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Zitronenmelisse-Extrakt beruhigt nervöse Herzen

Melissenextrakt hilft laut einer iranischen Studie bei Herzstolpern.

Die Melisse (Melissa officinalis) wurde früher oft auch „Herztrost“ genannt und ihre beruhigende Wirkung wurde bereits von Ärzten des Altertums und Mittelalters wie Theophrastos und Paracelsus beschrieben. Daher ist es naheliegend, diese altbewährte Heilpflanze auch im Hinblick auf eine mögliche Wirksamkeit bei nervösen Herzbeschwerden zu untersuchen.

Inwiefern ein Melissenextrakt Patienten mit regelmäßig auftretendem gutartigen Herzrasen helfen kann, untersuchten nun Wissenschaftler im Iran mit einer kleinen Studie. Die Teilnehmer wurden per Zufallsentscheid in zwei Gruppen unterteilt, die über den Studienzeitraum von zwei Wochen entweder zwei Mal täglich eine Kapsel mit 500 mg Melissenextrakt oder aber Placebokapseln erhielten.

Erfasst wurden psychische Symptome wie Angstgefühle, depressive Verstimmungen, Schlaflosigkeit, Somatisierung und psychosoziale Belastungen.

Bei den Patienten in der Melissenextraktgruppe konnten die Vorfälle des Herzrasens um mehr als ein Drittel vermindert werden. Auch die Angstzustände und damit verbundene (Ein-)Schlafstörungen gingen bei diesen Patienten im Vergleich zu jenen, die Placebokapseln bekamen, deutlich zurück. Der Melissenextrakt wurde von den Probanden insgesamt gut vertragen.

Quelle:

http://www.carstens-stiftung.de/artikel/zitronenmelisse-beruhigt-nervoese-herzen.html

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0378874115000781?via%3Dihub

http://dx.doi.org/10.1016/j.jep.2015.02.007

 

Kommentar & Ergänzung:

Herzbeschwerden brauchen natürlich eine ärztliche Untersuchung. Bei nervös bedingten, funktionellen Herzbeschwerden können beruhigend wirkende Heilpflanzen wie Melisse oder Lavendel durchaus sinnvoll als Teil einer Behandlung eingesetzt werden.

Die Studie aus dem Iran ist interessant, wirft aber eine ganze Reihe von Fragen auf. An der beruhigenden Wirkung von Melisse dürfte das ätherische Melissenöl beteiligt sein, insbesondere sein Bestandteil Citronellal. Allerdings wird Melissenöl im hier untersuchten wässrigen Trockenextrakt aus Melisse kaum in relevanter Konzentration vorhanden sein. Darüber hinaus gibt es Hinweise aus Tierexperimenten, wonach Rosmarinsäure beruhigende und antidepressive Effekte auslösen kann. Ob sich diese Erkenntnisse auf die Anwendung beim Menschen übertragen lassen, ist aber ungeklärt. Rosmarinsäure kommt zudem nicht nur in Melisse vor, sondern auch in anderen Lippenblütlern wie Salbei oder Rosmarin, die dann eigentlich auch beruhigend wirken müssten.

Siehe dazu:

Was ist Rosmarinsäure?

Ich kann die Qualität und Aussagekraft der iranischen Studie nicht detailliert beurteilen. Klar ist allerdings, dass die Zahl der Teilnehmenden mit 71 ziemlich klein ist. Zudem haben nur 55 davon die Studie bis zum Abschluss mitgemacht. Diese Aussteigerquote von 16 scheint mir etwas gar hoch.

Ich habe zudem bei Studien aus dem Iran immer ein Wort von Roman Huber in Erinnerung. Der Leiter des Zentrums für Naturheilkunde der Uniklinik Freiburg wies in einem Interview darauf hin, dass aus dem Iran genau wie aus China in Sachen Naturheilkunde eigentlich nur Studien mit positiven Ergebnissen kommen. Das ist nicht sehr vertrauenserweckend (Interview siehe hier).

 

Die untersuchten Melissenextrakt-Kapseln sind bei uns nicht im Handel.

Ein wässriger Trockenextrakt aus Melisse ist Bestandteil von Baldriparan (zusammen mit Baldrianextrakt und Hopfenextrakt). Ein alkololischer Trockenextrakt aus Melisse ist Bestandteil von Dormiplant (zusammen mit Baldrianextrakt). Ich würde bei nervösen Herzbeschwerden aber durchaus auch Melissentee empfehlen, auch wenn es dafür keine Belege aus Studien gibt. Das kostet fast nichts und hat noch einen Ritualcharakter.

Klosterfrau Melissengeist enthält mir zuviel Alkohol. Siehe dazu:

Klosterfrau Melissengeist & Alkoholismus

Wenn ich in deser Art auf kritische Punkte von Studien hinweise, werde ich manchmal gefragt, warum ich das mache. Ich könne doch froh sein, dass Studien gemacht werden und dadurch die Phytotherapie an Stärke gewinnt.

Die Phytotherapie gewinnt aber nur wirklich durch starke, gut gemachte Studien. Es ist sehr wichtig sich klarzumachen, dass es viele Studien gibt, die nur sehr geringe Aussagekraft haben und zum Teil einfach von schlechter Qualität sind. Das gilt für Studien in der klassischen Pharmaforschung mit synthetischen Arzneistoffen genauso wie für Studien im Bereich von Komplementärmedizin und Naturheilkunde.

„Eine Studie hat gezeigt, dass……“ ist also eine Satz, die noch gar nichts aussagt, wenn man sich nicht die Qualität der Studie anschaut.

Siehe dazu auch:

Qualitätssicherung in der Phytotherapie

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

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Aromatherapie und Massage zur Linderung von Symptomen bei Krebspatienten

Menschen mit Krebs können unter Symptome wie Schmerzen, Angstzustände oder Stress leiden. Massagen mit oder ohne Aromatherapie können zur Linderung dieser Symptome beitragen. Massagen bestehen in der Anwendung von Druck auf den Körper. Dabei kann ein fettes Massageöl verwendet werden. Werden dem fetten Öl ätherische Öle wie zum Beispiel Lavendelöl oder Rosenöl zugegeben, wird diese Anwendung Aromatherapie-Massage genannt.

Im August 2015 suchte eine Gruppe von Forschenden nach klinischen Studien, die die Wirksamkeit von Massagen mit oder ohne Aromatherapie zur Symptomlinderung bei Krebspatienten untersuchen.

Sie fanden 19 kleine Studien (1274 Teilnehmer) von sehr niedriger Qualität.

Schlussfolgerung der Wissenschaftler:

„Einige kleine Studien deuteten darauf hin, dass Massage ohne Aromatherapie die Linderung von kurzfristigen Schmerzen und Angstzuständen bei Krebspatienten unterstützt. Anderen kleinen Studien zufolge kann die Aromatherapie-Massage eine mittel- oder langfristige Linderung dieser Symptome bewirken.“

Die Qualität der Evidenz sei jedoch sehr niedrig und die Resultate nicht schlüssig. Die Autoren schreiben abschliessend:

„Wir können nicht sicher sein, dass diese Behandlungen einen Nutzen bringen.“

Quelle:

http://www.cochrane.org/de/CD009873/aromatherapie-und-massage-zur-symptomlinderung-bei-krebspatienten

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD009873.pub3/abstract

Kommentar & Ergänzung:

Die Cochrane Collaboration ist ein weltweites, renommiertes Netz von Wissenschaftlern und Ärzten mit dem Ziel, systematische Übersichtsarbeiten (Meta-Analysen) zur Bewertung von medizinischen Therapien zu erstellen, sie aktuell zu halten und zu verbreiten. Dass Cochrane sich dem Thema Massage und Aroma-Massage annimmt, ist eher überraschend.

Natürlich sind von Massgen und Aromatherapie-Massagen bei Krebspatienten keine Wunder zu erwarten. Dass sie aber vielen Betroffenen gut tun können, liegt meines Erachtens auf der Hand und muss nicht noch speziell durch Studien belegt werden.

Trotzdem wäre es selbstverständlich wünschenswert, wenn die Wirksamkeit besser belegt werden könnte.

Es ist jedoch eher unwahrscheinlich, dass zu dieser Fragestellung grosse und aufwendige Studien gemacht werden können. Im Gesundheitswesen wird vor allem dort in grossem Stil in die Forschung investiert, wo Firmen dadurch patientierbare Produkte auf den Markt bringen können. Nur so lässt sich ein hoher Forschungsaufwand wieder hereinspielen. Dass die Qualität der Studien zum Thema Massage und Aromatherapie-Massage gering ist, dürfte daher nicht zuletzt mit den geringen finanziellen Anreizen zusammenhängen.

Zudem ist es kaum möglich, solche Studien doppelblind mit Placebokontrolle durchzuführen und damit die höchsten Standards der klinischen Forschung zu erfüllen.

Für eine Tablette lässt sich ein identisches Placebo herstellen für die Vergleichsgruppe, für eine Massage nicht.

Das erwähnte Lavendelöl ist bewährt als beruhigender Zusatz in Massageölen. Lavendelöl ist sowohl in der Aromatherapie als auch in der Phytotherapie eines der wichtigsten ätherischen Öle.

Weitere Informationen zur Wirkung und Anwendung von Lavendelöl finden Sie in der Broschüre „Ätherische Öle in der Pflege“.

Echtes Rosenöl ist sehr teuer. Es besitzt eine ausgeprägt antimikrobielle Wirkung. Zu Rosenöl siehe auch:

Aromatherapie / Phytotherapie: Rosenöl

Für Aroma-Massagen eignen sich neben Lavendelöl und Rosenöl eine ganze Reihe von weiteren ätherischen Ölen, zum Beispiel Jasminöl, Melissenöl, Rosmarinöl, Sandelholzöl, Wacholderöl oder Mandarinenöl. Die Auswahl des angewendeten ätherischen Öls wird beeinflusst von unterschiedlichen Wirkungen und von den Vorlieben und Abneigungen der behandelten Person. Die ätherischen Öle werden in der Regel nicht unverdünnt angewendet, sondern in einer Konzentration von meisten etwa 1 – 3 % gemischt mit einem fetten Trägeröl (z. B. Mandelöl, Jojobaöl).

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Koffein während der Schwangerschaft?

Studienresultate halten einen Verzehr von bis zu drei Tassen Kaffee während der Schwangerschaft als unbedenklich.

Vom Konsum von Energydrinks während der Schwangerschaft wird aber abgeraten.

Während der Schwangerschaft komplett auf Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke zu verzichten ist unnötig.

Bis zu drei Tassen Kaffee täglich gelten als unbedenklich, erklärt das Netzwerk Gesund ins Leben.

So zeigten Studienresultate beim Konsum von bis zu drei Tassen Kaffee während der Schwangerschaft keine nachteiligen Wirkungen auf Gestationsdauer und Geburtsgewicht. Im Sinne eines präventiven Gesundheitsschutzes wird allerdings vorsorglich von hohen Koffeinmengen abgeraten. Deshalb sollten Schwangere auf Energydrinks verzichten, die hohe Koffeinmengen pro Portion enthalten.

Quelle:

https://www.bzfe.de/inhalt/koffein-in-der-schwangerschaft-30742.html

 

Kommentar & Ergänzung:

Gemäss European Food Safety Authority (EFSA) gilt für schwangere und stillende Frauen, dass eine über den gesamten Tag verteilte Koffein-Aufnahme aus allen Quellen von bis zu 200 mg pro Tag für den Fötus unbedenklich ist.

(Quelle: Wikipedia)

Eine Tasse Kaffee (150 ml) enthält etwa 30 bis 100 mg Koffein, eine Tasse Schwarztee je nach Zubereitungsart bis zu 50 mg. Das im Tee vorkommende Koffein wurde früher Thein (von französisch thé) genannt, ist chemisch jedoch exakt der gleiche Stoff wie im Kaffee. Energy-Drinks wie “Red Bull” enthalten ca. 80 mg Koffein pro Dose.

(Quelle: http://www.chemie.de/lexikon/Koffein.html).

Fundierte Angaben finden sich im Standardwerk “Biogene Arzneimittel”:

“Bei einem durchschnittlichen Coffeingehalt von 60 – 100mg /Tasse (150ml)kann der Genuss von bis zu fünf Tassen Kaffee durch einen Erwachsenen als toxikologisch unbedenklich angesehen werden. Vorsicht ist geboten bei Personen mit labilem Herz-Kreislauf-System, Nierenkrankheiten, Magengeschwüren, Überfunktion der Schilddrüse, erhöhter Krampfbereitschaft oder bestimmten psychischen Störungen (panische Angstzustände). Schwangere sollten möglichst auf den Kaffeekonsum verzichten, zumindest aber eine Dosis von 300 mg /d nicht überschreiten (3 Tassen Kaffee, 9 Tassen Tee oder 7 kleine Gläser Colagetränk). Säuglinge, deren stillende Mütter viel Kaffee trinken, können Schlafstörungen zeigen.”

 

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Schleimlöser bei Husten: Schlüsselblumenblüten oder Schlüsselblumenwurzel?

Die Echte Schlüsselblume (Primula veris) ist eine wichtige Heilpflanze bei produktivem Husten. Sie wird bei dieseer Indikation als Schleimlöser (Expectorans) eingesetzt wird.

Dabei ist es wichtig zu wissen, dass der Wirkstoffgehalt in der Schlüsselblumenwurzel deutlich höher ist als in den Schlüsselblumenblüten.

Präzis beschrieben hat dies vor kurzem ein Beitrag auf Apotheke-Adhoc:

„In der Phytotherapie finden sowohl die Blüten als auch die Wurzel Anwendung. Die Schlüsselblumenblüten enthalten jedoch weitaus weniger wirksame Inhaltsstoffe als die Wurzel. Bislang konnte nur ein geringer Anteil an Triterpensaponinen nachgewiesen werden. Ätherisches Öl ist zu etwa 0,1 Prozent enthalten, Flavonoide zu etwa 3 Prozent. Die Blüten werden volkstümlich bei Reizbarkeit, Ruhelosigkeit und Angstzuständen eingesetzt. Auch wenn die Wirksamkeit nicht belegt ist, kommen die Blüten außerdem bei Neuralgien, Kopfschmerzen oder Schlaflosigkeit zum Einsatz.

Die Wurzel enthält weitaus mehr Triterpensaponine, insgesamt können es bis zu 12 Prozent der Pflanzeninhaltsstoffe sein. Der Großteil bezieht sich auf das Aglykon Protoprimulagenin A und die dazugehörigen Glykoside – die Primulasaponine. Primverin und Primulaverin sind als Phenolgylkoside die Hauptkomponenten.“

Apotheke-adhoc geht auch auf den Wirkungsmechanismus der Schlüsselblume ein, also auf die Frage, wie die schleimlösende Wirkung der Saponine zustande kommt:

„Die Wirkung ist auf die Triterpensaponine zurückzuführen. Sie reizen die Magenschleimhaut und regen die Bronchialschleimhaut durch die Reizweiterleitung über Nervenfasern dazu an, mehr Schleim zu produzieren. Somit verdünnt sich das Sekret und kann leichter abgehustet werden. Als Nebenwirkungen können vereinzelt Magenreizungen oder Übelkeit auftreten. Die Wurzel kann als Expektoranz zum Beispiel mit Thymian, Spitzwegerich, Fenchel oder Süßholz kombiniert werden.“

Quelle:

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/nachricht-detail/arzneipflanzen-primula-veris-fruehblueher-gegen-husten/

Kommentar & Ergänzung:

Das ist ein fachlich kompetenter Text. Bei der Schlüsselblume steht heute tatsächlich die schleimlösende Wirkung im Zentrum.

Die erwähnten volkstümlichen Anwendungen der Schlüsselblumenblüten bei Reizbarkeit, Ruhelosigkeit, Angstzuständen, Neuralgien, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit sind nicht plausibel. Schlüsselblumenblüten eignen sich aber gut zur Teeverschönerung. Sie sind auch enthalten im Präparat „Sinupret“, das bei Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) eingesetzt wird.

Bei Husten ist aber wegen des höheren Saponin-Gehalts mit grosser Wahrscheinlichkeit die Schlüsselblumenwurzel wirksamer. Allerdings ist sie einzeln nicht nicht fundiert auf ihre Wirksamkeit untersucht worden. Es gibt aber gute Studien zur Wirksamkeit einer Kombination von Thymianextrakt und Schlüsselblumenwurzelextrakt. Dieses Kombipräparat wird sogar in den Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) empfohlen.

Siehe dazu hier:

Erkältungsmittel: Hustenstiller und Schleimlöser bewertet

Schlüsselblume als Hustenmittel

 

Heilpflanzen-Extrakte aus Schlüsselblume und Thymian helfen beim abhusten

Den beschriebenen Wirkungsmechanismus der Triterpensaponine nennt man auch gastropulmonalen Reflex. Er ist nicht spezifisch für die Schlüsselblume, sondern tritt auch bei anderen Heilpflanzen auf, die Triterpensaponine enthalten.

Die Echte Schlüsselblume (Primula veris) steht im Übrigen unter Naturschutz. Zu Heilzwecken kauft man sie besser in der Apotheke oder Drogerie.

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Hopfen bei Schlafstörungen

Die österreichische Zeitung „Kurier“ berichtet über Kräuter gegen Schlafstörungen.

Zum Stichwort „Hopfen“ heisst es da:

„Stammt von den Hanfgewächsen ab und kommt, wie der Baldrian, auf feuchtem Boden im Halbschatten vor. Einen Aufguss von Hopfenblüten und Tinkturen zur Förderung eines gesunden Schlafes kann man selber herstellen. Hopfen regt auch die Verdauung an.“

Quelle:

https://kurier.at/wellness/die-fuenf-besten-schlafkraeuter/252.547.803

Kommentar & Ergänzung:

Die Formulierung „Stammt von den Hanfgewächsen ab“ ist etwas sonderbar. Hopfen gehört zur Pflanzenfamilie der Hanfgewächse (Cannabaceae), die beinahe weltweit verbreitet ist. Sie umfasst etwa 170 Pflanzenarten in etwa elf Gattungen, darunter die Gattungen Hanf (Cannabis) und Hopfen (Humulus).

Hopfen (Humulus lupulus) wächst als Kletterpflanze gerne in Auenwäldern. Wer Hopfen in der Natur kennenlernen möchte, kann das zum Beispiel auf meinen Kräuterwanderungen in die Rheinschlucht (Graubünden), in die „Petite Camargue“ bei Basel und in die Thurauen am Zusammenfluss von Rhein und Thur zwischen den Kantonen Zürich und Schaffhausen.

Hopfen ist zweihäusig – das heisst, es gibt weibliche und männliche Hopfenpflanzen. Nur die weiblichen Hopfenpflanzen entwickeln Blütenstände (Hopfenzapfen), die zur Bierproduktion und als Heilpflanze verwendet werden.

Hopfentee als Aufguss von Hopfenblüten lässt sich tatsächlich gut selber herstellen. Er enthält allerdings starke Bitterstoffe und wird darum nicht gerade von vielen Menschen gerne getrunken.

Hopfentinktur ist dem Hopfentee bezüglich Wirkstoffgehalt unterlegen.

Eine weitere Anwendungsform ist das Hopfenkissen als Einschlafhilfe. Am häufigsten zum Einsatz kommt aber Hopfenextrakt in Kombination mit Baldrianextrakt (in der Schweiz als Redormin®), oder in Kombination mit Passionsblume oder Melisse.

Das Herbal Medicinal Product Committee (HMPC) hat eine Kombination von Hopfen und Baldrianwurzel in Form von Trockenextrakten zur Besserung von Schlafstörungen als „medizinisch allgemein anerkannt“ (well established use“) akzeptiert.

ESCOP und Kommission E bestätigen als Anwendungsgebiete von Hopfen Unruhe, Angstzustände und Schlafstörungen.

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Energydrinks: Zu viel Koffein für Kinder

Jedes fünfte Kind zwischen 10 und 14 Lebensjahren konsumiert zuviel Koffein, wenn es Energydrinks zu sich nimmt. Rechnet man auch Cola und Schokolade als Koffeinquellen dazu, konsumiert sogar jedes zweite Kind mehr als die zuträgliche Koffein-Dosis. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Technischen Universität Dänemarks. Pro Tag und pro Kilogramm Körpergewicht sollte man nicht mehr als 2,5 mg Koffein einnehmen. Wird diese Höchstmenge überschritten, kann es zu Schlafstörungen, Herzrasen, Nervosität und Angstzuständen kommen.

Quelle: NZZ am Sonntag, 4. Januar 2015

Kommentar & Ergänzung:

Der hohe Konsum von Energydrinks wie Red Bull (und anderen) vor allem bei Jugendlichen wird schon seit längerem aus medizinischer Sicht kritisch gesehen.

Dabei steht nehmen dem hohen Koffeingehalt auch die Menge an Zucker im Fokus, die mit solchen Getränken zugeführt wird.

Schokolade wird in der Meldung erwähnt, weil Kakao etwa 0,2 % Koffein enthält.

Als Koffeinquelle ist Schokolade allerdings von untergeordneter Bedeutung.

Siehe auch:

Energydrinks: Harmlos oder riskant?

 

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Johanniskraut zur Arzneipflanze des Jahres 2015 gewählt

Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist vom 
„Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres 2015 gewählt worden.

Das Echte Johanniskraut hat diese Auszeichnung zweifellos „verdient“. Johanniskraut ist eine vielfältige Heilpflanze, die sowohl in der traditionellen Pflanzenheilkunde also auch in der modernen Arzneipflanzenforschung eine wichtige Rolle spielt. Als Anwendungsgebiet stehen heute die leichten und mittelschweren Depressionen im Vordergrund. Trotz intensiver Forschung konnten aber die Wirkungsmechanismen für die stimmungsaufhellenden Effekte bislang nicht vollständig geklärt werden.

Im Zentrum der Forschung stehen die Wirkstoffe Hypericin, Hyperforin, sowie Xanthone und Flavonoide.

Reich an Wirkstoffen sind insbesondere die Blütenknospen, die geöffneten Blüten und die noch grünen Kapseln.

Der Anteil an Stängeln sollte dagegen möglichst tief sein.

Für die Herstellung von Johanniskrauttee, Johanniskrauttinktur und Johanniskrautextrakt werden nur die zur Blütezeit geernteten Triebspitzen verwendet.

Verschiedene Wirkungsmechanismen von Johanniskrautextrakten wurden und werden erforscht. Spezielle Botenstoffe im Nervensystem (Neurotransmitter) bleiben bei Einwirkung von Johanniskrautextrakt länger und in grösserer Zahl verfügbar. Zu den Neurotransmittern zählen Serotonin, Noradrenalin, Dopamin, GABA (Gamma-Aminobuttersäure) und L-Glutamat. Sie übertragen an den Verknüpfungsstellen der Nervenzellen (Synapsen) Informationen bzw. Reize.

Die Neurotransmitterspiegel in den Synapsen steigen an, und die Reizübertragung wird verbessert, da klassische Abschaltwege wie der enzymatische Abbau der Neurotransmitter oder die Wiederaufnahme aus dem Spalt in die Synapse durch Johanniskraut-Wirkstoffe gehemmt werden. Die Steigerung der Menge an verfügbaren Neurotransmittern ist auch ein entscheidendes Prinzip der klassischen Antidepressiva, woraus ihre stimmungsaufhellende Wirkung resultiert.

Auf Grund von einschlägigen klinischen Studien wurde Johanniskraut bei leichten bis mittelschweren depressiven Verstimmungen und Depressionen zugelassen, ebenso bei psychovegetativen Störungen, Angstzuständen und nervöser Unruhe. Sinnvoll ist die Anwendung auch bei Winterdepression, Schlafstörungen aufgrund von leichten Depressionen und bei entsprechenden Symptomen während der Wechseljahre.

 

Wechselwirkungen beachten

Ende der 1990er Jahre wurde festgestellt, dass Johanniskraut zu verstärktem Abbau anderer Arzneistoffe führen kann, in dem es das wichtigste Arzneimittel abbauende Enzym (CYP 3A4) in seiner Wirkung aktiviert. Bei der Kombination von Johanniskraut mit einigen anderen Medikamenten kann es einige Zeit nach Behandlungsbeginn zu starken Wirkverlusten und nach Absetzen dagegen zu therapeutisch gefährlichem Ansteigen der anderen Arzneimittel kommen. Hochdosierte Johanniskrautpräparate mit einer Tagesdosis ab 600 mg weisen Interaktionen (Wechselwirkungen) mit einigen Arzneistoffen im Bereich der Antidepressiva, der Immunsupressiva oder Anti-HIV-Mitteln auf, ebenso sind Herzmittel wie Digoxin, Blutgerinnungshemmer vom Cumarintyp und vermutlich auch das bronchienerweiternde Mittel Theophyllin betroffen. Ebenso ist nicht auszuschließen, dass die Wirksamkeit von hormonellen Verhütungsmitteln („Pille“) herabgesetzt wird. 
Bei der alleinigen Einnahme auch hochdosierter Johanniskrautmittel ist die Verträglichkeit gut und deutlich besser als bei anderen Antidepressiva. Eine ausgeprägte Steigerung der Photosensibilität (Lichtempfindlichkeit) der Haut wurde bisher nur bei Weidetieren beschrieben, mit den für Menschen eingesetzten therapeutischen Dosen sind ernste Symptome der Phototoxizität nicht zu erwarten.

Quelle:

http://www.klostermedizin.de/index.php/heilpflanzen/arzneipflanze-des-jahres/59-arzneipflanze-des-jahres-2015-echtes-johanniskraut-hypericum-perforatum

 

Kommentar & Ergänzung:

Der 
„Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg wählt seit längerem jedes Jahr eine Arzneipflanze des Jahres.

Hier ein paar „Preisträger“ aus der Vergangenheit:

Arzneipflanze des Jahres 2014: Spitzwegerich 

Phytotherapie: Kapuzinerkresse zur Arzneipflanze des Jahres 2013 gewählt

Süssholz zur Arzneipflanze des Jahres 2012 gewählt 

Passionsblume ist Arzneipflanze des Jahres 2011

Phytotherapie: Efeu zur Arzneipflanze des Jahres 2010 ernannt

Fenchel Arzneipflanze des Jahres 2009 

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Studie bestätigt Wirksamkeit von Lavendelöl-Kapseln (Lasea®) bei Angststörungen

Die angstlösende Wirksamkeit der oral verabreichten Lavendelöl-Zubereitung Silexan (Lasea®) wurde bei Patienten mit generalisierter Angststörung (GAS) im Vergleich zu Placebo und dem Standardmedikament Paroxetin untersucht. In der randomisierten, doppelblinden Studie bekamen 539 Erwachsene mit GAS 160 oder 80 mg Silexan, oder 20 mg Paroxetin, oder Placebo einmal täglich für 10 Wochen.

Die Studie kam zum Ergebnis, dass das Lavendelöl-haltige Präparat bei Patienten mit generalisierter Angststörung ebenso gut abschnitt wie Paroxetin und besser war als Placebo.

Das Lavendelöl-Präparat linderte nicht nur Angst- und Unruhezustände bei den Patienten. Es wirkte auch antidepressiv bzw. gemütsaufhellend. Auch in der höheren Dosierung von 160 mg pro Tag war es gut verträglich. Zudem kann das Präparat nach der Behandlung auch bei der höheren therapeutischen Dosis sofort abgesetzt werden, ohne dass die Patienten mit Entzugserscheinungen rechnen müssen.

Die Studie deutet darauf hin, dass Lavendelölpräparate wie z.B. das hier vorgestellte (Lasea®) als eine gut verträgliche Therapieoption zur Behandlung generalisierter Angststörungen genutzt werden können.

Quelle:

http://www.carstens-stiftung.de/artikel/lavendel-ist-gut-fuer-die-psyche.html

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24456909

Kasper S, Gastpar M, Müller, WE, Volz HP, Möller HJ, Schläfke S, Dienel A. Lavender oil preparation Silexan is effective in generalized anxiety disorder – a randomized, double-blind comparison to placebo and paroxetine. Int J Neuropsychopharmacol 2014; 17(6): 859-869

 

Kommentar & Ergänzung:

Lavendelöl-Kapseln (und andere Phytopharmaka) eignen sich nur zur Behandlung von leichteren Angststörungen.

Dann sind sie aber durchaus eine sinnvolle Option, vor allem auch wenn man das äusserst geringe Nebenwirkungsrisiko mit Standardmedikamenten wie Paroxetin vergleicht.

Paroxetin kommt zur Anwendung bei Depressionen, Zwangsstörungen, Panikstörungen, sozialen Angststörungen, generalisierten Angststörungen, posttraumatischen Belastungsstörungen und Fibromyalgie. Der Arzneistoff gehört zur Gruppe der Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer.

Als Nebenwirkungen können auftreten:

„Unter der Anwendung von Paroxetin können insbesondere folgende Nebenwirkungen beobachtet werden: Appetitstörungen, Störungen des Magen-Darm-Trakts, Schlafstörungen, Verwirrtheit, Halluzinationen, sexuelle Dysfunktion (Impotenz, Unfähigkeit zum Orgasmus, unbemerkter Samenerguss, siehe auch SSRI-bedingte sexuelle Dysfunktion), Schwitzen, Parästhesie (Kribbeln der Haut), Restless-Legs-Syndrom (krampfähnliche Empfindungen in den Beinen) und Gewichtszunahme.“

(Quelle: Wikipedia)

Vielen Patientinnen und Patienten mit generalisierten Angststörungen werden zudem fragwürdigerweise Benzodiazepine verschrieben. Dabei kommt es rasch zu Gewöhnungseffekten und kann sich schnell eine Abhängigkeit entwickeln, was das Absetzen der Präparate schwierig macht.

Lavendelöl-Kapseln dagegen zeigen weder die Nebenwirkungen von Paroxetin noch die Risiken von Gewöhnung und Abhängigkeit, wie sie die Benzodiazepine mit sich bringen.

Das spricht sehr dafür, die Option Lavendelöl bei generalisierten Angststörungen in Betracht zu ziehen.

Allerdings ist auch festzuhalten, dass bei leichteren Angststörungen generell nichtmedikamentöse Massnahmen im Vordergrund stehen sollten: Psychotherapie, Entspannungsmethoden, Bewegung.

Zu letzterem siehe:

Bewegung stärkt psychische Gesundheit

Zu Lavendelöl bei Angststörungen:

Phytotherapie: Lavendelöl als Angstlöser

Lavendelöl zur Behandlung von Angststörungen 

Lavendelöl-Bestandteil Linalool dämpft Stressreaktion 

Ausserdem:

Schlafmittel: Risiko Benzodiazepin-Abhängigkeit

 Passionsblume: Angstlinderung ohne Abhängigkeit und Entzugsprobleme

Passionsblume und Kava-Kava lindern Angstzustände

Phytotherapie: Kava-Extrakt hilft gegen Angststörungen

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Kava-Kava: Verwaltungsgericht Köln beurteilt Widerruf der Zulassung als rechtswidrig

Extrakte aus der polynesischen Heilpflanze Kava-Kava (Piper methysticum) wurden in der Phytotherapie bei Angst- und Spannungszuständen eingesetzt. Im Jahr 2002 widerrief das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erstmals die Zulassungen von Kava-Kava und Kavain-haltigen Arzneimitteln. Ausgenommen wurden dabei homöopathische Zubereitungen mit einer Endkonzentration ab D5 und Arzneimittel, die nach der spagyrischen Verfahrenstechnik nach Zimpel hergestellt werden. Sie dürfen weiterhin verkauft werden.

In der Schweiz wurde die Zulassung im Jahr 2003 durch die zuständige Arzneimittelbehörde aufgehoben. Auch die Arzneimittelbehörden Frankreichs (AFSSAPS), der Niederlande (CBG)und die britische MHRA schlossen sich dem Widerruf an (während beispielsweise in den USA wie auch in den meisten Teilen Australiens Kava-Präparate frei erhältlich sind).

Grund dieser Massnahmen war der Verdacht, dass diese Arzneimittel schwere Leberschäden auslösen können.

Zwischen den Herstellern und dem BfArM entwickelte sich eine jahrelange Auseinandersetzung über Nutzen und Risiko der Kava-Kava-Präparate. Nun nimmt der Fall eine überraschende und für die Phytotherapie wichtige Wende: Das Verwaltungsgericht Köln hat entschieden, dass der Widerruf der Zulassung rechtswidrig war. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Im Jahr 2001 hatte das BfArM aufgrund von Berichten über Leberschädigungen bei acetonischen Kava-Auszügen ein Stufenplanverfahren  eingeleitet. Darauf folgte der Widerruf der Zulassungen für die Phytopharmaka mit dem Kava-Kava-Wurzelstock-Trockenextrakt. Dagegen legten die betroffenen Hersteller Widerspruch ein, worauf das BfArM sodann das Ruhen der Zulassungen anordnete. In dieser Zeit sollten die Firmen weitere Studien vorlegen können, die für ihr Arzneimittel sprachen. Doch nachdem zwischen den Unternehmen, ihren Verbänden – hauptsächlich dem Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) – und dem BfArM über die Art des vorzulegenden wissenschaftlichen Erkenntnismaterials keine Einigung erzielt werden konnte, widerrief das BfArM die Zulassungen im Dezember 2007 erneut. Erst im Februar 2012 wies die Behörde die Widersprüche der pharmazeutischen Unternehmer zurück. Dagegen klagten mehrerer Hersteller. Nun fällte das Verwaltungsgericht Köln die erstinstanzlichen Urteile.

Verwaltungsgericht hält die Klagen für begründet

Das Gericht hält die Klagen der Hersteller für begründet und führt aus, dass eine arzneimittelrechtliche Zulassung zu widerrufen sei, wenn sich das Nutzen-Risiko-Verhältnis des Präparates nachträglich als ungünstig erweise.

Bloße Zweifel an der Wirksamkeit reichten jedoch nicht aus. Die Bewertung des Risikos verlange den begründeten Verdacht auf Nebenwirkungen. Hypothesen und nicht verifizierbare Vermutungen seien dazu nicht geeignet. Nutzen und Risiko müssten schlussendlich in einem dritten Schritt gegeneinander abgewogen werden.

Die Bewertung, ob dieses Verhältnis ungünstig sei, unterliegt der vollständigen gerichtlichen Überprüfung, stellt das Gericht fest und sieht für die Behörde – also das BfArM – keinen eigenen Beurteilungsspielraum. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis Kava-Kava-haltiger Arzneimittel erweise sich nicht als ungünstig. Das BfArM habe eine „gewisse“ Wirksamkeit der Kava-Kava-Präparate in höherer Dosierung konstatiert, sodass nicht davon auszugehen sei, das Präparat wäre unwirksam.

Ausführlich belegt das Gericht unter Bezugnahme auf die vorgelegten Monographien, Studien und Fallberichte (insbesondere der WHO), dass die Voraussetzungen für den Widerruf der Kava-Kava-Zulassungen nicht vorgelegen hätten.

Darüber hinaus prüfte das Verwaltungsgericht, ob risikoärmere Alternativen zu Kava-Kava-haltigen Arzneimitteln existieren. Es nimmt dazu einen Vergleich mit Benzodiazepin-haltigen Medikamenten vor, die sich im Anwendungsbereich mit Kava-Kava-Präparaten überschneiden. Das Gericht weisst auf die hohe Missbrauchsrate bei Benzodiazepinen hin, die offensichtlich nicht einmal durch die Verschreibungspflicht auszuräumen sei.

Von den Benzodiazepinen gehen aus Sicht der Richter „erhebliche Gefahren“ aus: Sie haben ein hohes Abhängigkeitspotenzial und gelten als Medikamente mit der höchsten Missbrauchsrate. Seit dem Jahr 2002 habe es knapp 4500 Meldungen zu Nebenwirkungen gegeben.

Deshalb könne von einer risikoärmeren Alternative nicht ausgegangen werden.

Das Gericht stellt zudem fest, dass bislang die Anhaltspunkte für ein leberschädigendes Risiko der Kava-Kava-Produkte nicht mit der genügenden Sicherheit verifiziert werden konnte.

Die Zahl der Meldungen zu Nebenwirkungen ist aus Sicht der Richter nicht ungewöhnlich hoch: Allein in Deutschland seien in den zehn Jahren vor dem Verbot 250 Millionen Tagesdosen Kava-Kava-Präparate abgegeben worden – weltweit habe es 110 und in Deutschland 48 Meldungen gegeben. Das vorliegende Fallmaterial hält das Gericht inhaltlich für „ebensowenig konsistent“. Von den 48 Meldungen aus Deutschland würden nur 26 Fälle als ausreichend gut dokumentiert angesehen.

Der Bundesverband der Arzneimittelhersteller begrüsst den Entscheid

Der Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH) begrüßt die Entscheidung des Verwaltungsgerichts und erklärt gegenüber der DAZ.online: „Der BAH hat den Widerruf beziehungsweise das Ruhen der Zulassung von Anfang an für nicht sachgerecht gehalten“. Aus Sicht des BAH hätte es geeignete Alternativen gegeben – etwa die Unterstellung unter die Verschreibungspflicht.

Noch sind die Entscheidungen des Verwaltungsgerichts nicht rechtskräftig. Das BfArM geht in Berufung.

Die Phytopharmaka-Hersteller, die damals Kava-Kava-Präparate im Sortiment hatten, reagieren auf den Entscheid des Verwaltungsgerichts zurückhaltend. Einige Hersteller haben sich von Kava-Kava verabschiedet. Die Firmen Müller Göppingen und Bionorica prüfen eine Neuauflage. Die Firma Wilmar Schwabe, mit „Laitan“ damals ein wichtiger Kava-Kava-Hersteller, setzt inzwischen auf Lasea (Lavendelöl-Kapseln).

Quellen:

http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/recht/news/2014/06/20/kava-kava-widerruf-der-zulassung-war-rechtswidrig/13143.html

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/nachricht-detail/phytopharmaka-verwaltungsgericht-koeln-widerruf-der-zulassung-fuer-kava-kava-rechtswidrig/?L=0%3Ft%3Ft%3D1%3Ft%3D1%3Ftx_ttnews%5Bttnews%5D%3D15353%3Ft%3D1%3Ft%3D1%3Ft%3D1&cHash=85444e436bb016e0891564214e25b1e0

http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/nachricht-detail/phytopharmaka-hersteller-pruefen-kava-kava/?L=0%3Ft%3Ft%3D1%3Ft%3D1%3Ftx_ttnews%5Bttnews%5D%3D15353%3Ft%3D1%3Ft%3D1%3Ft%3D1&tx_ttnews%5BsViewPointer%5D=1&cHash=d537242908a95baa9462275467fca040

Urteile des Verwaltungsgerichts Köln vom 20. Mai 2014:

http://www.justiz.nrw.de/nrwe/ovgs/vg_koeln/j2014/7_K_2128_12_Urteil_20140520.html

Kommentar und Ergänzung:

Keine Frage: Auch bei Heilpflanzen ist das Risiko von unerwünschten Nebenwirkungen zu beachten. Dass beim Widerruf der Zulassung von Kava-Kava-Präparaten die Abwägung von Nutzen und Risiken fragwürdig vonstatten gegangen ist, zeigt das Verwaltungsgericht eindrücklich auf. Für mich war es schon immer stossend, dass Benzodiazepine (Valium, Temesta, Seresta, Lexotanil…) mit ihrem hohen Missbrauchs-, Nebenwirkungs- und Abhängigkeitspotenzial massenhaft verschrieben und konsumiert werden können, während Kava-Kava-Präparate aufgrund von verhältnismässig wenigen Meldungen von Leberschädigungen, bei denen der ursächliche Zusammenhang mit der Kava-Kava-Einnahme in den meisten Fällen nicht ausreichend belegt ist, vom Markt verschwinden mussten. Kava-Kava-Präparate waren bei leichten Angst- und Spannungszuständen durchaus eine risikoarme Alternative zu Benzodiazepinen (nicht aber bei schweren Fällen).

Unnötige Verschwörungstheorien

Im Zuge der Auseinandersetzungen rund um den Widerruf der Zulassung von Kava-Kava-Präparaten war immer wieder die Rede von der „Pharmaindustrie“, die hinter diesem Verbot stecke und die Pflanzenheilkunde fertig machen wolle. Ich habe diese Ansichten aus mehreren Gründen immer als Teil einer unreflektierten Verschwörungstheorie gehalten.

Erstens hat der BAH als Verband der Pharmaindustrie den Widerruf schon damals sofort kritisiert und die Hersteller gegen das BfArM unterstützt.

Zweitens würden Pharmafirmen im Fall, dass ihnen Kava-Präparate ernsthaft Konkurrenz machen würden, ein eigenes Kava-Präparat auf den Markt werfen oder eine Firma aufkaufen, die ein Kava-Präparat im Sortiment hat. Den Pharmafirmen ist relativ egal, womit sie ihr Geld verdienen. Sie haben keine Berührungsängste zur Phytotherapie. Ein aktuelles Beispiel dafür ist Bayer mit der Übernahme von Steigerwald. Siehe hier:

Bayer übernimmt Phytopharmaka-Hersteller Steigerwald 

Auch wenn es meiner Ansicht nach keine plausiblen Gründe gibt für eine „Pharma-Verschwörung“ gegen Kava-Kava zeigt das Urteil des Verwaltungsgerichts detailliert auf, dass die Abwägung von Nutzen und Risiko auf sehr fragwürdige Art von statten ging. Hier zeigen sich wohl schon unterschiedliche Machtverhältnisse, gerade im Hinblick auf den Vergleich mit den viel risikoreicheren Benzodiazepinen.

Fragwürdige Bevorteilung von Homöopathie und Spagyrik

Nicht unkommentiert lassen möchte ich den Aspekt, dass die Arzneimittelbehörden homöopathische Zubereitungen aus Kava-Kava ab D5 (1:100 000 verdünnt) und spagyrische Zubereitungen nicht vom Markt genommen haben. Das ist folgerichtig. In der homöopathischen Zubereitung ab D5 hat es nur noch marginalste Spuren von Kava-Kava drin, so dass ein Risiko ausgeschlossen werden kann. Und in der Spagyrik werden alle relevanten Inhaltsstoffe durch grosse Hitze verglüht. Auch hier ist eine Gefahr undenkbar.

Wo kein Kava-Kava mehr drin ist, kann von Kava-Kava auch kein Risiko ausgehen. Bei den phytotherapeutischen Kava-Kava-Extrakten basiert die Wirksamkeit nach gegenwärtigem Kenntnisstand aber auf dem Gehalt an Kavapyronen.

Meiner Ansicht nach ist es sehr unwahrscheinlich, dass man das toxikologische Risiko durch hochgradiges Verdünnen oder durch Zerstörung der Inhaltsstoffe eliminieren, die Wirksamkeit dabei aber erhalten kann.

Nichtsdestotrotz füllen spagyrische und homöopathische Präparate (z. B. von Similasan) bis heute die Lücke, die durch den Widerruf der phytotherapeutischen Kava-Präparate entstanden ist. Sie profitieren davon, das homöopathische und spagyrische Präparate durch die Arzneimittelbehörden vom Wirksamkeitsnachweis befreit und damit privilegiert sind. Eine Firma wie Similasan beispielsweise kann ihr Kava-Kava-Präparat (D12 / D15 / D30), das durch eine Verdünnung von mindestens 1 : 1 000 000 000 000 (= D12) praktisch frei von Kava-Kava ist, ohne Forschungsaufwand und ohne Wirksamkeitsnachweis auf den Markt bringen, während die phytotherapeutischen Kava-Kava-Hersteller sich mit aufwendigen Studien um den Wirksamkeitsnachweis für ihre Präparate bemühten, um eine Zulassung zu bekommen.

Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie Präparate aus Homöopathie und Spagyrik durch die Arzneimittelbehörden mittels Befreiung vom Wirksamkeitsnachweis gegenüber Phytopharmaka und synthetischen Medikamenten krass bevorteilt werden.

Siehe auch:

Studie stellt Beurteilung der Lebertoxizität von Pflanzenextrakten in Frage 

Phytotherapie: Kava-Extrakt hilft gegen Angststörungen

Neue Kava-Studie zeigt Wirksamkeit wässriger Extrakte

Passionsblume und Kava-Kava lindern Angstzustände

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Heilpflanzenexkursionen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Passionsblume: Angstlinderung ohne Abhängigkeit und Entzugsprobleme

Im Phyto-Forum der Ärztezeitung wurde vor kurzen die Frage gestellt, ob es bei Extrakten aus Passionsblume, die gegen Spannungs- und Angstzustände wirken sollen, wie bei Benzodiazepinen eine Abhängigkeits- bzw. Entzugssymptomatik gebe.

Die Antwort verfasste Dr. Rainer C. Görne, Facharzt für Klinische Pharmakologie und Toxikologie.

Sowohl tierexperimentelle als auch klinische Untersuchungen belegen gemäss Görne für Pflanzenextrakte aus der Passionsblume (Passiflora incarnata L.) eine angstlösende Wirkung. Diese werde im Zusammenhang mit Inhaltsstoffen gesehen, die an Benzodiazepin-Rezeptoren binden können.

Einer dieser Passiflora-Inhaltsstoffe sei das Flavon Chrysin (5,7-di-OH-Flavon). Chrysin könne das Flunitrazepam aus seiner Bindung am Benzodiazepin-Rezeptor verdrängen und dessen Bindung an den Benzodiazepin-Rezeptor von Rezeptor-Antagonisten wie Ro 15-1788 aufheben.

Ebenso könne auch die angstlösende Wirkung von Chrysin durch den Antagonisten Ro 15-1788 im Tierversuch antagonisiert werden.

Diese Befunde belegen laut Görne, dass zumindest ein Teil der anxiolytischen Wirkung von Pflanzenextrakten aus der Passionsblume über Benzodiazepin-Rezeptoren zustande kommt.

Keine Abhängigkeit, keine Toleranzentwicklung, keine Entzugsprobleme durch Passionsblume

Im Unterschied zu synthetisch hergestellten Benzodiazepinen seien nach der Einnahme von Passionsblumenextrakten weder eine Toleranzentwicklung, noch Abhängigkeit oder Entzugsprobleme beobachtet worden.

Verglichen mit dem natürlichen Flavon Chrysin haben synthetische Benzodiazepine oder deren Metaboliten lange Halbwertszeiten (HWZ), schreibt Görne.

Dies gelte für das rasch verstoffwechselte Benzodiazepin-Derivat Flurazepam (HWZ: 2 – 3 Stunden), dessen Hauptmetabolite eine HWZ von bis zu 100 Stunden aufweisen können, ebenso wie für die langsam verstoffwechselten Derivate Nitrazepam (HWZ: ca. 24 Stunden) und Diazepam (HWZ: bis zu 48 Stunden), deren Metabolite Halbwertszeiten von bis zu 100 Stunden haben können.

Nach oraler Gabe von 400 mg Chrysin wurde gemäss Görne bei gesunden Testpersonen dagegen eine mittlere Halbwertzeit von nur 4,6 Stunden festgestellt.

Ein weiterer Aspekt, der die Möglichkeit von Toleranzentwicklung, Abhängigkeit oder Entzugssymptomen nach Einnahme von Passionsblumenextrakt als unwahrscheinlich einschätzen lasse, sei die Tatsache, dass bei therapeutisch üblichen Dosen des Pflanzenextraktes nur sehr geringe Mengen von Benzodiazepin-Agonisten aufgenommen werden.

Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/angst/default.aspx?sid=840772&sh=44&h=-1654632450&ticket=ST-1071-p4pmYxpn4Sjg4LQBNrnO4CGBZi2bmUav4yN-20

Kommentar & Ergänzung:

Tatsächlich hat der Passionsblumenextrakt den grossen Vorteil, dass kein Risiko besteht für Toleranzentwicklung, Abhängigkeit und / oder Entzugssymptome.

Das macht diese Phytopharmaka zu einer interessanten Option.

Allerdings muss eingeschränkt werden, dass mit Passionsblumenextrakt nicht jede Angsterkrankung adäquat behandelt werden kann.

Klinische Belege, die für eine Wirksamkeit sprechen, gibt es im übrigen nur für Passionsblumenextrakt, nicht jedoch für Passionsblumentee und Passionsblumentinktur.

Gegen leichte Angststörungen kann auch Lavendelöl helfen.

Siehe dazu:

Phytotherapie: Lavendelöl als Angstlöser

Lavendelöl reduziert Angst und bessert den Schlaf

Orangenöl, Lavendelöl bei Zahnarztangst

Weitere Infos zur Passionsblume:

Passionsblume bei Angst, Unruhe und Schlafstörungen

Pflanzliche Schlafmittel: Weder Hang-over noch Entzugssymptome

Passionsblume ist Arzneipflanze des Jahres 2011

Phytotherapie: Passionsblume als Angstlöser

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe
Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse
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www.phytotherapie-seminare.ch

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Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Infoportal

Kava-Kava (Rauschpfeffer)

KAVA-KAVA (RAUSCHPFEFFER)


Gerichtsentscheid zu Kava-Kava: Widerruf der Zulassung war rechtswidrig

Kava-Kava (Rauschpfeffer) ist ein Strauch, der hauptsächlich auf Inseln des südlichen Pazifiks vorkommt und dessen Wurzelstock dort traditionell als wässriger Aufguss eingenommen wird. Kava-Kava-haltige Arzneimittel waren in Kapsel-, Tabletten- oder Tropfenform zur Behandlung von nervösen Angst-, Spannungs- und Unruhezuständen auf dem Markt.

Aufgrund von Verdachtsfällen auf Leberschädigung in der Schweiz hatte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ein Stufenplanverfahren eingeleitet und 2002 ein Ruhen der Zulassung angeordnet. Nachdem das BfArM und die Hersteller sich nicht darauf einigen konnten, welche Studien vorgelegt werden müssen, wurde die Zulassung im Dezember 2007 widerrufen… Zum vollständigen Text hier…

Kava-Kava: Verwaltungsgericht Köln beurteilt Widerruf der Zulassung als rechtswidrig

Extrakte aus der polynesischen Heilpflanze Kava-Kava (Piper methysticum) wurden in der Phytotherapie bei Angst- und Spannungszuständen eingesetzt. Im Jahr 2002 widerrief das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erstmals die Zulassungen von Kava-Kava und Kavain-haltigen Arzneimitteln. Ausgenommen wurden dabei homöopathische Zubereitungen mit einer Endkonzentration ab D5 und Arzneimittel, die nach der spagyrischen Verfahrenstechnik nach Zimpel hergestellt werden. Sie dürfen weiterhin verkauft werden.

In der Schweiz wurde die Zulassung im Jahr 2003 durch die zuständige Arzneimittelbehörde aufgehoben. Auch die Arzneimittelbehörden Frankreichs (AFSSAPS), der Niederlande (CBG)und die britische MHRA schlossen sich dem Widerruf an (während beispielsweise in den USA wie auch in den meisten Teilen Australiens Kava-Präparate frei erhältlich sind)… Zum vollständigen Text hier…

PASSIONSBLUME UND KAVA-KAVA LINDERN ANGSTZUSTÄNDE

Eine neue Übersichtsstudie zeigt, dass bei Angstzuständen Johanniskraut nutzlos, Passionsblume und Kava hingegen sehr gut wirksam sind. Die richtige Dosis sei aber noch nicht bekannt.

Johanniskraut-Präparate wirken nicht gegen Angstzustände. Eine Übersichtsstudie deutet darauf hin, dass das Naturheilmittel ebenso wirkungslos ist wie Magnesiumsupplemente. Wirksam seien dagegen Mittel, die Passionsblume, die Pfefferart Kava-Kava oder eine Kombination der Aminosäuren L-Lysin und L-Arginin enthalten…… Zum vollständigen Text hier…

PHYTOTHERAPIE: KAVA-EXTRAKT HILFT GEGEN ANGSTSTÖRUNGEN

Der in Deutschland und in der Schweiz verbotene pflanzliche Kava-Extrakt hilft gegen Angststörungen und Depressionen und ist nach Einschätzung australischer Forscher gesundheitlich völlig unbedenklich.
Während die Behörden der Europäischen Union und anderer Länder die Heilpflanzen-Präparate aus dem südpazifischen Kava-Kava-Wurzelstock im Jahr 2002 als leberschädigend einstuften, halten es die Wissenschaftler der University von Queensland für ungefährlich…… Zum vollständigen Text hier…

NEUE KAVA-STUDIE ZEIGT WIRKSAMKEIT WÄSSRIGER EXTRAKTE

Piper methysticum (Kava kava) ist ein auf den Inseln Polynesiens wachsender Strauch. Von den Einheimischen wird Kava traditionell als entspannedes und sedierendes Mittel verwendet. Kava wird auch als “Rauschpfeffer” bezeichnet. Die wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe (Kavapyrone oder Kavalactone) sind hinsichtlich der beruhigenden und angstlösenden Wirkung untersucht und zeigen untereinander synergistische Effekte…… Zum vollständigen Text hier…