Die „FAZ“ stellt das „Wundermittel“ Teebaumöl in Frage und verweist auf Vergiftungen bei Hunden und Katzen:

„Besonders herbe Kritik an der unreflektierten Verwendung des Wundermittels kommt aber von amerikanischen Veterinärmedizinern. Sie sammelten über zehn Jahre Fälle von fast 450 Hunden und Katzen, die mit Teebaumöl in Kontakt gekommen und dadurch massiv vergiftet worden waren. In neunzig Prozent der Fälle hatten die Halter ihre Tiere absichtlich mit dem Mittel besprüht, offenbar, um sie auf „natürliche“ Weise zu entflohen. Die Tiere litten unter Lähmungen und Krämpfen; ihre Entgiftungssysteme sind der Substanz nicht gewachsen.“

Quelle:

http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin/glosse-die-neue-teebaumoel-skepsis-hilft-gegen-alles-12750479.html

Kommentar & Ergänzung:

Dass Teebaumöl für Katzen gefährlich werden kann, ist eine gut gesicherte Erkenntnis, die leider nicht allen Katzenbesitzerinnen und Katzenbesitzern bekannt ist. Es wird aber auch von Vergiftungen bei Hunden berichtet. Leider fehlen im „FAZ“-Artikel Angaben dazu, wo in den USA und von wem diese Fallsammlung erstellt wurde.

Das Institut für Veterinärpharmakologie und –toxikologie der Universität Zürich schreibt zur Toxizität des Teebaumöls und zum Unterschied zwischen Hund und Katze:

„Die Toxizität des Teebaumöls ist mit der anderer terpenhaltiger ätherischer Öle (z.B. Eukalyptusöl) vergleichbar. Katzen sind aufgrund geringerer Glukuronidierungsfähigkeit und intensiveren Putzverhalten empfindlicher als Hunde (Bischoff 1998).“

Quelle:

http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?wir/00006864/7734_08.htm?wir/00006864/7734_00.htm

Teebaumöl ist ein interessantes Naturheilmittel, aber bezüglich Verträglichkeit und Allergiepotenzial nicht unproblematisch. Meines Erachtens gibt es für die meisten Anwendungsbereiche andere ätherische Öle, die besser verträglich, geruchlich angenehmer und betreffend Wirksamkeit ebenbürtig sind.

Siehe auch:

Aromatherapie / Phytotherapie: Zur Wirkung von Teebaumöl

Jasminöl, Teebaumöl und Minzöl gegen Scheidenpilz untersucht

Teebaumöl – ein Naturheilmittel macht Karriere

Herpesviren mit Melissenöl und Teebaumöl stoppen

Teebaumöl als Naturheilmittel

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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