Ich kann es jetzt bald nicht mehr hören, das immer noch wiederkehrende Geraune in manchen Kreisen, dass Corona schliesslich nicht gefährlicher sei als eine normale Grippe. Leider kommt dieses Gerede verstärkt auch aus Kreisen der Naturheilkunde und Alternativmedizin, angeheizt von einzelnen irregeleiteten Wissenschaftlern und Ärzten wie Sucharit Bhakdi, dessen Behauptungen schon x-mal widerlegt wurden. Aber leider kommen Fakten nicht an bei Leuten, die es vorziehen, den Kopf in den Sand zu stecken. Ein globales Problem wie eine Pandemie löst man aber nicht, indem man vor ihm die Augen verschliesst und so tut, als ob es nicht eistieren würde. Solche Probleme können nur gemeinsam gelöst werden und dazu muss man genau hinschauen.

Um zu sehen, dass Corona nicht einfach wie eine normale Grippe ist, genügt schon ein Blick in andere Weltregionen., aber auch ein Blick in die laufend verbesserten Erkenntnisse über Covid-19. Beispielhaft nachfolgend dazu einige Meldungen. Leute, die tief im Kaninchenbau der Verschwörungstheorien stecken, werden sich davon aber nicht überzeugen lassen. Sie werden sagen, dass «die Medien» sowieso lügen und dass man denen sowieso nicht glauben kann. Dafür glauben sie dann blind irgendwelchen YouTube-Filmchen, in denen zum Beispiel ein Fitnesscoach die Pandemie für nicht existent erklärt. Kurz gesagt: Sie fahren auf die rechtsradikale Verschwörungstheorie der «Lügenpresse» ab. Und all die Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen sind gar nicht an Covid erkrankt, sondern «Krisenschauspieler». Wer soweit ist, dem ist nicht mehr zu helfen.

Aber für alle anderen, die offen sind für Meldungen aus Medien, die noch nach journalistischen Standards arbeiten, hier ein paar Beiträge:

Nein, Corona ist nicht vergleichbar mit einer normalen Grippe:

CORONA IN BRASILIEN: Der Lunge der Welt geht der Sauerstoff aus     (Welt online)

«In Manaus, inmitten des Regenwalds, kann die drastisch gestiegene Zahl an Covid-19-Patienten kaum noch beatmet werden. Ärzte und Schwestern kämpfen mit Handpumpen um das Leben der Patienten. Die erwartete Herdenimmunität ist nicht eingetreten.»

☛ »Tatort«-Schauspieler über Covid-19-Erkrankung: »Ich wusste nicht mal mehr, wo ich wohne« (Spiegel)

«Gerade erst war Roland Riebeling wieder im Kölner “Tatort” zu sehen. Im echten Leben kämpfte der Schauspieler zuletzt mit den Folgen einer Covid-19-Erkrankung – “das war wie Demenz”….Ihm seien manchmal bestimmte Worte oder Adressen nicht mehr eingefallen, so der 42-Jährige. “Ich wusste nicht mal mehr, wo ich wohne. Dazu kam so eine wahnsinnige Abgeschlagenheit. So krank war ich wirklich noch nie.”»

Corona-Krise in Großbritannien: Krankenwagen warten bis zu neun Stunden vor der Notaufnahme  (Zeit online)

«In Großbritannien breitet sich die neue Variante des Coronavirus unkontrolliert aus. Die Regierung fleht die Bevölkerung an, sich endlich an die Maßnahmen zu halten.»

Coronakrise in Sachsen und Thüringen: Regierungschefs räumen Fehler ein (Spiegel online)

«Während der Pandemie habe sein Land zu zögerlich agiert, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer in einem Interview. Erst Besuche in Krankenhäusern hätten ihm die Dramatik der Lage bewusst gemacht……Zuvor hatte auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) Fehler eingestanden. Er bedauere seinen früheren Widerstand gegen härtere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie….Im Sommer und Herbst hatte sich Ramelow gegen stärkere Einschränkungen gewandt. Im Rückblick sei das falsch gewesen…..Er habe sich zu lange von »der irrigen Hoffnung leiten lassen«, ein weicher Lockdown könne die Welle brechen. ‘Die Kanzlerin hat es immer wieder in aller Deutlichkeit gesagt, aber im Kreise der Ministerpräsidenten wollte man es nicht so recht hören – auch ich nicht’, sagte Ramelow. Die ständigen Mahnungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe er ‘als Belästigung empfunden’. Heute müsse er jedoch sagen: ‘Die Kanzlerin hatte recht, und ich hatte Unrecht’.»

☛ Langzeitfolgen von Corona: Studie: Symptome noch nach sechs Monaten  (n-tv)

Die meisten Corona-Erkrankten spüren auch ein halbes Jahr nach der Infektion noch mindestens ein Symptom. Das zeigt eine Langzeitstudie aus Wuhan, dem Ursprungsort des Virus. Demnach handelt es sich vor allem um Müdigkeit und Muskelschwäche. Doch bei vielen Ex-Patienten blieb es nicht nur dabei.»

Krisenzustand in Los Angeles: Alle 15 Minuten stirbt ein Mensch an Covid-19 (n-tv)

«Die Krankenhäuser sind voll, der Sauerstoff ist knapp und Patienten mit geringer Überlebenschance sollen nicht mehr in Kliniken gebracht werden. Das Personal in den Krankenhäusern von Los Angeles ist am Limit – besonders in den ärmeren Vierteln. Wie dramatisch die Situation ist, verdeutlicht die Zahl der Corona-Toten.»

Long Covid: Von Covid-19 genesen – aber noch sechs Monate später Symptome                        (Spiegel online)

«Eine Studie mit Hunderten der ersten Covid-19-Patienten aus Wuhan zeigt: Auch ein halbes Jahr nach der Erkrankung leidet ein Viertel von ihnen noch unter Symptomen wie Müdigkeit, Schlafstörungen, Depressionen.»

Neurologische Komplikation: Covid-19 begünstigt Guillain-Barré-Syndrom   (n-tv)

«Was Mediziner zuerst nicht für möglich halten, ist nun Realität: Sars-CoV-2 reiht sich in die Liste der Krankheitserreger ein, die das Guillain-Barré-Syndrom auslösen können. Auch wenn das bisher selten vorkommt, ist es doch eine ernst zu nehmende Komplikation.»

Nein, Corona ist wirklich nicht vergleichbar mit einer normalen Grippe:

Corona: Mikrothrombosen auch bei Kindern   (scinexx)

«Biomarker deuten auf Gefäß- und Nierenschäden auch bei asymptomatischen Infektionen hin. Unbemerkte Schäden: Die Coronavirus-Infektion kann auch bei Kindern die Blutgefäße und Nieren angreifen – selbst wenn die Kinder symptomlos oder nur leicht erkrankt sind. Darauf deutet die Erhöhung eines Biomarkers im Blut hin, der auf Schäden an den Gefäßen und auf Mikrothrombosen hinweist. Die Forscher schließen daraus, dass die Infektion mit SARS-CoV-2 auch bei Kindern das Blutgerinnungssystem, die Gefäßwände und auch die Nieren in Mitleidenschaft zieht.»

Wie sich Covid-19-Patienten in der Reha erholen   (Südkurier)

«Schlaganfälle, Müdigkeit, Lähmungen – das Corona-Virus greift nicht nur die Atemwege an, sondern auch Herz, Nieren und Nerven. Mit Depressionen und ausgeprägten Ängsten haben viele lange zu kämpfen.»

London ruft Großlage aus – Virus “außer Kontrolle”    (n-tv)

«Spitzt sich die Corona-Lage in London weiter so rasant zu, werden innerhalb weniger Wochen Tausende Betten in den Krankenhäusern fehlen. Londons Bürgermeister ruft einen “major incident” aus. Es ist ein Hilferuf inmitten eines absoluten Krisenzustands.»

Weitere Texte zum Thema Corona auf dieser Website:

Freiheit in Corona-Zeiten

Corona-Impfung – Ja oder Nein?