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Anthroposophische Medizin ins Medizinstudium – offene Fragen (1)

Gesellschaftliches

Avatar-FotoMartin Koradi01.03.2010

SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher (TG) fordert mit einer parlamentarischen Initiative im Nationalrat die Integration der Komplementärmedizin ins Medizinstudium (Mitunterzeichnende siehe Anhang), wobei es auch um die Anthroposophische Medizin geht. Dieses Anliegen ist auf den ersten Blick sympathisch.

Ein zweiter Blick zeigt aber viele Fragwürdigkeiten.

Das fängt schon damit an, dass es sehr problematisch ist, pauschal von “Komplementärmedizin” zu sprechen. Differenzierung wäre gefragt. Unter dem Etikett “Komplementärmedizin” finden sich sehr unterschiedliche Theorien und Überzeugungssysteme. Eine offene Diskussion darüber fehlt und ist meiner Ansicht nach überfällig.
Siehe dazu auch:
Komplementärmedizin – ein fragwürdiger Begriff
https://heilpflanzen-info.ch/cms/2010/01/30/komplementaermedizin-ein-fragwuerdiger-begriff.html

 

Zu fragen wäre etwa, welche Grundhaltungen und Werte angehende Mediziner und Medizinerinnen im Studium lernen sollen? Welche “komplementären” Ansätze wollen wir? Diese inhaltliche Auseinandersetzung vermeiden meinem Eindruck nach die Unterzeichner dieser parlamentarischen Initiative. Komplementärmedizin undifferenziert und pauschal gut zu finden scheint mir ziemlich naiv und zudem ein bisschen fundamentalistisch angehaucht.

Keine Remoralisierung von Krankheit und Behinderung!

Anthroposophische Medizin zum Beispiel basiert auf der Kernüberzeugung, dass Krankheit und Behinderung durch moralisches Versagen in einem früheren Leben verursacht wird (Karma).
Siehe dazu:
https://heilpflanzen-info.ch/cms/2009/05/01/abstimmung-komplementaermedizin-kritische-fragen-an-simonetta-sommaruga-zur-foerderung-der-anthroposophischen-medizin.html

Meiner Ansicht nach ist es eine der bedeutendsten Errungenschaften der Moderne, dass Krankheit und Behinderung nicht mehr mit Schuld und moralischem Versagen verknüpft sind. Wenn nun eine staatliche Förderung für die Anthroposophische Medizin verlangt wird, ist damit auch ein Schritt in Richtung einer Remoralisierung von Krankheit und Behinderung verbunden.

Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit sind ebenfalls wichtige Errungenschaften der Moderne. Jeder Mensch darf daher im Sinne der Anthroposophie glauben, dass beispielsweise Lügenhaftigkeit im nächsten Leben eine Behinderung auslöst.

Es fragt sich nur, ob unsere Medizinstudentinnen und -studenten im Studium solch fragwürdige Überzeugungen lernen sollen (dringender wäre ja vielleicht mehr Training von Patientengesprächen).

Erstaunlich ist für mich vor allem, dass ausgerechnet die Sozialdemokratische Partei (SPS) und die Grünen (GPS), die sich beide so behindertenfreundlich geben, ausgesprochen undifferenziert und unreflektiert für diese Remoralisierung von Krankheit und Behinderung eintreten.

Mich würde sehr interessieren, was genau inhaltlich nach Ansicht von SPS und GPS in den Vorlesungen über Anthroposophische Medizin vermittelt werden soll. Da sich die Anthroposophische Medizin praktisch ausschliesslich an ihrer Führerfigur Rudolf Steiner orientiert, gehören dessen Aussagen zu Gesundheit und Krankheit zweifellos in eine solche Vorlesung, auf dass zukünftige MedizinerInnen damit vertraut werden.

Mein Vorschlag für den Bereich Embryologie:

“Sehen Sie, wenn heute eine schwangere Frau gerade fragen würde, was man ihr zu lesen geben will – es gibt ja nichts! Man kann auch eigentlich schon zu gar nichts raten! Neulich bin ich in Basel in eine Buchhandlung gekommen, da fand ich das neueste Programm dessen, was gedruckt wird: ein Negerroman, wie überhaupt jetzt die Neger allmählich in die Zivilisation von Europa hereinkommen! Es werden überall Negertänze aufgeführt, Negertänze gehüpft. Aber wir haben ja sogar schon diesen Negerroman.

Er ist urlangweilig, greulich langweilig, aber die Leute verschlingen ihn. Ja, ich bin meinerseits davon überzeugt, wenn wir noch eine Anzahl Negerromane kriegen, und wir geben diese Negerromane schwangeren Frauen zu lesen, in der ersten Zeit der Schwangerschaft namentlich, wo sie heute ja gerade solche Gelüste manchmal entwickeln können – wir geben diese Negerromane den schwangeren Frauen zu lesen, da braucht gar nicht dafür gesorgt zu werden, dass Neger nach Europa kommen, damit Mulatten entstehen; da entsteht durch rein geistiges Lesen von Negerromanen eine ganze Anzahl von Kindern in Europa, die ganz grau sind, Mulattenhaare haben werden, die mulattenähnlich aussehen werden!

So dass man sagen kann:

Man beachtet eben heute gar nicht dasjenige, was in der geistigen Kultur enthalten ist. Es ist eben so, dass eine gesunde Erziehung auch allmählich in alles hineingehen wird, was wir lesen oder was wir uns erzählen lassen. Und da werden zum Beispiel einmal vielleicht, wenn man das beachtet, was Anthroposophie sagt, Romane entstehen für Schwangere. Wenn die Schwangeren diese lesen werden, werden sie schöne Menschen wieder vor sich haben, und die schönen Menschen werden aber auch geboren werden zu starken und schönen Menschen.

Denn während der Schwangerschaft ist das Weib zugleich durch das, was sie im Kopfe tut, die Veranlassung zu der Tätigkeit, die in ihrem Unterleib vor sich geht. Sie macht die Formen des Kindes aus dem, was sie sich vorstellt, was sie empfindet, was sie will.
Und da, meine Herren, wird Geisteswissenschaft überhaupt handgreiflich. Da wird es so, dass man nicht mehr sagen kann: Das Geistige hat keinen Einfluss auf den Menschen.”

(Rudolf Steiner, Über Gesundheit und Krankheit, GA Band 348, S. 185, Vortrag vom 30. 12. 1922)

Wie viele hässliche oder gar behinderte Menschen könnten verhindert werden, wenn Gynäkologinnen und Gynäkologen über solch anthroposophische Grundsätze informiert wären und den werdenden Müttern passende (anthroposophische) Literatur verordnen könnten….

Und Frauen, die hässliche oder missgestaltete Kinder gebären, hatten während der Schwangerschaft wohl einfach das Falsche im Kopf….

Solche Erkenntnisse aus höheren Welten gehören unbedingt ins Medizinstudium….meinen offenbar die Sozialdemokratische Partei (SPS) und die Grüne Partei (GPS), welche leider an diesem Punkt ziemlich blind agieren.
Nein, so etwas natürlich nicht – werden SPS und GPS bestimmt sagen.
Aber was dann stattdessen, liebe SPS und GPS? Ich bin gespannt auf konkrete Vorschläge, und werde meinerseits gerne weitere liefern.

P.S. Beim “Negerroman”, den Rudolf Steiner so grässlich fand, soll es sich um den Roman “Batouala” von René Maran handeln, welcher inzwischen in der Reihe “Manesse Bibliothek der Weltliteratur” neu veröffentlicht worden ist.
Besprechung: https://www.afrikaroman.de/buch/rezensionen/autor_maran.php

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

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Anhang:

Mitunterzeichnende der parlamentarischen Initiative von Nationalrätin Edith Graf-Litscher (TG):
Ruedi Aeschbacher, Evi Allemann, Josiane Aubert, Martin Bäumle, Didier Berberat, Daniel Brélaz, Marina Carobbio Guscetti, Max Chopard-Acklin, André Daguet, Walter Donzé, Hildegard Fässler-Osterwalder, Jacqueline Fehr, Hans-Jürg Fehr, Mario Fehr, Oskar Freysinger, Bastien Girod, Alice Glauser-Zufferey, Bea Heim, Francine John-Calame, Marianne Kleiner, Christian Levrat, Ricardo Lumengo, Ada Marra, Fabio Pedrina, Katharina Prelicz-Huber, Jean-Claude Rennwald, Stéphane Rossini, Maria Roth-Bernasconi, Silvia Schenker, Carlo Sommaruga, Jean-François Steiert, Hans Stöckli, Doris Stump, Adèle Thorens Goumaz, Andy Tschümperlin, Christian van Singer, Alec von Graffenried, Eric Voruz, Hansjörg Walter, Marie-Thérèse Weber-Gobet, Reto Wehrli, Thomas Weibel, Hans Widmer, Brigit Wyss, Josef Zisyadis.

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