Am 20. August 2011 eröffnete Bundesrätin Doris Leuthard zusammen mit dem Zürcher Regierungsrat Markus Kägi in Flaach (ZH) das Naturzentrum Thurauen. Zugleich wurde der Abschluss der ersten Etappe des Thurauenprojekts gefeiert. Doris Leuthard würdigte das Auen-Projekt als «Musterbeispiel für Konsenspolitik».

Alle Beteiligten hätten sich zusammengerauft und nach einer Lösung gesucht, «die für Mensch und Natur stimmt», erklärte Bundesrätin Doris Leuthard an der Feier und hielt fest, das Projekt «Hochwasserschutz und Auenlandschaft Thurmündung» vereine beispielhaft die Anforderungen an den Hochwasserschutz mit den Bedürfnissen der Natur und der Nutzung der Thurauen als Erholungsgebiet.

Durch die Renaturierung der Thur kann der Fluss seinen Lauf auf den untersten Kilometern bis zur Einmündung in den Rhein mehr oder weniger selber bestimmen. Ökologische Aufwertungen haben zudem dafür gesorgt, dass seltene Tierarten in das grösste Auengebiet des Mittellandes zurückgekehrt sind. Zum Beispiel wurden Ausbuchtungen und Kiesbänke geschaffen.

Mit dem Abschluss der ersten Etappe seien die wichtigsten Massnahmen realisiert worden, sagte Regierungsrat Markus Kägi. Die Natur kann jetzt das Werk fortsetzen. Das heisst jedoch nicht, dass sich Mensch und Natur in den Thurauen hemmungslos austoben können. Ranger sorgen zum Beispiel dafür, dass Besucher die Verhaltensregeln in den Schutzgebieten einhalten.

Mit der Renaturierung der Thurmündung wurde 2008 gestartet. Die Gesamtkosten des Renaturierungsprojekts belaufen sich auf 53,6 Millionen Franken. Mit der Realisierung der zweiten Etappe bis im Jahr 2020 sollen unter anderem weitere Landwirtschaftsflächen vor Hochwasser geschützt und ein Badestrand gebaut werden.

Quelle:

http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/08/20/Schweiz/Doris-Leuthard-feiert-Renaturierung-der-Thur

 

Kommentar & Ergänzung: Die Thurauen zwischen Eggrank und Thurmündung

Die Thurauen zwischen Eggrank und Thurmündung seien das grösste Auengebiet des Schweizer Mittellandes, schreibt das Naturzentrum Thurauen. Doch nicht die Grösse allein mache dieses Gebiet einzigartig, sondern vor allem die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt – und die Revitalisierung.

In den Thurauen leben über 50 Vogelarten und über 50 Schmetterlingsarten.  Laubfrosch und Springfrosch finden hier wichtige Laichgebiete und mehrere Biberfamilien ein Zuhause. Bei den Pflanzen stechen hauptsächlich die imposanten Silberweiden, die verschiedenen Orchideen oder der gefranste Enzian ins Auge. Dieser Artenreichtum ist einer Vielzahl von unterschiedlichsten Lebensräumen auf engstem Raum zu verdanken, was charakteristisch ist für Flussauenlandschaften.

Das Naturzentrum Thurauen schreibt:

„Durch die Revitalisierung wurde die Dynamik der Thur im Mündungsbereich wieder hergestellt. Das heisst, dass der Fluss mit seiner eigenen Kraft die Landschaft gestalten kann und den Auenwald wieder regelmässig überschwemmt. Zusätzlich wurden neue Tümpel angelegt und Altarme ausgebaggert. Ein Teil des Waldes wurde als Waldreservat ausgeschieden und wird nun sich selbst überlassen. Im Lichten Wald hingegen wird die offene Struktur sorgfältig gepflegt. Dank diesen Massnahmen werden die seltenen Arten gezielt gefördert, so dass sie stabile Populationen aufbauen können. Es kehren aber auch Arten in die Thurauen zurück, die bereits verschwunden waren, zum Beispiel der Flussregenpfeifer.“

Auch der Mensch profitiere von der Revitalisierung. Ellikon am Rhein und das Flaacherfeld seien nun besser vor Hochwassern geschützt und den Besucher erwarte ein kleines Stück Wildnis mitten im Weinland. Attraktive Einrichtungen wie der Aussichtsturm oder das Naturzentrum bieten zudem ganz neue Möglichkeiten, die Thurauen zu entdecken.

Quelle: http://www.thurauenzentrum.ch/content-n181-sD.html

Weitere Infos: www.thurauenzentrum.ch

Auenlandschaften sind sehr bedroht. Sie wurden durch Kanalisierung der Flüsse stark zurückgedrängt. Es ist sehr erfreulich, dass nun die wichtige Funktion von Auen im Hochwasserschutz zunehmend erkannt wird. Das eröffnet Möglichkeiten, Hochwasserschutz und Auenschutz unter einen Hut zu bringen.

Auenlandschaften sind nämlich nicht nur eine Augenweide, sie beherbergen zudem eine grosse Vielfalt an Tierarten und Pflanzenarten.

 

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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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