Dazu schreibt Stephan Ruß-Mohl, Professor für Journalismus:

„Mit dem Internet und der Digitalisierung breitete sich zunächst Euphorie aus…..

Wie wir inzwischen wissen, entwickelte sich das Internet in wenigen Jahren zu einem Ort, dessen Entwicklungsdynamik eine Handvoll Konzerne bestimmen, die ohne hinreichende demokratische Kontrolle mächtiger sind als viele Staaten. Und in diesem Netz wüten und wirken gesellschaftliche Spaltpilze, die den Erwartungshorizont binnen nur eines Jahrzehnts dramatisch verändert haben….

Die Toleranz Andersdenkenden gegenüber, die Bereitschaft, sich kritisch auseinanderzusetzen, ja die Diskursfähigkeit sind gefährdet: Pauschalverdächtigungen, Beschimpfungen, Ausgrenzungen ersetzen mehr und mehr fruchtbare Diskussionen und Debatten…..

Es ist zu befürchten, dass wir – ohne es bisher so richtig gemerkt zu haben – in eine Gesellschaft ›hineintaumeln‹, die Aldous Huxleys Schöne neue Welt und George Orwell’s 1984 kongenial verbindet. Ein paar weltumspannende Konzerne ersetzen gemeinsam mit den Propagandamaschinen der Geheimdienste, mit denen sie ja ohnehin kooperieren, jenes ›Wahrheitsministerium‹, vor dem uns Orwell gewarnt hat. Zugleich ermöglichen sie uns, dass wir uns mit Facebook, Twitter, Snapchat  und Youtube zu Tode amüsieren, und sie lassen uns dabei sogar die Illusion der ›Partizipation‹ und ›Interaktivität‹. Letztlich entscheiden aber doch sie mithilfe ihrer intransparenten Algorithmen, was ein wachsender Teil der Menschheit erfährt und was nicht – überbordende Fluten von Infomüll inklusive.“

Zitat aus:

Die informierte Gesellschaft und ihre Feinde, von Stephan Russ-Mohl,

Herbert von Halem Verlag 2017

Dieses sehr informative Buch können Sie in meinem Buchshop anschauen und via buchhaus.ch bestellen (hier)

Stephan Ruß-Mohl ist Professor für Journalismus und Medienmanagement an der Universität Lugano sowie Gründer des  Europäischen Journalismus-Observatoriums (EJO).

Zum Thema Facebook, Google, YouTube & Co. sehr ergiebig ist auch das Buch von Corinna Milborn und Markus Breitenecker:

Change the Game – Wie wir uns das Netz von Facebook und Google zurückerobern  

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Die Krise der klassischen Medien sehr gut beschrieben hat Matthias Zehnder in seinem Buch:

Die Aufmerksamkeitsfalle

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Eine Zusammenfassung dieses Buches von mir gibt’s hier:

Wie Medien via Aufmerksamkeitsfalle den Populismus fördern

Diese Themen sind gesellschaftlich und politisch sehr brisant und aktuell. Es braucht breite Debatten dazu und die Ausarbeitung von Lösungen. Darüber informiert sein ist dafür eine wichtige Grundlage und diese Bücher bieten dazu das nötige Wissen