Wegen zahlreicher Beschwerden wird die Lehrveranstaltung zur Homöopathie an der MedUni Wien nicht mehr abgehalten.

Markus Müller, der Rektor der MedUni Wien, kommentiert die Entscheidung auf der Fachplattform nextdoc folgendermassen:

„Die MedUni Wien ist als international sichtbare, österreichische Leitinstitution dem Prinzip der evidenzbasierten Medizin verpflichtet. Patienten sollten daher ausschließlich nachvollziehbare und wissenschaftsbasierte Heilverfahren angeboten werden.”

Die MedUni Wien biete daher „kein Angebot alternativmedizinischer Ideen“.

Quelle:

https://kurier.at/gesund/meduni-wien-streicht-homoeopathie-aus-dem-lehrplan/400333533

 

Kommentar & Ergänzung:

Meiner Ansicht nach ist es durchaus nützlich, wenn angehende Medizinerinnen und Mediziner ein Basiswissen über Methoden der Komplementärmedizin bekommen, da sie in der Praxis mit solchen Konzepten in Kontakt kommen werden. Klar ist aber auch, dass es dabei neben der Vermittlung von Grundlagenwissen durchaus um eine kritische Auseinandersetzung gehen sollte, und nicht nur um eine Werbeplattform für bestimmte Methoden. Wichtig wäre auch, dass die Studierenden einen konstruktiv-kritischen Umgang mit komplementärmedizinischen Verfahren lernen würden. Denn  diffamieren geht nicht, ignorieren geht auch nicht, und anbiedern ist unappetitlich.

Die Lehrveranstaltung an der MedUni Wien wurde bisher geleitet vom Homöopathen Michael Frass, der meines Erachtens keine Gewähr bietet für eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Homöopathie, weil er viel zu stark von der Methode eingenommen ist und damit zuwenig Distanz hat. Das zeigen eindrücklich die Diskussionen zwischen Michael Frass und Norbert Aust (hier).

Insofern scheint es mir angemessen, diese Lehrveranstaltung abzusagen.

Das Anliegen, dass Studierende der Medizin etwas mitbekommen sollten von den Konzepten der Komplementärmedizin und in die Lage sein Die Lehrveranstaltung an der MedUni Wien wurde bisher geleitet vom Homöopathen Michael Frass, der meines Erachtens keine Gewähr bietet für eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Homöopathie, weil er viel zu stark von der Methode eingenommen ist und damit zuwenig Distanz hat. Das zeigen eindrücklich die Diskussionen zwischen Michael Frass und Norbert Austsollten, mit komplementärmedizinisch ausgerichteten Patientinnen und Patienten einen konstruktiven Umgang zu finden, ist aber nach wie vor wichtig.