Wenn alle fünf Sekunden ein Kind an Hunger stirbt, ist es ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Autos mit Lebensmitteln zu betanken.

Diese Ansicht vertritt der UNO-Berater und Globalisierungskritiker Jean Ziegler. In einem Gastbeitrag für die “Süddeutsche Zeitung” verlangt Jean Ziegler, dass die Staaten Biokraftstoffe nicht mehr fördern.

Für die Produktion von Biokraftstoffen werden nachwachsende Rohstoffe wie beispielsweise Getreide oder Zuckerrohr verwendet. Verglichen mit klassischen, fossilen Treibstoffen gelten Biotreibstoffe als umweltfreundlicher. Ziegler vertritt jedoch die Ansicht, mit Umweltfreundlichkeit habe Biosprit nichts zu tun. Im Gegenteil: Die Umwelt werde durch sie massiv gefährdet. Denn um einen Liter Biosprit zu gewinnen, brauche man 2500 Liter Wasser. Zudem würden Kleinbauern verdrängt, um große Anbauflächen zu bekommen.

In eineinhalb Wochen entscheidet die Europäische Union, wie die Mitgliedstaaten mit Biosprit weiter umgehen sollen. Ziegler verlangt: Keine Energie mehr aus Lebensmitteln.

Quelle:

http://www.dradiowissen.de/nachrichten.59.de.html?drn:news_id=294510

Kommentar & Ergänzung:

Man muss nicht mit allem Einverstanden sein, was Jean Ziegler sagt. Manchmal polemisiert er meines Erachtens kontraproduktiv und schiesst über das Ziel hinaus. Manchmal sagt er aber auch Dinge, die nicht deutlich genug gesagt werden können und die gehört werden sollten. Die Kritik am Biosprit aus Lebensmitteln gehört meiner Ansicht nach zu Letzterem.

Mehr Infos bei Oxfam.

http://www.oxfam.de/publikationen/biosprit-hunger

Allerdings muss Biotreibstoff nicht per se und immer schlecht sein und eine nachhaltige Produktion ist nicht ausgeschlossen (z. B. aus Holzabfällen, Stroh oder in Zukunft vielleicht aus Algen). Es braucht aber griffige Regeln, damit die Produktion von Biosprit nachhaltig ist und die Hungerkrise nicht verschärft.

Wikipedia zur Thema Biokraftstoff.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie/ Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

 

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