Frösche wurde eine tödliche Gefahr durch Pflanzenschutzmittel laut Fachleuten bisher unterschätzt. Das müsse sich unbedingt ändern, fordern die Experten.

Pestizide bedrohen einer Studie zufolge die Amphibien in Deutschland. Die Resultate deuteten darauf hin, dass der Einsatz solcher Mittel in der Landwirtschaft mitverantwortlich für den Rückgang der Amphibien sei, erklärte das Umweltbundesamt (UBA) in Dessau-Roßlau. Es sei deshalb nötig, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft weiter zu vermindern.

Die Fachleute empfehlen, den ökologischen Landbau auszuweiten, der auf chemische Pestizide verzichtet. Laut Umweltbundesamt steht in Deutschland mehr als die Hälfte der Frösche, Kröten und Molche auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten. Amphibien seien die weltweit am stärksten gefährdeten Wirbeltiere, teilen die Experten mit.

UBA-Präsident Jochen Flasbarth verlangte einen stärkeren Schutz von Amphibien bei der Zulassung von Pestiziden in Europa.

Die Studie war von Wissenschaftlern der Universität Koblenz-Landau im Auftrag des Umweltbundesamtes durchgeführt worden. Die Resultate sind im britischen Online-Fachjournal “Scientific Reports” (Nature-Verlag) publiziert worden. Die Forscher hatten demnach bei Versuchen entdeckt, dass bereits die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in üblichen Mengen bei Grasfröschen zu einer Sterblichkeitsrate von 20 bis 100 Prozent führt.

Für den Schutz von Bienen ist die EU-Kommission inzwischen aktiv geworden. Sie will den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die Insekten gefährden könnten, stark einschränken und schlug den EU-Staaten vor, die Mittel nicht mehr für Pflanzen zuzulassen, die die Bienen besonders gerne ansteuern.

Die Kommission zieht damit die Konsequenzen aus einem Gutachten, das die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) publiziert hat. Das Gutachten kommt zum Schluss, dass für Bienen ein hohes, akutes Risiko besteht wegen der drei Stoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam.

Quelle:

http://www.n-tv.de/wissen/Pestizide-gefaehrden-Amphibien-article10055861.html

Kommentar & Ergänzung:

Seit einiger Zeit gibt es eine Kontroverse über die Frage, ob Lebensmittel aus biologischem Anbau gesünder seien als konventionell produzierte oder nicht.

Unabhängig davon gibt es gute Hinweise dafür, dass ein biologischer Anbau durch den verminderten Gebrauch von Pestiziden sich positiv auf die Tierwelt auswirkt.

Das scheint mir das stärkste Argument für die Förderung des Biolandbaus.

Für den Schutz von Amphibien (Salamander, Kröten, Frösche, Molche) und Reptilien (Eidechsen, Schlangen) ist in der Schweiz die Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz (KARCH) zuständig. Die KARCH besteht seit 1979 und wird von Bund, den meisten Kantonen und privaten Organisationen (Pronatura, WWF, STS) finanziert. Die KARCH hat eine informative Website: www.karch.ch

Hier die Amphibienarten der Schweiz:

Feuersalamander, Alpensalamander, Bergmolch, Fadenmolch, Reichmolch, Kammmolch, Alpenmolch, Geburtshelferkröte, Gelbbauchunke, Knoblauchkröte, Erdkröte, Kreuzkröte, Wechselkröte, Laubfrosch, Kleiner Wasserfrosch, Teichfrosch,  Seefrosch, Grasfrosch, Moorfrosch, Springfrosch, Italienischer Frosch.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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