Menschen, die Vitamin-Pillen und andere Nahrungsergänzungsmittel konsumieren, führen ein ungesünderes Leben. Das haben der taiwanesische Psychologe Dr. Wen-Bin Chiou und sein Team in Experimenten herausgefunden.

In den Versuchen konnten die Probanden entscheiden, ob sie ein Scheinmedikament oder ein Nahrungsergänzungsmittel einnehmen wollten. Was die Teilnehmenden nicht wussten: Alle bekamen ein Placebo verabreicht. Im Anschluss neigte gerade diejenige Gruppe zu ungesundem Verhalten, die glaubte Vitamin-Pillen eingenommen zu haben. Psychologe Dr. Wen-Bin Chiou stellte fest, dass jene Gruppe sich für das ungesündere Essen entschied. Weiterhin zogen diejenigen Testpersonen, die im Glauben waren, dass sie Vitaminpillen einnehmen,  ungesunde Aktivitäten wie Sonnenbaden und exzessives Feiern gesunden Tätigkeiten wie Yoga oder Radfahren vor.

Vitamine, Spurenelemente und andere Nahrungsergänzungsmittel werden im allgemeinen als gesundheitsfördernd angesehen. Anscheinend verbuchten die Probanden der Experimente die Einnahme der Nahrungsergänzungsmittel zunächst als Guthaben auf ihrem Gesundheits-Konto. Mit dem Plus auf dem Konto empfanden sie ihre Gesundheit in robustem Zustand. In der Folge “gönnten” sie sich dann eine ungesunde Lebensweise. Die Resultat: Unterm Strich führten sie ein ungesünderes Leben als jene Menschen, die von vornherein keine Vitamin-Pillen eingenommen hatten.

Dieser psychologische Effekt könnte möglicherweise erklären, weshalb der wachsende Markt für Nahrungsergänzungsmittel nicht mit einem verbesserten Gesundheitszustandes der Bevölkerung einhergeht.

Quelle:

http://www.aponet.de/aktuelles/kurioses/ungesuender-leben-mit-vitamin-pillen.html

Kommentar & Ergänzung:

Ich bin schon seit langem der Ansicht, dass wir es beim grössten Teil der konsumierten Nahrungsergänzungsmittel mit einer Art Ablasshandel zu tun haben.

Siehe:

Anzeichen für Quacksalberei

US-Studie: Vitaminpräparate sind nutzlos in der 2. Lebenshälfte

Nicht nur Vitamine, Mineralsalze und Spurenelemente dienen oft der Kompensation eines „schlechten Gewissens“ (das uns nicht selten von Herstellern eingeredet wird). Auch Präparate aus der Pflanzenheilkunde und aus der Komplementärmedizin werden zu diesem Zweck propagiert und konsumiert.

Es handelt sich immer um Präparate, die stark mit Gesundheitserwartungen aufgeblasen sind.

Im Bereich der Pflanzenheilkunde ist das zum Beispiel der Fall bei:

Schwedenbitter / Schwedenkräuter, Aloe-vera-Produkte, Grüntee,

Das bedeutet nicht, dass solche Produkte nicht auch sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten haben könnten. Fragwürdig ist nur, wenn sie mit Heilungserwartungen und Gesundheitserwartungen vollgepumpt werden.

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Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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