Auf meinen Kräuterwanderungen kommt immer mal wieder die Frage auf, ob Arnika geschützt ist. Die Frage ist nicht einfach mit Ja oder Nein zu beantworten, weil beim Pflanzenschutz kantonale Unterschiede bestehen. So auch bei Arnika.

Laut dem Portal infoflora.ch ist Arnika in der Schweiz vollständig geschützt in den Kantonen:

Appenzell Innerrhoden

Neuenburg

Waadt

Zürich

Teilweise geschützt ist Arnika in den Kantonen:

Appenzell Ausserrhoden

Bern

Freiburg

Obwalden

St. Gallen

Die Frage, ob Arnika geschützt ist,….

…..müsste man also beantworten mit: “Kommt drauf an wo”.

Und man müsste die entsprechenden Naturschutz-Verordnungen konsultieren, um auf die jeweilige Region bezogen herauszufinden, in welcher Art und Weise Arnika geschützt ist. Dass solche Naturschutz-Regeln befolgt werden sollten, steht ausser Diskussion. Allerdings sollte im Umgang mit Pflanzen auch der gesunde Menschenverstand eine Rolle spielen. Wenn von einer Pflanze an einem bestimmten Standort nur 3 Exemplare wachsen, dann es es in der Regel angebracht, keine davon zu pflücken, auch wenn sie nicht unter Naturschutz steht. Und wenn es an einem  bestimmten Standort 1000 Exemplare hat, dann wird man diesen Bestand nicht ausrotten, wenn man 3 davon mitnimmt, unabhängig davon, ob die Pflanze unter Naturschutz steht oder nicht. Wenn allerdings dann 100 Leute je drei Pflanzen pflücken würden, dann wäre das wiederum einschneidend….

Obwohl in manchen Gebieten Arnika geschützt ist, wird die Pflanze in vielen Bergregionen zum Ansetzen von Arnikatinktur bzw. Arnikaschnaps verwendet.

Unterscheidungsmerkmale zwischen Arnika und Gemswurz

Mir fällt allerdings auf den Kräuterwanderungen auf, dass Arnika (Arnica montana) nicht selten mit anderen gelben Körbchenblütlern (Asteraceen) verwechselt wird, zum Beispiel mit Gemswurz oder Gemswurz-Kreuzkraut. Die Unterscheidungsmerkmale sind allerdings sehr klar. Vor allem trägt Arnika die Blätter am Stängel gegenständig, während alle ernsthaften Verwechslungskandidaten wechselständig sind.

Für mich spielt es keine Rolle, ob Arnika geschützt ist oder nicht. Wenn ich einen Arnika-Gel brauche für Verstauchungen, Quetschungen etc., dann kaufe ich mir ein entsprechende Präparat in der Apotheke oder Drogerie. Ich brauche die Pflanze nicht in der Natur zu pflücken und freue mich einfach an den schönen Arnikabeständen, die ich zum Beispiel jeden Sommer auf den Kräuterwanderungen in Lenk, Mürren oder Feldis antreffe. Sehr grosse Arnika-Bestände habe ich diesen Sommer während der Kräuterwanderung auf der Melchsee-Frutt gesehen.

Wer Pflanzen in der Natur kennenlernen möchte, kann das auf meinen Kräuterwanderungen.