Leidet ein Kind unter chronischen Bauchschmerzen und hat der Kinder- und Jugendarzt andere Krankheiten ausgeschlossen, handelt es sich meist um ein sogenanntes Reizdarmsyndrom. In solchen Fällen können Entspannungstechniken, Joghurt und/oder Pfefferminzölkapseln die Beschwerden lindern. „Das Reizdarmsyndrom macht sich durch wiederholte leichte bis mittelstarke Schmerzen im Bereich des Bauchnabels bemerkbar. Diese Beschwerden treten in manchen Familien gehäuft auf. Vermutlich ist eine Überempfindlichkeit der Schmerznerven im Darm dafür verantwortlich. Wenn sich z.B. bei Stress die Darmbewegungen verstärken, haben betroffene Kinder ‚Bauchweh’“, sagt Dr. Monika Niehaus, Kinder- und Jugendärztin in Weimar,  Pressesprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Thüringen. Blähungen, Durchfall, aber auch Obstipation (Verstopfung) kommen häufig bei Reizdarm vor.

„Eltern sollten mit ihren Kindern Entspannungstechniken wie Atemtechniken, Yoga, Fantasiereisen üben, die helfen, von den Bauchschmerzen abzulenken und Stress zu vermeiden. Manchmal kann auch eine Verhaltenstherapie hilfreich sein. Ob Pfefferminzölkapseln für ihr Kind sinnvoll sind, darüber sollten sich Eltern beim Kinder- und Jugendarzt informieren“, empfiehlt Dr. Niehaus. „Ablenkung statt Verstärkung“ heiße das Motto. Kinder können dadurch lernen mit dem empfindlichen Darm umzugehen, während den Schmerzen selbst möglichst wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Quelle:

http://www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/aktuelles1/show.php3?id=4030&nodeid=26

Kommentar & Ergänzung:

Reizdarm ist ein sehr vielgestaltiges Phänomen, manchmal sehr belastend, doch ungefährlich, wenn andere Ursachen ausgeschlossen sind.

Hier ein paar vertiefende Informationen zum Reizdarm.

Worum handelt es sich beim Reizdarm?

„In der Medizin (Gastroenterologie) bezeichnet der Begriff Reizdarmsyndrom (RDS) eine Gruppe funktioneller Darmerkrankungen, die eine hohe Prävalenz (Krankheitshäufigkeit in der Bevölkerung) haben und bis zu 50 % der Besuche beim Spezialisten ausmachen. Das Reizdarmsyndrom kann Symptome aller möglichen Darmerkrankungen nachahmen, ist jedoch, wenn diese Erkrankungen ausgeschlossen sind, ungefährlich. Synonyme Begriffe sind Irritables Darmsyndrom (IDS) bzw. Irritable Bowel Syndrome (IBS), Reizkolon, Colon irritabile und ‚nervöser Darm’.“

(Quelle: Wikipedia)

Mit welchen Symptomen zeigt sich ein Reizdarm?

„ Symptome des Reizdarmsyndroms sind Schmerzen oder Unwohlsein im Bauchraum zusammen mit einer Veränderung in den Stuhlgewohnheiten unter Ausschluss einer strukturellen oder biochemischen Ursache. Eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit des Darmes gegenüber mechanischen Reizen ist ein sehr sensitives, weniger spezifisches Zeichen des Reizdarmsyndroms. Je nach Charakter der Schmerzen und der Stuhlgewohnheiten spricht man auch vom spastischen Kolon. Das Reizdarmsyndrom kann in verschiedene Untergruppen klassifiziert werden, dazu gehören Diarrhoe-prädominantes (Durchfall), Obstipations-prädominantes (Verstopfung) Reizdarmsyndrom und Reizdarmsyndrom mit wechselnden Stuhlgewohnheiten. Typisch ist die Überlappung mit chronischen Beckenschmerzen (ursächlich ist dafür wahrscheinlich die Fehldiagnose durch den Gynäkologen), mit Fibromyalgie (chronische Schmerzen, geistige und körperliche Erschöpfung) und psychischen Erkrankungen.“

(Quelle: Wikipedia)

Zu den Behandlungsmöglichkeiten bei Reizdarm:

„ Bei günstiger Symptomatik kann die Behandlung auf eine Diätberatung beschränkt bleiben. Bei verstopfungs-prädominanten RDS können Abführmittel eingenommen werden, bei diarrhoe-prädominantem Reizdarmsyndrom dagegen die Abfuhr hemmende Wirkstoffe. Die Wirksamkeit verschiedener anderer Ansätze, wie Pfefferminzöl, Ballaststoffe oder krampflösende Medikamente belegt eine neue Meta-Untersuchung bekannter Studien.

Als empfehlenswert haben sich wasserlösliche Ballaststoffe wie z. B. Flohsamenschalen herausgestellt. Auch pflanzliche Wirkstoffe wie Pfefferminzöl oder hochkonzentrierter Extrakt aus Melissenblättern haben sich bei Reizdarm bewährt. Es sind die darin auf den Darm beruhigend wirkenden ätherischen Öle, ebenso wie Alkaloide aus Nachtschattengewächsen (Wirkstoff: Butylscopolamin).

Neuere Präparate wie Alosetron und Tegaserod, die zurzeit (August 2011) in Deutschland noch nicht zugelassen sind, werden von der Pharmaindustrie heftig beworben, ihr Nutzen im klinischen Alltag muss sich jedoch erst zeigen. Der Hersteller Novartis hat in den USA den Verkauf des Medikamentes Zelnorm® (Wirkstoff: Tegaserod) gestoppt, das seit Juli 2002 zur Behandlung des Reizdarmsyndroms (Colon irritabile) zugelassen war. Grund ist eine aktuelle Auswertung von Studienergebnissen, die ein erhöhtes Risiko von kardiovaskulären (Herz-Kreislauf) Komplikationen gegenüber einem Placebo ergab.

Psychotherapie ist eine Behandlungsform für das Reizdarmsyndrom bei den Patienten, bei denen eine psychische Komorbidität besteht. Funktionelle Darmkrankheiten gehören zu den psychosomatischen Krankheiten und hängen von daher meist mit psychischen Prozessen zusammen. Trotzdem sind viele Patienten nicht bereit, eine solche Therapie zu beginnen. Es gibt unterschiedliche Psychotherapie-Formen, wobei die Wirkung oft unabhängig von der Therapieform ist (Psychoanalyse, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Hypnose, Gesprächstherapie, Gruppentherapie). Auch der Gebrauch von Antidepressiva ist eine Möglichkeit, z. B. Amitriptylin in niedriger Dosierung. Sie unterdrücken die Schmerzen und wirken sich bei manchen Patienten positiv auf die Darmmotilität aus.“

(Quelle: Wikipedia)

Aber konzentrieren wir uns zum Schluss auf die Phytotherapie bei Reizdarm. Im Vordergrund stehen das Pfefferminzöl (in Kapselform), es lindert Bauchkrämpfe und Bauchmerzen, sowie Flohsamen / Flohsamenschalen zur Regulation von Verstopfung und/oder Durchfall.

Weitere Info:

Pfefferminzöl bei Reizdarm schmerzlindernd

Pflanzenheilkunde bei Reizdarm: Pfefferminze, Kümmel, Fenchel, Anis, Flohsamen

Phytotherapie bei Reizdarm

Kinderheilkunde: Heilpflanzen-Kombination gegen Bauchbeschwerden

Reizdarmsyndrom – Flohsamen und Pfefferminzöl top  – Kleie flop

Mögliche Ursache des Reizdarmsyndroms entdeckt

Phytotherapie: Wirksame Behandlung bei Reizdarm und funktioneller Dyspepsie

Ballaststoffe bessern Reizdarmsyndrom

Reizdarm: Ausgewogene Kost und Entspannung hilft

Phytotherapie: Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom

Phytotherapie bewährt bei Reizdarmsyndrom (Colon irritabile)

Falls Sie an sorgfältigem Wissen über Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen interessiert sind, finden Sie dazu meine Kurse und Lehrgänge oben über den Menüpunkt „Kurse“.

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildungen / Heilpflanzen-Kurse & Heilkräuter-Exkursionen / Weiterbildung Pflanzenheilkunde / Kräuterwanderungen:

Infos auf www.phytotherapie-seminare.ch

Info-Treff Pflanzenheilkunde

Besuchen Sie auch unseren „Info-Treff Pflanzenheilkunde“ für Information und Erfahrungsaustausch in den Bereichen

Phytotherapie / Pflanzenheilkunde / Naturheilkunde:

moodle.heilpflanzen-info.ch/