Die Salweide (Salix caprea) ist eine Pflanzenart in der Gattung der Weiden (Salix) innerhalb der Familie der Weidengewächse (Salicaceae). Wegen ihrer frühen Blütezeit ab Anfang März ist die Sal-Weide eine bedeutende erste Futterpflanze für Insekten wie zum Beispiel Honigbienen und verschiedene Wildbienenarten.

Als Kätzchen man meist den männlichen Blütenstand mancher Bäume und Sträucher. Die Bezeichnung geht auf sein fühlbar weiches Äußeres zurück, das mit einem weichen Katzenfell vergleichbar ist.

Foto auf Wikipedia.

Früh im Jahr fliegende Schmetterlingsarten wie Zitronenfalter, Kleiner Fuchs und Tagpfauenauge schätzen den nahrhaften Nektar der Weidenkätzchen. Zusammen mit der Eiche ist die Salweide die wichtigste Pflanze für die einheimische Schmetterlingsfauna.

Sehr wichtig ist die Salweide aber auch als Pollenspender. Bereits eine einzige männliche Blüte produziert bis zu 5 Millionen Pollenkörner. Dazu kommt noch, dass dieser erste in wesentlichen Mengen angebotene Pollen des Jahres auch der eiweissreichste ist (der Eiweissgehalt wird mit 15 – 22 % angegeben.

Die Honigbienen beginnen in ihrem Stock Ende Februar mit der Bruterzeugung und haben dafür im Herbst einen Pollenvorrat angelegt. Ist dieser wegen ungünstiger Witterung nur gering ausgefallen, muss das Brutgeschäft solange stocken, bis die Pflanzenwelt neuen Pollen liefert. Dieser für eine verstärkte Legetätigkeit der Bienenkönigin und für die Aufzucht der Brut als Eiweissquelle so wichtige Blütenstaub wird von den Kätzchen der Salweide in so reichem Mass angeboten wie es in dieser Jahreszeit bei keiner anderen Pflanze der Fall ist.

Bei Hummeln und sozialen Wespen überwintern nur die Jungköniginnen. Sie profitieren für die Aufzucht einer ersten Generation von Arbeiterinnen ebenfalls stark vom Pollenangebot der Weidenkätzchen.

Siehe auch:

Augen auf: Hummelköniginnen unterwegs

Bei den Wildbienen gehören Sandbienen, Mauerbienen und Schmalbienen zu den frühesten Pollensammlerinnen. Nach einer bereits 1913 durchgeführten Untersuchung werden Weiden von 78 Bienenarten beflogen. Vor allem bei den Sandbienen gibt es Arten, die auf Salweide spezialisiert sind, und deren Aktivitätszeit mit der Blütezeit der Salweide zusammenfällt. Die gleiche Wärmemenge, welche die Weidenkätzchen zum erblühen bringt, lässt auch diese Wildbienenarten aus ihrer Kammer ausschlüpfen.

Am Blütenstaub der Weidenkätzchen interessiert sind zudem viele Schwebfliegenarten. Zum Beispiel die Gemeine Winterschwebfliege (Episyrphus balteatus) oder die als „Mistbiene“ bezeichnete Eristalis tenax. Die Eierstöcke dieser Schwebfliegen-Weibchen können nur bei reichlicher Aufnahme von Pollennahrung zur vollen Funktionsfähigkeit heranreifen.

Weidenkätzchen werden aber auch als Nahrungsquelle von Käfern, zum Beispiel dem Rosenkäfer, und sogar von Vögeln, besonders von Meisen.

Dieser ausgesprochen grosse Nutzen der Weidenkätzchen legt nahe, dass man sie in der Natur schonen sollte.

Im übrigen ist die Salweide nicht nur wegen den Weidenkätzchen als Pollenlieferant und Nektarquelle interessant, sondern auch als Futterpflanze für sehr viele Schmetterlingsarten, die an den Blättern fressen.

Hier ein paar Beispiele (nach Wikipedia):

Abendpfauenauge (Smerinthus ocellata)

Achateule (Phlogophora meticulosa)

Ahorn-Rindeneule (Acronicta aceris)

Alpenspanner (Lycia alpina)

Ampfer-Rindeneule (Acromicta rumicis)

Birkenspanner (Biston betularius)

Bleich-Gelbeule (Xanthia icterica)

Brauner Bär (Arctia caja)

Buchenmotte (Diurnea fagella)

Buchen-Streckfuß (Callitheara pudibunda)

C-Falter (Nymphalis c-album)

Dromedar-Zahnspinner (Notodonta dromedarius)

Erlen-Rindeneule (Acronicta alni)

Erpelschwanz-Rauhfußspinner (Clostera curtula)

Federspanner (Colotois pennaria)

Frühlings-Wollafter (Eriogaster lanestris)

Gelbe Bandeule (Noctua fimbriata)

Gelbspanner (Opisthograptis luteolata)

Gothica-Kätzcheneule (Orthosia gothica)

Großer Fuchs (Nymphalis polychloros)

Großer Gabelschwanz (Cerura vinula)

Großer Schillerfalter (Apatura iris)

Großkopf-Rindeneule (Acronicta megacephala)

Hausmutter (Noctua pronuba)

Hermelinspinner (Cerura erminea)

Hornissen-Glasflügler (Sesia apiformis)

Kamel-Zahnspinner (Ptilodon capucina)

Kleine Eichenglucke (Phyllodesma tremulifolia)

Kleiner Bürstenspinner (Orgyia antiqua)

Kleiner Frostspanner (Operophtera brumata)

Kleiner Schillerfalter (Apatura ilia)

Kleines Nachtpfauenauge (Saturnia pavonia)

Maivogel (Euphydryas maturna)

Violettbrauner Mondfleckspanner (Selenia tetralunaria)

Mondvogel (Phalera bucephala)

Nagelfleck (Aglia tau)

Olivgrüner Bindenspanner (Chloroclysta siterata)

Palpen-Zahnspinner (Pterostoma palpina)

Pappel-Porzellanspinner (Pheosia tremula)

Pappelschwärmer (Laothoe populi)

Pappelspanner (Biston stratarius)

Pappelspinner (Leucoma salicis)

Pfeileule (Acronicta psi)

Pyramideneule (Amphipyra pyramidea)

Ringelspinner (Malacosoma neustria)

Rundflügel-Kätzcheneule (Orthosia cerasi)

Schneespanner (Apocheima pilosaria)

Schönbär (Callimorpha dominula)

Schwammspinner (Lymantria dispar)

Schwan (Euproctis similis)

Schwarzes L (Actornis L-nigrum)

Silberblatt (Campaea margaritata)

Sphinxeule (Asteroscopus sphinx)

Trauermantel (Nymphalis antiopa)

Violett-Gelbeule (Xanthia togata)

Weidenbohrer (Cossus cossus)

Weißstirn-Weißspanner (Cabera pusaria)

Zackeneule (Scoliopteryx libatrix)

Zickzackspinner (Notodonta ziczac)

Insgesamt ernähren sich fast 100 Schmetterlingsarten von der Salweide, entweder als Futterpflanze für die Raupen oder als Nektarquelle für den fliegenden Schmetterling.

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In der Phytotherapie werden Extrakte aus verschiedenen Weidenarten gegen Schmerzen angewendet, zum Beispiel bei Arthrose. Als Hauptwirkstoff gilt dabei das Salicin aus der Weidenrinde.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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