Swissmedic, die schweizerische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Medikamente, hat vor der Einnahme des Schlankheitsprodukts Esillaa gewarnt. Esillaa wird online und in verschiedenen sozialen Medien angepriesen.

Das Schlankheitsprodukt wird laut Swissmedic als pflanzlicher Tee und als pflanzliche Kapseln angeboten. Nach der Einnahme des Produkts seien bei einer Schweizer Konsumentin starke Nebenwirkungen aufgetreten, warnt Swissmedic.

Die Analyse der restlichen Beutel durch das Labor der Behörde habe gezeigt, dass es sich nicht – wie auf der Packung angegeben – um einen rein pflanzlichen Tee handelt. In den Beuteln fanden die Fachleute stattdessen ein weißes Pulver und den verbotenen sowie nicht deklarierten synthetischen Arzneistoff Sibutramin.

Die Zulassung von Arzneimitteln mit Sibutramin ruht seit dem Jahr 2010 aufgrund möglicher Risiken schwerer Nebenwirkungen. Produkte mit Sibutramin sind seitdem verboten. Er ist jedoch immer wieder undeklariert in angeblich natürlichen Schlankheitsmitteln zu finden.

Vorsicht vor Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel aus dem Internet

Swissmedic warnt davor, Arzneimittel oder auch sogenannte Nahrungsergänzungsmittel mit Heilanpreisungen außerhalb der legalen Vertriebskanäle wie Apotheken und Drogerien zu kaufen.

Die Behörde rät besonders ab vom Kauf von Arzneimitteln und Medizinprodukten aus unbekannten Quellen im Internet und über soziale Netzwerke.

Quelle:

https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/internationales/sibutramin-in-esillaa-tee-onlinehandel-mit-schlankheitsprodukten/

 

Kommentar & Ergänzung:

Solche Warnungen betreffend angeblich pflanzlichen Schlankheitsprodukten kommen in regelmässigen Abständen von Arzneimittelbehörden und sie kommen zu Recht.

Ein Produkt mit Sibutramin als pflanzlich oder natürlich zu verkaufen ist gefährlicher Betrug.

Sibutramin kann erhebliche Nebenwirkungen auslösen wie Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Übelkeit und Erbrechen, Taubheitsgefühle, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen.

Der Wirkstoff erhöht vor allem für Herz-Kreislauf-Patienten deutlich das Herzinfarkt-Risiko.

Kontraindikationen sind laut Wikipedia Schilddrüsenüberfunktion, Angina pectoris, Schlafstörungen, Bluthochdruck, Epilepsie, Herzrhythmusstörungen und Störungen der Leber- und Nierenfunktion oder bei paralleler Einnahme von Antidepressiva und Neuroleptika.

Wird der Wirkstoff Sibutramin auf der Packung nicht deklariert, werden Konsumentinnen und Konsumenten bewusst erheblichen Risiken ausgesetzt.

Man kann aber auch nicht oft genug die Warnung von Swissmedic wiederhohlen: Wer Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel aus unbekannten Quellen im Internet bezieht, setzt sich einem hohen Risiko für Fälschung und Betrug aus.

Und zu dem ist nicht alles, wo pflanzlich draufsteht, auch wirklich pflanzlich.

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