Die Wochenzeitung „Die Zeit“ publizierte einen informativen Text zum Thema riskante esoterische Psychokurse. Zur Reinkarnationstherapie schreibt „Die Zeit“:

„Die Reinkarnationstherapie, die auch von einigen Sekten praktiziert wird, gehört zu den gefährlichsten esoterischen Psychotechniken. Ihre Anbieter suchen die Ursachen für schlimme Erlebnisse in einem früheren Leben des Betroffenen: Ihm widerfahre das, was er einst anderen angetan habe. Das gelte für seelische und körperliche Krankheiten ebenso wie für Straftaten. So wird etwa unterstellt, missbrauchte Kinder »suchen sich dieses Opfererlebnis«, weil sie in einem früheren Leben selbst Kinder missbraucht hätten. Um sich von der Belastung der Vergangenheit zu befreien, müsse man nur gedanklich in das frühere Leben reisen und das Trauma oder die Tat erneut durchleben. Die »Therapeuten« setzen dafür verschiedene Entspannungstechniken ein, manchmal auch das Rebirthing.

Ob es eine Wiedergeburt wirklich gibt, ist zwar eine Glaubensfrage, die jeder für sich beantworten muss. »Riskant ist aber die Vermischung mit Psychotherapie«, sagt die Psychotherapeutin Uta Bange von der Sekten-Info Nordrhein-Westfalen. Denn die Gefühle, die der Patient während der Rückführung »erinnert«, sind authentisch und stammen oft aus Erlebnissen, die verdrängt wurden. »Hier besteht die Gefahr einer Retraumatisierung«, sagt Bange: Der Betroffene wird von den Bildern überschwemmt und fühlt sich wieder genauso schlecht wie kurz nach dem traumatisierenden Erlebnis. Hinzu kommt das Risiko, sich selbst grausamer Taten zu bezichtigen.“

Quelle:

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2011/04/Dossier-Esoterik-Seelenpfuscher/seite-1

Kommentar & Ergänzung:

Ich habe mich mehr als 10 Jahre sehr intensiv mit Psychotherapie befasst und mehrere Ausbildungen in diesem Bereich absolviert. In dieser Zeit ist mein Respekt vor dieser Arbeit eher gestiegen, was wohl mit dazu beigetragen hat, dass mein Weg in eine andere Richtung weiter gegangen ist.

Mich entsetzt aber umso mehr, wie heute im Grenzbereich von Psychotherapie, Esoterik  und Komplementärmedizin nicht selten Leute „Psychotherapie“ anbieten, die keinerlei Ausbildung und Qualifikation für diese Arbeit haben. Ich weiss, Ausbildung allein macht nicht immer einen Behandlungserfolg. Es gibt auch ebenso wichtige menschliche Qualitäten, die unabhängig von Ausbildungen sind.

Aber ohne fachlich fundierte Ausbildung in der Psyche anderer Menschen herumzustochern ist genauso mit Risiken verbunden wie die Behandlung durch einen hochstaplerischen „Arzt“ ohne Medizinstudium.

Und gerade im Bereich der Reinkarnationstherapie sehe ich nicht selten Heilerinnen  und Heiler, die viel Sendungsbewusstsein, sehr viel Selbstüberschätzung, aber keinen fachlichen Boden haben. Selbst „Traumatherapie“ trauen sich manche ohne weiteres zu und arbeiten damit mit Menschen in sehr kritischen Phasen, was ich für grob fahrlässig halte.

Für Konsumentinnen und Konsumenten ist es alles andere als einfach, seriöse Angebote von Nutzlosem oder gar Fahrlässigem zu unterscheiden. Und das nicht nur im Bereich Psychotherapie, sondern auch rund um Komplementärmedizin und Naturheilkunde, weil hier eine Qualitätssicherung praktisch nicht existiert.

Hier dazu ein paar Tipps:

Komplementärmedizin – woran Sie fragwürdige Aussagen erkennen

Komplementärmedizin – Qualität und Quacksalberei

Phytotherapie-Ausbildung: Gedanken zur Qualitätssicherung

Heilpflanzen-Kurse: Die Checkliste – so prüfen Sie Qualität

Esoterikfreie Pflanzenheilkunde – warum?

Bei individuellem Klärungsbedarf sind möglicherweise auch die Eidberger Gedankengänge eine Option.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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