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Esoterik und Nationalsozialismus

Gesellschaftliches

Avatar-FotoMartin Koradi07.10.2011

Der Film „Adolf Hitler – Wahn und Wahnsinn“ berichtet von einem Thema, das sehr wenig bekannt ist: Die Nationalsozialisten bezogen wesentliche Teile ihrer Ideologie aus esoterischen Quellen.

Heinrich Himmler, Reichsführer-SS, war beispielsweise ein fanatischer Esoteriker. Er wollte das Deutsche Volk zur Urreligion der Germanen zurückführen und errichtet im ganzen Land okkulte Stätten.

Heinrich Himmler war ein Anhänger der indisch-buddhistischen Karma-Lehre. Sie war für ihn ein tiefes Glaubensdogma, auf das er immer wieder zu sprechen kam, und das er mehrmals für die Sinndeutung der eigenen Existenz in Anspruch nahm.

Die Bhagavadgita, die zentrale Schrift des Karma-Yoga, soll Himmler so geschätzt haben, dass er sie ständig bei sich trug.

Heinrich Himmler verglich Hitler mit dem in diesem Lehrgedicht auftretenden Gott Krishna.

Die Bhagavadgita liest sich fast wie ein Katechismus für die SS. Viele NS-Ideologen nahmen daher auf diese indische Kriegerschrift immer wieder Bezug.

Die Philosophie der Bhagavadgita wurde nach dem Kriege von rechtsextremer Seite als Legitimation von Auschwitz herangezogen.

Der Stellvertreter Adolf Hitlers, Rudolf Hess, war Mitbegründer der okkulten Thule-Gesellschaft. Hitler selber kam über die Deutsche Arbeiterpartei in Kontakt mit Okkultismus. Die Nazis setzten auf Merkmale okkulter Bewegungen, um den Führungsanspruch der Arier zu belegen – mit verheerenden Folgen!

Reichshammerbund, Germanenorden, Thule-Gesellschaft – diese okkulten, antisemitischen Vereinigungen lieferten mit ihrer rassischen Ideologie den Nährboden für die Deutsche Arbeiterpartei und ihre Nachfolgerin, die NSDAP. Sie nutzten u. a. alte germanische Rituale und Symbole – das Hakenkreuz -, um das Deutsche Volk zu einer Rückbesinnung auf seine angeblich arischen Wurzeln zu bewegen. Der Film „Hitler – Wahn und Wahnsinn“ ist hier auf Youtube zu sehen:

Noch weniger bekannt ist die enge Verbindung von Nationalsozialismus und Naturheilkunde im „Dritten Reich“.

Im „Dritten Reich“ wurde die Naturheilkunde stark gefördert. Vollwerternährung und Vegetarismus wurden staatlich stark propagiert. Führende Nationalsozialisten wie Hess, Himmler und Streicher standen der Homöopathie oder Anthroposophie nahe und förderten entsprechende Projekte. Im KZ Dachau erstellten und bewirtschafteten Häftlinge unter brutalen Bedingungen riesige Heilpflanzenplantagen. In Dachau und Buchenwald wurden schlimme Menschenversuche mit Naturheilmitteln durchgeführt.

Zu denken gibt in diesem Zusammenhang vor allem, dass Nationalsozialismus und Naturheilkunde an vielen Punkten ideologisch sehr kompatibel waren, zum Beispiel bei den Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit.

Das ist einer der Gründe dafür, warum es Sinn macht, auch heute dieses Thema genauer unter die Lupe zu nehmen.

Das Tagesseminar „Nationalsozialismus und Naturheilkunde“ informiert über die vorhandenen Fakten, nennt Personen, Firmen, Vorgänge und Verbindungen. Es schärft aber auch unseren Blick für die Gegenwart, wo im Grenzbereich von Naturheilkunde und Esoterik fast unbemerkt und kaum hinterfragt antidemokratisches, menschenverachtendes oder gar „braun“ angehauchtes Gedankengut aufkommt.

Weitere Informationen auch hier:

Karma-Yoga: Abschaffung jeder Ethik?

Esoterikfreie Pflanzenheilkunde warum?

Ausserdem:

Übersicht meiner eigenen gesellschaftspolitischen Texte und Buchempfehlungen.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

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Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

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