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Hildegard von Bingen und die „Hildegard-Medizin“

Die Äbtissin Hildegard von Bingen (1098 – 1179) ist eine eindrückliche Persönlichkeit, die sich neben kirchlich-religiösen und politischen Fragen auch mit der Heilkunde befasst hat. In den letzten Jahren ist eine eigentliche Hildegard-Medizin entstanden, die sich angeblich nach den Ratschlägen und Regel der Hildegard von Bingen richtet.

Fachleute wie der Medizinhistoriker Johannes Gottfried Mayer sehen das durchaus kritisch. Lange nicht überall, wo Hildegard drauf steht, ist auch Hildegard drin. Das Portal katholisch.de hat mit Mayer ein Interview geführt.

Im Gespräch kommt die Rede zum Beispiel auch auf die Dinkelbackrezepte nach Hildegard, die im Umlauf sind. Mayer sagt dazu:

„Hildegard von Bingen hat kein einziges Backrezept mit Dinkel verfasst. Sie lobt in ihren naturkundlichen Schriften zwar diese Getreidesorte, weil sie gesund sei und ein frohes Gemüt verschaffe, aber sie gibt keine Tipps für die Zubereitung von Speisen. Im Gegenteil. Wenn Hildegard ein Rezept empfiehlt, dann betrifft dies immer die Heilwirkung einer Pflanze. Alles andere, also sämtliche Kochbücher und Backbücher nach Hildegard sind eine reine Erfindung der Neuzeit.“

Mayer wird dann gefragt, ob es spezielle Hildegard-Kräuter gebe.

Antwort:

„Ja, das sind Kräuter, die vor ihrer Zeit in ihrer Heilwirkung noch nicht erwähnt oder entdeckt waren, aber in ihren heilkundlichen Werken eine bedeutende Rolle spielen. Hildegard von Bingen war zum Beispiel die erste, die die Ringelblume nennt und konkrete Anwendungen auf der Haut festlegt. Und sie nennt auch ein Wundkraut, das aus heutiger Sicht die Arnika sein könnte……………………Fenchel ist eines ihrer Lieblingskräuter. Auch hier nennt sie konkrete Rezepte für medizinische Anwendungen. Erstaunlich ist auch, dass sie asiatische Gewürzpflanzen kennt wie Ingwer, Muskatnuss oder Galgant. Das sind auch sogenannte Hildegard-Kräuter, aber keine Entdeckung von Hildegard selbst. Berühmt ist aber ihre Gewürztherapie mit Galgant für eine bessere Verdauung.“

Die Überlieferungen der traditionellen Pflanzenheilkunde und auch der Klostermedizin sind für die heutige Phytotherapie wichtig als Inspiration. Mayer legt aber auch zu Recht Wert darauf, dass man sich mit der Tradition kritisch auseinandersetzen muss. Es brauche Umsicht in der Bewertung der Anwendungen Hildegard von Bingens.

Es gibt in diesem Fundus Wert- und Sinnvolles, wie die Anwendung von Ringelblume bei Wunden. Es gibt aber auch Irrtümer und aus heutiger Sicht schlicht Unbrauchbares.

Der Medizinhistoriker Johannes Gottfried Mayer sagt dazu:

„Man kann vieles aus Hildegards Heilkunde nachmachen, aber es ist auch Vorsicht geboten. Zum Beispiel empfiehlt Hildegard bei Epilepsie eine Handvoll Maiglöckchen zu essen. Das geht gar nicht, denn damit würde man sich selbst vergiften.“

Quelle der Zitate:

https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/krauterkunde-nach-hildegard-heilsam-bis-giftig

Kommentar & Ergänzung:

Der Medizinhistoriker Johannes Gottfried Mayer ist ein Experte für die Klostermedizin. Er lehrt am Institut für Medizingeschichte der Universität Würzburg und leitet als Geschäftsführer die Forschergruppe Klostermedizin.

Mir fällt immer wieder auf, dass es im Umfeld der „Hildegard-Medizin“ viele Anhängerinnen und Anhänger gibt, die jedes Wort und jeden Rat der Hildegard von Bingen als absolute Wahrheit auffassen. Das ist meines Erachtens fragwürdig und es ist eine offene Frage, ob Hildegard das so gewollt hätte.

Tradition braucht nicht gedankenloses  Nachplappern, sondern eine interessiert-kritische, sorgfältige Auseinandersetzung. Dazu gehört auch, dass man sich um ein Verständnis bemüht über den geschichtlichen Kontext, aus dem ein alter Text stammt. Man muss eine Idee davon haben, in welchem Menschenbild und Weltbild eine Person wie Hildegard von Bingen gelebt hat, um Texte einordnen zu können.

Siehe auch:

Komplementärmedizin: Hat Tradition Recht?

Es gehört zu den interessanten und anregenden Aspekten der Phytotherapie, dass sie einen Bogen schlägt durch die Geschichte der Menschheit bis zu den modernen Erkenntnissen der Arzneipflanzenforschung.

Wenn Sie diese Verknüpfung von altem und neuem Wissen über Heilpflanzen anspricht, können Sie sich solches Wissen erwerben in meinen Lehrgängen, dem Heilpflanzen-Seminar und der Phytotherapie-Ausbildung.

Johannisblütenöl und Orangenblütentee als Abendritual

Im “Migros Magazin” (8. Oktober 2018) wird die Skirennfahrerin Michelle Gisin aus Engelberg (Obwalden) portraitiert. Dabei kommt die Athletin auch auf Naturheilmittel zu sprechen: “Habe ich Schmerzen, trage ich Quarkwickel auf.”

Sie erwähnt ausserdem das Johannisblütenöl:

“Damit reibe ich mich vor dem Schlafengehen von Kopf bis Fuss ein. Dann trinke ich einen Orangenblütentee und ab in die Federn.”

Interessantes Abendritual. Johannisöl aus den Johanniskrautblüten wird durch Auszug mittels (meisten) Olivenöl hergestellt. Von der ESCOP wird es empfohlen zur Behandlung leichter Haut­entzündungen (z. B. Sonnenbrand) oder zur Heilung kleiner Wunden. 

Eine direkte beruhigende Wirkung durch die Haut scheint mir sehr unwahrscheinlich, aber eine Einreibung am Abend ist eine schöne Idee.

Orangenblütentee hat sich als Abendtee in der Schweiz vor allem in Pflegeinstitutionen durchgesetzt. In Pflegeheimen und Kliniken wird Orangenblütentee gereicht als Einschlafhilfe. Interessanterweise ist diese Anwendung in Pflegeinstitutionen in Deutschland und Österreich viel weniger gebräuchlich.

 Die Wirksamkeit von Orangenblütentee als Einschlafhilfe wurde allerdings nie genauer untersucht und in der Phytotherapie-Fachliteratur taucht die Pflanze in der Regel gar nicht auf.

Orangenblüten enthalten aber zirka 0,2-0,5 % ätherisches Öl mit hauptsächlich Monoterpenen (Linalylacetat, alpha-Pinen, Limonen, Linalool, Nerol, Geraniol), ausserdem Anthranilsäuremethylester und Bitterstoffe.
Die Zusammensetzung des ätherischen Öles zeigt damit gewisse Ähnlichkeit mit dem Lavendelöl (Linalylacetat, Limonen, alpha-Pinen, Linalool, Geraniol). Da für Lavendelöl eine beruhigende Wirkung bei Unruhe und Einschlafstörungen gut belegt ist, kann eine solche Wirkung auch für den Orangenblütentee vermutet werden. Es würde sich dann beim Trinken von Orangenblütentee dann quasi um eine Aromatherapie via Duftebene handeln. Darum wäre wohl die Empfehlung sinnvoll, den Orangenblütentee langsam schluckweise zu trinken, damit das ätherische Öl gut auf die Geruchsrezeptoren einwirken kann.

In der Natur entfalten Orangenblüten einen betörenden Duft. Das habe ich bei Velotouren durch Orangenfelder in China selber eindrücklich erlebt. In Spanien wird die Costa del Azahar als Küste der Orangenblüten bezeichnet und verdankt diesen Namen den grossen Orangenhainen, die unweit von der Küste wachsen und mit dem Orangenblütenduft zum Teil die ganze Umgebung erfüllen.

Mehr zum Orangenblütentee gibts hier:

Orangenblütentee bei Einschlafstörungen

Wie weit bei Michelle Gisins Abendritual mit Johannisblütenöl und Orangenblütentee auch Wirkstoffe aus den Pflanzen zur Wirkung kommen, ist also weitgehend ungeklärt.

Einschlafrituale haben aber auch für sich einen Wert und sollten in dieser Hinsicht nicht unterschätzt werden.

 

 

 

Homöopathie bei Sportverletzungen: Medizin-Transparent untersucht Traumeel

Bei Sportverletzungen kommt oft das homöopathische Mittel Traumeel als Salbe oder Gel zur Anwendung.

Das Portal Medizin-Transparent hat die Studienlage zu dieser Behandlung unter die Lupe genommen und kommt zum Schluss, dass Belege für eine Wirksamkeit fehlen. Die genauen Begründungen dazu sind hier zu finden.

Aus phytotherapeutischer Sicht ist interessant, dass Traumeel zwar als Homöopathikum angepriesen wird, in der Realität aber eher als homöopathisch-phytotherapeutisches Mischprodukt angesehen werden könnte.

Laut Packungsprospekt hat Traumeel Gel pro 1 g folgende Zusammensetzung:

Achillea millefolium TM 0.9 mg, Aconitum napellus D1 0.5mg, Arnica montana D3 15 mg, Atropa belladonna D1 0.5 mg, Bellis perennis TM 1 mg, Calendula officinalis TM 4,5 mg, Chamomilla recutita TM 1,5 mg, Echinacea angustifolia TM 1,5 mg, Echinacea purpurea TM 1,5 mg, Hamamelis virginiana TM4,5 mg, Hepar sulfuris D6 0,25 mg, Hypericum perforatum D6 0,9 mg, Mercurius solubilis Hahnemanni D12 0,4 mg, Symphytum officinale D4 1mg, Zusätzliche Hilfsstoffe: Salbe: Cetylstearylalkohol, dickflüssiges Paraffin, weisses Vaselin, Alkohol 13.8 Vol%, Wasser Gel: Carbopol 980, Alkohol 25 Vol%, Wasser

Was sehen wir da?

Neben homöopathisch verdünnten Bestandteilen (erkennbar an den D-Bezeichnungen) enthält der Traumeel Gel folgende Urtinkturen nach homöopathischem Arzneibuch:

Achillea millefolium TM – Schafgarbentinktur

Bellis perennis TM – Gänseblümchentinktur

Calendula officinalis TM – Ringelblumentinktur

Chamomilla recutita TM – Kamillentinktur

Echinacea angustifolia TM – Sonnenhuttinktur aus Schmalblättrigem Sonnenhut

Echinacea purpurea TM – Sonnenhuttinktur aus Purpur-Sonnenhut

Hamamelis virginiana TM4 – Hamamelistinktur (Zaubernuss)

Kommentar:

TM bedeutet „Teinture-mère“ und im deutschen Sprachraum „Urtinktur“.

Urtinkturen werden nach den Regeln des Homöopathischen Arzneibuchs (HAB) hergestellt und sind im allgemeinen Frischpflanzentinkturen. Weil sie dem HAB entsprechen, kann man sie zwar als „homöopathisch“ bezeichnen. Sie sind aber eigentlich nur die Ausgangsbasis für die Herstellung von Homöopathika und wurden noch keiner Verdünnung (homöopathisch „Potenzierung“) unterzogen.

Daher enthalten sie noch Wirkstoffe in relevanter Menge und können auch als phytotherapeutische Tinkturen aufgefasst und beurteilt werden.

Den Unterschied zwischen homöopathischen und phytotherapeutischen Bestandteilen sieht und kommentiert auch Medizin-Transparent:

„In homöopathischen Arzneimitteln sind Substanzen üblicherweise so stark verdünnt, dass sie keine Wirkung mehr besitzen können. Oft sind sie auch im Labor nicht mehr nachweisbar. Solche Mittel wirken nachweisbar nicht besser als wirkstofflose Scheinmedikamente (Placebo)………

Dass Traumeel in Gel- oder Salbenform eine Wirkung haben könnte, die über eine angenehme und bei Sportverletzungen empfohlene Kühlung hinausgeht, ist dennoch prinzipiell denkbar.

Der Grund: Traumeel als Salbe oder Gel enthält neben stark verdünnten Substanzen in „homöopathischen“ Mengen auch Pflanzenextrakte in deutlich höheren Konzentrationen, etwa von Ringelblume, Hamamelis und Echinacea. Die Menge dieser pflanzlichen Stoffe könnte ausreichen, um – zumindest theoretisch – wirksam zu sein.

Ob in Traumeel tatsächlich eine geeignete und ausreichend dosierte Mischung von Pflanzenstoffe steckt, um bei Sportverletzungen helfen zu können, müsste allerdings erst in gut gemachten, ausreichend großen Studien geklärt werden.“

Gut. Dann schauen wir uns diese „Pflanzenextrakte“ einmal genauer an. Grundsätzlich ist zu sagen, dass Frischpflanzentinkturen eher geringere Wirkstoffmengen enthalten als Tinkturen aus getrockneten Pflanzen, wie sie die staatlichen Arzneibücher (Pharmakopöe) vorziehen. Aus wirkstoffkundlicher Sicht würde deshalb viel dafür sprechen, in einem solchen Produkt Tinkturen aus getrockneten Pflanzen zu verwenden.

Was ist nun von den einzelnen Bestandteilen zu halten?

Schafgarbentinktur:  Wird innerlich vor allem als Bittermittel bei Verdauungsstörungen angewendet. Die Schafgarbe hat aber traditionell auch einen Ruf als Wundheilmittel. Zwar wurde die Wirksamkeit in dieser Hinsicht nie untersucht. Das ätherische Schafgarbenöl enthält aber als Hauptbestandteil Chamazulen, das auch Hauptbestandteil im Kamillenöl ist und zu dessen wundheilender Wirkung beiträgt. Das lässt eine wundheilende Wirkung der Schafgabe zumindestens theoretisch als möglich erscheinen.

Gänseblümchentinktur: Zu allfälligen Wirkungen der Gänseblümchentinktur bei Wunden oder Sportverletzungen gibt es keine fundierten Belege.

Ringelblumentinktur: Der Ringelblume bescheinigt die Phytotherapie-Fachliteratur eine wundheilende Wirkung (granulationsfördernd, epithelisierungsfördernd), wofür es auch Hinweise aus Studien gibt. Allerdings geht es bei diesen Hiweisen um Wundheilungsförderung auf der Haut, während bei Sportverletzungen stumpfe Verletzungen wie Prellungen, Verstauchungen, Blutergüsse im Vordergrund stehen (also Verletzungen ohne Durchtrennung der Haut).

Kamillentinktur: Auch für Kamille git es Hinweise aus Studien für eine wundheilende Wirkung (granulationsfördernd, epithelisierungsfördernd), allerdings wurde in der Regel Kamillenextrakt untersucht (Kamillosan) und nicht Kamillentinktur, die weniger Wirkstoffgehalt hat.

Sonnenhuttinktur (Echinaceatinktur): Echinacea ist heute ja vor allem als Mittel zur Aktivierung des Immunsystems bekannt. In der ersten Hälfte des 20. Jahhunderts hatte die Pflanze einen Ruf als Wundheilmittel. Im „Dritten Reich“ wurde das Echinacea-Präparat Echinacin im Konzentrationslager Buchenwald zur Behandlung von absichtlich gesetzen Brandwunden bei Gefangenen eingesetzt. Über diese abscheulichen Menschenversuche sind keine näheren Details bekannt. Es ist aber möglich, dass Echinacea eine wundheilende Wirkung hat. Die ESCOP-Kommission bestätigt für Präparate aus Echinacea purpurea die äusserliche Anwendung unterstützend bei oberflächlichen Wunden.

Hamamelistinktur: Hamamelis wird eingesetzt bei leichten Hautverletzungen, Entzündungen von Haut une Schleimhaut sowie in Cremen zur Hautpflege bei Neurodermatitis.

Zusammengefasst: Einige der pflanzlichen Inhaltsstoffe zum Beispiel aus Ringelblume und Kamille haben eine Wirkung auf die Haut und wirken wundheilend. Daraus lässt sich aber nicht automatisch eine Wirksamkeit bei stumpfen Verletzungen ableiten. Es ist nicht klar, ob Wirkstoffe aus Ringelblumen, Echinacea, Kamille oder Hamamelis bis in gequetschtes Gewebe eindringen.

Medizin-Transparent stellt ausserdem die Frage, ob in Traumeel eine „ausreichend dosierte Mischung von Pflanzenstoffen steckt“, um eine Wirkung zu erzielen. Sehr gute Frage, die oft vernachlässigt wird.

Beispiel Calendula: In phytotherapeutischen Calendulacremen werden in der Regel 1 – 2 g Ringelblumentinktur in 10 g Salbe eingearbeitet, also 100 – 200 mg pro Gramm. In Traumeel: 4,5 mg pro Gramm. Das ist krass wenig.

Bei Kamillensalbe und Hamamelissalbe liegen die Konzentrationen von Tinktur etwa bei 10 % = 100mg pro Gramm, wenn konzentriertere Extrakte zum Einsatz kommen etwa 5 %.

Verglichen mit üblichen phytotherapeutischen Präparaten sind die Konzentrationen in Traumeel also ausgesprochen tief.

Soweit mein Kommentar zu den phytotherapeutisch relevanten Ingredienzien von Traumeel. Die Tatsache, dass irgendeine Pflanze in einem Produkt vorkommt, heisst also noch lange nicht, dass sie auch wirklich zur Wirksamkeit beiträgt. Im vorliegenden Beispiel passen die Pflanzen phytotherapeutisch überwiegend nicht zum Anwendungsgebiet und sind in viel zu kleiner Menge vorhanden.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe.

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse.

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse.

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

Inhaltsverzeichnis: Phytotherapie im Bereich „Hauterkrankungen & Wunden“

Hier finden Sie die wichtigsten Themen, die ich im Heilpflanzen-Seminar und in der Phytotherapie-Ausbildung im Bereich „Hauterkrankungen & Wunden“ vermittle.

Bei den Hauterkrankungenist es nicht nur wichtig, welche Heilpflanzen zur Behandlung geeignet sind. Zentral ist auch die Frage, welche Arzneiform gewählt wird. Bei Ekzemen zum Beispiel muss die Arzneiform zum Ekzemstadium passen. Es kommt sehr darauf an, ob das Ekzem in einer akuten oder chronischen Phase ist. Entsprechend muss die Heilpflanzen-Anwendung in einer wässrigen Form (Bad, Umschlag) oder in einer fettarmen oder fettreichen Emulsion (Lotionen, Salben, Cremen) durchgeführt werden.  Deshalb sprechen wir in meinen Lehrgängen beim Thema „Phytotherapie in der Dermatologie“ auch über diese grundlegenden Arzneiformen. In manchen Situationen ist es zudem sinnvoll, Heilpflanzen-Anwendungen mit synthetischen Medikamenten zu kombinieren. Wann und wie das zum Beispiel bei Ekzemen möglich ist,  kommt in den Lehrgängen ebenfalls zur Sprache. In der Phytotherapie-Ausbildung werden zudem phytotherapeutische und nichtmedikamentöse Möglichkeiten zur Juckreizstillung aufgezeigt.

In den Lehrgängen stehen insbesondere Heilpflanzen-Anwendungen für folgende Hautprobleme auf dem Programm:

☛ Ekzeme (z. B. Kontaktekzeme, Neurodermitis)

☛ Juckreiz

☛ Warzen

☛ Fieberbläschen

☛ Fusspilz

☛ Furunkel

☛ Psoriasis (Schuppenflechte)

☛ Sonnenbrand

☛ Akne

Auch im Bereich der Wundbehandlung müssen bei der Anwendung von Heilpflanzen die Stadien der Wundheilung und die passenden Arzneiformen berücksichtigt werden.

Da die Wundbehandlung insbesondere in der Pflege eine wichtige Rolle spielt, gehen wir vor allem in der Phytotherapie-Ausbildung vertiefter auf die verschiedenen Wundheilungsphasen und auf unterschiedliche Wundarten ein, zum Beispiel auf das Unterschenkelgeschwür, bei dem neben äusserlichen Heilpflanzen-Anwendungen auch innerliche Möglichkeiten der Phytotherapie zur Verbesserung der Wundheilung erläutert werden. In der Phytotherapie-Ausbildung kommen zudem als Wundbehandlungsmittel Honig (Medihoney), Propolis (Bienenkittharz) und Perubalsam zur Sprache.

Neben den offenen Verletzungen geht es bei diesem Thema auch um stumpfe Verletzungen (Verstauchungen, Blutergüsse etc.).

Im Vordergrund stehen beim Thema Wundbehandlung die folgenden Anwendungsbereiche:

☛ Kleine Schürf- und Schnittwunden (Blutstillung, Desinfektion mit Pflanzentinkturen und ätherischen Ölen)

☛ Wunden mit schlechter Heilungstendenz (z. B. Unterschenkelgeschwüre)

☛ Verbrennungen

☛ Insektenstiche

☛ Narbenpflege

☛ Stumpfe Verletzungen (Bluterguss, Vertauchung, Prellung)

Und hier eine Aufstellung der wichtigsten Heilpflanzen, mit denen wir  uns beim Thema „Hauterkrankungen & Wunden“ befassen:

Quercus Cortex – Eichenrinde

Juglandis folium – Walnussblätter

Theae nigrae folium – Schwarzteeblatt

Tormentillae rhizoma – Blutwurz, Tormentill

Cardiospermum-Urtinktur / Cardiospermum-Salbe

Hamamelidis folium / -cortex – Hamamelisblatt / -rinde

Hyperici oleum – Johannisöl

Mahoniae cortex – Mahoniarinde

Violae tricoloris herba – Stiefmütterchenkraut

Menthae piperitae aetheroleum – Pfefferminzöl

Melaleucae alternifoliae aetheroleum – Teebaumöl

Lavandulae aetheroleum – Lavendelöl

Calendulae flos – Ringelblumenblüte

Symphyti radix – Beinwellwurzel

Matricariae flos – Kamillenblüte

Aloe – Aloe

Oenotherae biennis oleum – Nachtkerzenöl

Chelidonii herba – Schöllkraut

Bei diesen Heilpflanzen bekommen Sie das nötige Wissen über Wirkstoffe, Wirkung, Anwendungsbereiche (Indikationen), geeignete Zubereitungsformen, Dosierungen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, wichtige erhältliche Naturheilmittel.

Das Heilpflanzen-Seminar vermittelt einen kompakten Überblick über diese Themen. In der Phytotherapie-Ausbildung, die doppelt so lange geht, haben wir mehr Zeit für Vertiefung und Repetition.

Melden Sie sich jetzt für das Heilpflanzen-Seminar oder die Phytotherapie-Ausbildung an, wenn Sie fundiertes, verständliches Wissen über Heilpflanzen-Anwendungen erwerben möchten.

 

 

Pflanzliche Arzneiformen als Thema in Phytotherapie-Ausbildung & Heilpflanzen-Seminar

In meinen Lehrgängen – der Phytotherapie-Ausbildung und dem Heilpflanzen-Seminar – lernen Sie präzis, welche Heilpflanzen bei bestimmten Beschwerden am wirksamsten sind.

Genauso wichtig, aber oft vernachlässigt,  ist in der Phytotherapie jedoch die Frage, in welcher Arzneiform diese Heilpflanze am sinnvollsten eingesetzt werden kann.

Darum widmen wir uns in den Lehrgängen diesem Thema intensiv und immer wieder.

Es ist ein grosser Unterschied, ob Heilpflanzen als Kräutertee, Pflanzentinktur oder Pflanzenextrakt eingesetzt werden. Die zugeführten Mengen an Wirkstoffen können dabei ausserordentlich stark variieren.

Die optimale Arzneiform kann dabei von Situation zu Situation und von Pflanze zu Pflanze sehr unterschiedlich sein. Bei diesem Thema stellen sich deshalb eine ganze Reihe von interessanten Fragen.

Zum Beispiel:

☛ In welchen Fällen ist Kräutertee die optimale Zubereitungsform? Wie muss Kräutertee zubereitet werden, damit sich möglichst viele Wirkstoffe im Tee lösen? Wie muss Kräutertee zubereitet werden, damit unerwünschte Stoffe im Kraut zurückbleiben und sich nicht im Tee lösen?

☛ In welchen Fällen sind Pflanzentinkturen die optimale Zubereitungsform? Kann man Pflanzentinkturen selber herstellen und wenn ja, wie geht das? Worin bestehen die Unterschiede zwischen Frischpflanzentinkturen und Tinkturen aus getrockneten Pflanzen? Worin besteht der Unterschied zwischen den Herstellungsverfahren Mazeration und Perkolation?

☛ In welchen Fällen sind Pflanzenextrakte die optimale Zubereitungsform? Worin besteht der Unterschied zwischen Fluidextrakten, Dickextrakten und Trockenextrakten?

☛ Worin bestehen die Vorteile und Nachteile von Frischpflanzensäften? Wie können sie haltbar gemacht werden?

☛ Welche verschiedenen Typen von Salben und Cremen gibt es und in welchen Fällen weerden Sie jeweils eingesetzt? (Das ist insbesondere ein Thema im Kursteil „Hauterkrankungen und Wunden“).

☛ Wie kann man in einer bestimmten Situation ätherische Öle optimal anwenden (inhalativ, über die Haut, über den Verdauungstrakt)?

Solche Fragen stellen sich bei jeder Heilpflanzen-Anwendung. Sowohl in der Phytotherapie-Ausbildung als auch im Heilpflanzen-Seminar kann ich dazu das notwendige Wissen in verständlicher Form vermitteln.

In der Phytotherapie-Ausbildung ist das natürlich vertiefter möglich und kann auch intensiver eingeübt werden, weil sie doppelt so lange dauert als das Heilpflanzen-Seminar und mit Repetitionselementen systematisch auf einen Abschluss (freiwillige Prüfung) ausgelegt ist.

 

 

Ingwer unterstützt Heilungsprozess bei Mandel-Operation

Die Einnahme von Ingwer-Pulver nach einer Entfernung der Gaumenmandeln kann im Vergleich zu Placebo den Schmerz signifikant lindern und die Epithelisierung im Wundbereich beschleunigen. Das ist das Resultat einer kleinen Studie, die kürzlich im Fachmagazin «Clinical and Experimental Otorhinolaryngology» publiziert wurde.

An der prospektiven Studie beteiligten sich 49 Patienten im Alter von 18 bis 45 Jahren. Nach dem Eingriff bekamen sie alle standardmäßig eine antibiotische Behandlung bestehend aus Amoxicillin und Clavulansäure (zweimal täglich 1000 mg) sowie dreimal pro Tag 500 mg Paracetamol zur Schmerzlinderung. 29 Patienten erhielten zusätzlich über sieben Tage zweimal täglich Ingwerwurzel in Kapselform (500 mg Ginger Root, Solgar). Ein Facharzt begutachtete und dokumentierte den Heilungsprozess jeweils nach 1, 4, 7 und 10 Tagen. An denselben Tagen wurde das Schmerzempfinden mittels einer visuellen Analogskala erfasst. Das Schmerzempfinden war unter der Ingwer-Gabe an allen Untersuchungszeitpunkten signifikant geringer als in der Vergleichsgruppe. Ausserdem war die Epithelisierung (Wundheilung) nach 7 beziehungsweise 10 Tagen in der Ingwer-Gruppe deutlich weiter fortgeschritten als unter der alleinigen Standardbehandlung: Bei 74 Prozent der Patienten mit der Ingwer-Zusatzbehandlung war die Wundfläche schon zu mehr als 75 Prozent mit Epithel bedeckt. In der Vergleichsgruppe war dies nur bei 24 Prozent der Fall war. Auch die Nahrungsaufnahme konnte in der Ingwer-Gruppe deutlich früher wieder einsetzen. Bei der Häufigkeit postoperativer Übelkeit und Erbrechen sowie von Blutungen waren zwischen den beiden Gruppen keine relevanten Unterschiede feststellbar.

Die Autoren um Dr. İlker Koçak von der Koç Universität in Instanbul führen die Resultate auf spezifische Wirkungen des Ingwers zurück, insbesondere auf entzündungswidrige und wundheilungsverbessernde Eigenschaften, die bereits experimentell in Studien gezeigt werden konnten. Größere Untersuchungen seien jedoch notwendig, um den Effekt zu bestätigen.

Quelle:

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=73567

https://www.e-ceo.org/journal/view.php?doi=10.21053/ceo.2017.00374

DOI: 10.21053/ceo.2017.00374

Kommentar & Ergänzung:

Das Thema dieser Studie ist für die Phytotherapie sehr interessant.

Wenn es tatsächlich so ist, dass Ingwer in einer Dosis von 1 g / Tag in einer akuten Situation schmerzlindernd wirkt und vor allem auch noch die Wundheilung verbessert, dann ist das sehr bemerkenswert.

Ich habe mir die Originalstudie kurz angeschaut.

Die Patienten wurden randomisiert, das heisst per Zufall auf die zwei Gruppen verteilt. Das ist wichtig, weil es Manipulationsmöglichkeiten reduziert. Die Patienten wussten nicht, dass die Ingwer-Kapsel auf schmerzlindernde Wirkung getestet werden sollte und der Befund-erhebende Hals-Nasen-Ohren-Arzt wurde im unklaren darüber gelassen, zu welcher Gruppe der jeweils untersuchte Patient gehört. Das sind Qualitätsmerkmale für eine Studie. Die Zahl der Studienteilnehmer ist aber sehr klein und reicht nicht, um eine Wirksamkeit einwandfrei zu belegen. Und die Qualität der statistischen Berechnungen kannich nicht beurteilen.

Im Artikel der „Pharmazeutischen Zeitung“ ist die Rede von standardisiertem Ingwer-Extrakt. Das stimmt nicht. In der Originalarbeit ist von Ingwerpulver die Rede. Das untersuchte Produkt ist ein schlichtes Nahrungsergänzungsmittel. Damit ist es nicht patentierbar und braucht für die Zulassung am Markt auch keine Wirksamkeitbelege zu liefern, wie das bei eiinem Arzneimittel der Fall wäre. Aus diesen zwei Gründen werden wohl die grösseren Untersuchungen, die von den Studienautoren angeregt werden, kaum zustande kommen.

1000 mg Ingwerwurzelpulver entspricht inm Bereich der Phytopharmaka, also der pflanzlichen Arzneimittel, vier Kapseln Zintona pro Tag.

Dass Ingwer entzündungswidrig wirken kann, dafür gibt es schon seit einiger Zeit experimentelle Hinweise aus dem Labor, aber nur wenige konkrete Erkenntnisse bei Patienten. Und in der Ayurvedischen Medizin wird Ingwer mit Erfolg in der Behandlung von Migräne eingesetzt. Das kommt dem Thema Schmerzreduktion zumindestens nahe.

Ingwertherapie zeigte in einer Metaanalyse eine signifikante Schmerzreduktion gegenüber Placebo bei Arthrose. Dabei variierte die Behandlungsdauer aber zwischen drei und zwölf Wochen, während an der besprochen Studie nach Mandel-OP die schon kurzfristig auftretende Wirkung auffällt.

Neu für die Phytotherapie-Fachliteratur ist die mögliche Förderung der Wundheilung durch Ingwer bei peroraler Anwendung. Wenn das bestätigt werden könnte, wäre das sehr interessant. Dann könnte man darüber nachdenken, bei welchen Wunden das sonst noch Sinn macht und das gäbe eine ganze Palette von Einsatzmöglichkeiten. Aber eben: Da hat es noch einige ‚wenn’ und ‚könnte’….

Bemerkenswert ist auch, dass sich keine Abnahme bei der Häufigkeit von postoperativer Übelkeit und Erbrechen zeigte. Ingwer wurde mehrfach zur Linderung von Übelkeit nach Operationen bzw. Narkosen untersucht und zeigte dabei widersprüchliche Ergebnisse. Das Fachbuch „Teedrogen und Phytopharmaka“ schreibt dazu:

„Nach einem überblick über die publizierten Doppelblindstudien zur Verhinderung von postoperativer Übelkeit und Erbrechen besteht zwischen Ingwer und Placebo kein Unterschied, jedoch ein Effekt bei Schwangerschaftserbrechen und der Reisekrankheit. Dennoch wird von verschiedenen Seiten die Anwendung bei Schwangeren wegen fehlender umfangreicher Daten und der unklaren Thromboxan-Synthesehemmung durch Ingwer nicht empfohlen.“

Siehe auch:

Öko-Test: Ingwer gegen Reisekrankheit als ‘Gut’ bewertet

Metaanalyse: Ingwer reduziert Menstruationsschmerzen

Metaanalyse: Ingwer lindert Schmerzen bei Arthrose

 

Ingwer bei Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft

Ingwer lindert akuten Kopfschmerz bei Migräne

Onkologie / Palliative Care: Ingwer gegen Erbrechen bei Chemotherapie

Forschung zum Wirkungsmechanismus von Ingwer gegen Übelkeit bei Chemotherapie

Ingwer als Hausmittel gegen Verdauungsbeschwerden

Ingwer bei Erkältungen

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

Kräuterwanderungen in den Bergen / Kräuterkurse

www.phytotherapie-seminare.ch

Weiterbildung für Spitex, Pflegeheim, Psychiatrische Klinik, Palliative Care, Spital:

Interessengemeinschaft Phytotherapie und Pflege: www.ig-pp.ch

Schmerzen? Chronische Erkrankungen? www.patientenseminare.ch

 

Kräuterwanderungen / Kräuterkurse / Lehrgänge: Kursprogramm Dezember 2017 – Juli 2018

Das Kursprogramm mit den Lehrgängen, Kräuterwanderungen und Kräuterkursen von Dezember 2017 – Juli 2018 ist vollständig. Hier finden Sie eine Übersicht:

Lehrgänge Phytotherapie / Pflanzenheilkunde:

Vielfältiges, fundiertes Wissen über Möglichkeiten und Grenzen von Heilpflanzen- Anwendungen, eingebettet in eine anregende Kursatmosphäre. Für beide Lehrgänge sind Vorkenntnisse in Pflanzenheilkunde nicht nötig, aber auch kein Hindernis.

Phytotherapie-Ausbildung:

Eine nächste Klasse startet am 14. / 15. Mai 2018 15 mal 2 Tage bis Februar 2020. Für Berufsleute aus Krankenpflege, Naturheilkunde, Medizin u. ä. Begrenzte Plätze frei auch für Personen ohne medizinischen Grundberuf nach Abklärung.

Heilpflanzen-Seminar:

Ab 2. / 3 Dezember 2017 über sechs Wochenenden bis Juni 2018. Kompaktes, fundiertes Wissen für sorgfältige Heilpflanzen-Anwendungen im privaten Bereich oder zum Beispiel ergänzend für Berufsleute aus Gärtnerei oder Landwirtschaft. Braucht keine medizinischen Vorkenntnisse. Abschlusswochenende im Juni 2018 mit Kräuterwanderungen in Trin / Flims (Graubünden).

Tagesseminare in Winterthur:

13. 1. : Phytotherapie im Überblick.

12. 2. : Heilpflanzen-Anwendungen bei Hauterkrankungen und Wunden.

12. 3. : Heilpflanzen-Anwendungen bei Schlafstörungen, Angst, Depression.

30. 4. :Heilpflanzen-Anwendungen in Onkologiepflege und Palliative Care.

Kräuterwanderungen / Tagesexkursionen:

29. 4.: Eine Entdeckungsreise in Quinten am Walensee.

  6. 5.: Dättnauertal & Rumstal bei Winterthur.

10. 5.: Von Trin in die faszinierende Rheinschlucht (Graubünden).

12. 5.: Zum wildromantischen Sihlsprung (Kantone Zug & Kanton Zürich).

13. 5.: Tüllinger Hügel – blumenreiche, alte Kulturlandschaft bei Basel.

19. 5.: In die Auenlandschaft „Petite Camargue“ bei Basel.

20. 5.: In den Randen bei Schaffhausen.

21. 5.: Durch die „Toskana des Aargaus“ über den Bözberg.

26. 5.: Naturparadies Jeizinen – Gampel (Wallis).

27. 5.: Blauen-Südhang im Laufentaler Jura (Basel-Land).

2. 6.: Auf der Rigi – botanische Entdeckungen am Südhang (Kanton Luzern).

3. 6.: In Hemberg im Toggenburg (Kanton St. Gallen).

23. 6.: Durch Alpenwiesen und Hochmoorlandschaft in Vals (Graubünden).

24. 6.: In der Alpenlandschaft Sunnbüel ob Kandersteg (Berner Oberland)).

30. 6.: Alpine Moorlandschaft Moosalp ob Visp (Wallis).

15. 7.:  In der Berglandschaft Gumen (Braunwald, Glarnerland).

21. 7.: 
Am Stockhorn im Simmental (Berner Oberland).

22. 7.:
 Chäserugg und Schwendisee im Toggenburg (Kanton St.Gallen).

21. 7.: Flusslandschaft Thurauen & Alter Rhein (Kantone Schaffhausen & Zürich)

Kräuterwanderungen (Wochenendkurs):

15. – 17. 6.: Im Pflanzenparadies Feldis (Graubünden).

Kräuterwanderungen (Wochenkurse im Berner Oberland):

  1. – 6. 7. : An der Lenk im Simmental (Berner Oberland).
  2. – 13. 7. : In Mürren im Lauterbrunnental (Berner Oberland).

Die detaillierten Kursausschreibungen finden Sie im Kurskalender im Portal:

Phytotherapie-Seminare

Was ist „Chäslichrut“?

„Chäslichrut“ ist ein in der Schweiz verbreiteter Volksname für Malva silvestris (Wald-Malve, Wilde Malve, Grosses Chäslichrut“) und Malva neglecta (Weg-Malve, Kleines Chäslichrut).

Chäslichrut hat seinen Namen von den Früchten, die flach und rund sind wie ein Käselaib.

Traditionell verwendet werden die Blätter des Grossen und Kleinen Chäslichruts zur Behandlung von Wunden – und die Blüten des Grossen Chäslichruts als Tee bei trockenem Husten.

Chäslichrut enthält Gerbstoffe und Schleimstoffe.

Es gehört zur grossen Pflanzenfamilie der Malvengewächse (Malvaceen). Die mehr als 4000 Arten umfasst.

Zu den Malvengewächsen gehören beliebte Zierpflanzen, zum Beispiel aus den Gattungen Hibiscus und Stockrosen (Alcea), aber auch Nutzpflanzen wie die Kolabäume (Cola), der Kakaobaum (Theobroma cacao) und die Baumwollpflanze (Gossypium). Die früher eigenständige Pflanzenfamilie der Lindengewächse wurde inzwischen aufgrund von molekulargenetischen Untersuchungen in die Familie der Malvaceen eingegliedert. Eine durchaus illustere Verwandtschaft also für das Chäslichrut.

Ein schönes Foto der Käselaib-förmigen Chäslichrut-Früchte von Malva silvestris können Sie hier sehen auf Wikipedia.

Siehe auch:

Blick ins Pflanzenlexikon: Malven

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

Winterthur / Kanton Zürich / Schweiz

Phytotherapie-Ausbildung für Krankenpflege und andere Gesundheitsberufe

Heilpflanzen-Seminar für an Naturheilkunde Interessierte ohne medizinische Vorkenntnisse

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Saathafer – die Arzneipflanze des Jahres 2017

Der Saathafer wurde vom Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres 2017 gewählt.

Der Saathafer (Avena sativa) ist ein Getreide und zählt zu den Süßgräsern (Poaceae oder Gramineae). Er bildet im Gegensatz zu Weizen, Roggen und Gerste seine Körner nicht in Ähren, sondern in vielfach verzweigten Rispen aus.

Die Haferkörner sind von Spelzen umschlossen, die durch einen speziellen Mahlgang entfernt werden müssen. Der Hafer liefert zwar tiefere Hektar-Erträge als Weizen, Roggen und Gerste, doch ist er diesen gegenüber beim Nährwert und nicht zuletzt beim Geschmack überlegen. Zudem ist Hafer weniger anspruchsvoll, denn er gedeiht auch auf kargen Böden und bei feuchter Witterung.

Drei Pflanzenteile des Saathafers stossen auf pharmazeutisches Interesse:

Haferstroh (Avenae stramentum) wird als Abkochung für Bäder bei Hautverletzungen und Juckreiz verwendet.

Für die Gewinnung von Haferkraut (Avenae herba) wird der Hafer vor seiner Blüte geerntet. Haferkraut ist reich an Flavonoiden, Saponinen und Mineralien (Kalium, Calcium, Magnesium), wobei den Flavonoiden entzündungshemmende und den Saponinen immunmodulierende Eigenschaften zugesprochen werden.

Haferkraut-Extrakte kommen daher bei trockener Haut und bei atopischer Dermatitis zur Anwendung.

In den Neunzigerjahren wurde in Frankreich durch Selektion eine Hafersorte mit einem besonders hohen Anteil an Flavonoiden und Saponinen gezüchtet, die schon sehr jung geerntet und durch ein besonderes Verfahren extrahiert wird. Der aufgereinigte Extrakt ist frei von Proteinen und wird für Hautpflegemittel wie Cremes, Körpermilch und Badezusätze eingesetzt, die für Allergiker speziell gut verträglich sein sollen. Seine Bedeutung für die Dermatologie wurde schon in neueren Fachpublikationen gezeigt. Haferkrautextrakt-Produkte werden aber auch zur Pflege von empfindlicher Haut (Babys, Senioren) und zur Behandlung von Wunden, Rosacea und nicht zuletzt von Psoriasis eingesetzt.

Das Haferkorn (Avenae fructus), aus dem die allseits bekannten Haferflocken hergestellt werden, ist reich an Ballaststoffen (Polysacchariden), von denen die löslichen β-Glucane etwa die Hälfte ausmachen.

In 100 Gramm Haferflocken sind etwa 4,5 Gramm β-Glucane enthalten, in der Haferkleie sind es sogar mehr als 8 Gramm pro 100 Gramm. Die β-Glucane geben dem Haferschleim seine Konsistenz. Indem sie die Verdauung und den Stoffwechsel beeinflussen, wirken sie sich günstig auf den Cholesterinspiegel und den Blutzuckerspiegel aus.

Die Fähigkeit der β-Glucane, Gallensäuren zu binden, führt wahrscheinlich zur Ausscheidung von Cholesterol und zur Reduktion des Gesamtcholesterol- und des LDL-Cholesterol-Spiegels, was einer Atherosklerose vorbeugen kann. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat im Jahr 2011 bestätigt, dass die Einnahme von Hafer-β-Glucanen zur Reduktion des Cholesterolspiegels beitragen kann.

Die unlöslichen Ballaststoffe regulierend ausserdem die Verdauungstätigkeit. Da sie die Aufnahme der Nährstoffe aus dem Darm in den Körper verzögern, steigt der Blutzuckerspiegel nach einer Mahlzeit zeitverzögert an, was eine geringere Ausschüttung von Insulin zur Folge hat. Schon vor 100 Jahren wurden daher diätetische „Hafertage“ für Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 eingeführt. Eine neuere Studie am Diabetologikum in Berlin hat gezeigt, dass die Insulindosis bei Patienten mit einem hohen Insulinbedarf nach zwei Hafertagen um bis zu 30 Prozent reduziert werden kann. Dieser günstige Effekt soll bis zu vier Wochen nachweisbar sein.

Haferflocken zeigen aber auch günstige Auswirkungen auf die Verdauungsorgane selbst. Die Darmwand wird durch die viskösen löslichen Ballaststoffe vor Reizen aus dem Darmlumen geschützt und ein empfindlicher Magen beruhigt.

Umstritten ist noch, ob Menschen mit Zöliakie zu Haferprodukten greifen können. Bei der Zöliakie entzündet sich die Schleimhaut des Darms nach dem Verzehr von Gluten, dem Kleber-Eiweiß in verschiedenen Getreidekörnern.

Gluten ist die dominierende Eiweissfraktion im Weizenkorn, Im Haferkorn herrscht dagegen das Globulin Avenalin mit 80% vor, während Gluten nur einen Anteil von 15 Prozent hat. Hirse, Mais und Reis gelten dagegen als glutenfrei.

Die Zusammensetzung des Glutens unterscheidet sich in den einzelnen Getreidearten und ihren Sorten. Allgemein besteht Gluten aus den Proteingemischen der Prolamine und Gluteline, die wegen ihres hohen Anteils an den Aminosäuren Prolin und Glutaminsäure so benannt worden sind.

Krankheitsauslösend sind bei der Zöliakie die Prolamine, allerdings mit unterschiedlicher Intensität. Für zahlreiche Zöliakie-Patienten ist zwar das Weizen-Prolamin Gliadin, nicht jedoch das Hafer-Prolamin Avenin unverträglich. Und die relative Unverträglichkeit des Avenins hängt zudem noch von der Hafersorte ab; es gibt Hafersorten, die sogar für eine glutenfreie Ernährung infrage kommen.

Mehrere Studien zur Verträglichkeit des Hafers bei Zöliakie-Patienten haben gezeigt, dass kleinere Mengen Hafer im allgemeinen gut vertragen werden. In Schweden und Finnland gilt die Aufnahme von bis zu 50 g Hafer pro Tag als unbedenklich. Es muss sich dabei jedoch um „nicht-kontaminierten Hafer“ handeln, der nicht mit anderem Getreide verunreinigt sein darf und speziell für diesen Zweck angebaut wird.

Der Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ ist überzeugt davon, dass das diätetische und therapeutische Potenzial des Hafers noch nicht ausgeschöpft ist und hofft, dass die Arzneipflanze des Jahres 2017 Gegenstand weiterer Forschungen sein wird.

Quelle:

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2016/10/28/noch-viel-potenzial-bei-hautkrankheiten-und-zoeliakie

Kommentar & Ergänzung:

Das ist eine ungewöhnliche Wahl, zählt doch der Hafer seit je her zu den Nahrungsmitteln und nicht zu den typischen Heilpflanzen. Nimmt man ihn aber aus der Perspektive der Heilwirkungen in den Blick, steht er in einem Übergangsbereich zwischen Phytotherapie und Ernährungstherapie. Und dieser Übergangsbereich ist durchaus interessant.

Wie gewohnt begründet der Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ seine Wahl der Arzneipflanze des Jahres 2017 auch dieses Mal fundiert.

2016 war der Kümmel Arzneipflanze des Jahres, 2015 das Johanniskraut, 20114 der Spitzwegerich, 2013 die Kapuzinerkresse und 2012 das Süssholz.

Hier geht’s zur Website des Studienkreises:

http://www.welterbe-klostermedizin.de/index.php

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Aloe vera als Wundheilmittel

In der Zeitschrift für Phytotherapie (2/2016) befasst sich Prof. Karin Kraft mit dem Thema „Phytotherapie in der Wundbehandlung“. Dabei geht es in einem Kapitel um Aloe-Gel als Wundheilmittel. Die Autorin Karin Kraft ist Professorin am Lehrstuhl für Naturheilkunde der Universität Rostock und eine ausgezeichnete Kennerin der Phytotherapie.

Nachfolgend eine Zusammenfassung dieses Abschnitts:

Aloe-Gel wird aus den Parenchymzellen der frischen oder lyophilisierten Blätter von Aloe barbadensis (Aloe vera, Aloe vulgaris) nach dem Entfernen der grünen Anteile gewonnen. Seine Hauptinhaltsstoffe sind Mucopolysaccharide, Enzyme, Anthranoide, Lignin, Saponine, Salizylsäure und Mineralstoffe.

Aloe-Gel beziehungsweise seine Inhaltsstoffe wirken in verschiedenen Untersuchungsmodellen bakterienhemmend, antioxidativ, schmerzstillend und entzündungshemmend. Das Gel stimuliert auch das Wachstum von basalen Keratinozyten im Reagenzglas. Hinweise auf eine lokale oder systemische Toxizität wurden bisher nicht gefunden

In Tierversuchen mit Mäusen zeigte eine Aloe-Behandlung wundheilende Effekte. Solche Experimente lassen sich aber nicht einfach so auf menschliche Wunden übertragen.

Der Wirksamkeitsnachweis von Aloezubereitungen durch Studien an Wunden bei Menschen ist noch nicht befriedigend gelungen.

Die Cochrane Collaboration fasste im Jahr 2012 in einem Review die Ergebnisse von 7 randomisierten und kontrollierten Therapiestudien mit Aloe-vera-Zubereitungen bei akuten und chronischen Wunden zusammen. Die Studien hatten eine sehr geringe Qualität. Eine randomisierte Studie bei Brustkrebspatientinnen mit Hautschäden nach Bestrahlung kam zum Schluss, dass nur neutraler Puder, nicht jedoch Aloe-Creme oder Basis-Creme wirksam waren.

Patienten mit Druckulcera, diabetischen oder venösen Ulcera wurden in einer randomisierten, doppelblinden Studie während 30 Tagen entweder mit einer Aloe vera/Olivenöl- oder mit einer Phenytoin-haltigen Creme behandelt. Dabei wirkte die Aloe vera/Olivenöl-Creme signifikant besser wundheilungsfördernd und analgetisch.

Die Autorin Prof. Karin Kraft zieht den Schluss: „Aloe-Spezies haben damit zwar ein Potenzial bei der Indikation ‚Unterstützung der Wundheilung’, weitere klinische Studien mit exakt definierten Zubereitungen sind jedoch erforderlich.“

Quelle: Zeitschrift für Phytotherapie Nr. 2 / 2016

https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/s-0042-105039#R10-1055-s-0042-105039-31 (Zugang nur für Abonnenten)

Kommentar & Ergänzung:

Mit Aloe vera gibt es einen völlig absurden Hype. Irgendwelche Beschwerden zu finden, gegen die Aloe vera nicht helfen soll, dürfte schwer fallen. Das ist typische Indikationslyrik.

Inzwischen gibt zudem schon Putz- und Waschmittel mit Aloe vera – oder Stumpfhosen für schöne Beine….

Das ist reines Marketing. Ein Produkt, auf dem steht: „Mit Aloe vera“, verkauft sich einfach besser. Ob Aloe vera darin überhaupt eine Wirksamkeit entfalten kann und in der nötigen Konzentration vorhanden ist, spielt keine Rolle.

Im Bereich der Wundheilung scheint Aloe vera jedoch tatsächlich eine günstige Wirkung zu haben, auch wenn die Belege aus Studien dazu noch mager sind.

Bei kleinen Verbrennungen und bei Sonnenbrand wird Aloe vera frisch aufgelegt oder als Gel eingesetzt – und viele Anwender machen damit gute Erfahrungen. Eine kühlende und entzündungswidrige Wirkung ist jedenfalls plausibel.

Bei schlecht heilenden Wunden wie beim Ulcus venosum (venöses Unterschenkelgeschwür) könnte auch der Gel aus den Blättern über eine Feuchthaltung der Wunde günstig wirken und die Granulation fördern.

Bei den Aloe-Gelen aus dem Handel gibt es grosse Qualitätsunterschiede. Sie sind nicht als Arzneimittel, sondern als Kosmetika im Markt. Dadurch müssen die Hersteller keine Wirksamkeit belegen, was die Motivation der Hersteller für die Finanzierung grosser Studien sehr reduziert.

Ursprünglich wurde Aloe vera in der Heilkunde vor allem als starkes Abführmittel eingesetzt. Dazu verwendet man den Zellsaft, der nach dem Abschneiden der Blätter austritt. Durch Eindampfen an der Sonne oder im Vakuum entsteht eine braune bis schwärzliche Substanz, die als Hauptwirkstoff das Anthranoid Aloin enthält. Die therapeutische Bedeutung von Aloe vera als Abführmittel ist stark zurückgegangen, da es deutlich verträglichere Wirkstoffe gibt.

 

Martin Koradi, Dozent für Phytotherapie / Pflanzenheilkunde

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Infoportal

Malve

Malve

Was ist „Chäslichrut“?

„Chäslichrut“ ist ein in der Schweiz verbreiteter Volksname für Malva silvestris (Wald-Malve, Wilde Malve, Grosses Chäslichrut“) und Malva neglecta (Weg-Malve, Kleines Chäslichrut).

Chäslichrut hat seinen Namen von den Früchten, die flach und rund sind wie ein Käselaib.

Traditionell verwendet werden die Blätter des Grossen und Kleinen Chäslichruts zur Behandlung von Wunden – und die Blüten des Grossen Chäslichruts als Tee bei trockenem Husten.

Chäslichrut enthält Gerbstoffe und Schleimstoffe… Zum vollständigen Text hier…


Blick ins Pflanzenlexikon: Malven

Die Malven sind eine Pflanzengattung in der Familie der Malvengewächse (Malvaceae).

In der Pflanzenheilkunde / Phytotherapie werden Malven vor allem eingesetzt wegen ihrem Schleimgehalt, zum Beispiel in Hustentees gegen trockenen Reizhusten.

Die Gattung Malva umfasst etwa 15 bis 30 Arten:

Malva aegyptia L.

Rosen-Malve (Malva alcea L.)

Malva assurgentiflora (Kellogg) M.F.Ray (Syn. Lavatera assurgentiflora Kellogg)

Malva australiana M.F.Ray (Syn. Lavatera plebeia Sims)

Malva bakeri Molero & J.M.Monts. (Syn. Lavatera microphylla E.G.Baker)

Malva borealis Wallman

Malva canariensis M.F.Ray (Syn. Lavatera acerifolia Cav.)

Malva cathayensis M.G.Gilbert, Y.Tang & Dorr

Malva cretica Cav.

Malva durieui Spach (Syn. Lavatera mauritanica Durieu)… Zum vollständigen Text hier…

Ringelblume

RINGELBLUME


Ringelblumensalbe / Ringelblumentinktur zur Wundheilung

Ringelblume ist ein altes Hausmittel bei Wunden und Verletzungen.

Hier eine kurze Beschreibung der wundheilenden Wirkung von Ringelblumensalbe (Calendulasalbe) und Ringelblumentinktur (Calendulatinktur):

„Wundheilende Wirkung: Eine Salbe mit 5 % Calendulaextrakt förderte im Tierversuch die physiologische Regeneration und Epithelisierung von Wunden. Ringelblumensalbe bewirkt eine Steigerung der Phagozytoseaktivität, Differenzierung der Makrophagen und eine Verstärkung der Fibrinbildung (rascherer Wundverschluß und gute Granulatbildung)… Zum vollständigen Text hier…

Kräuter und ihre Wirkung: Ringelblume (Calendula officinalis)

„Die Kleine Zeitung“ veröffentlichte eine Zusammenstellung von Kräutern und ihren Wirkungen.

Zur Ringelblume steht dort:

„Ein Alleskönner ist die Ringelblume. Blutreinigend und leicht krampflösend wirkt der Tee aus ihren Blüten. Salbe, Tinktur und Umschläge eignen sich zur Behandlung von Wunden, Entzündungen, Sonnenbrand und Quetschungen. In der Küche überzeugen die Blüten der „Sonnwendblume“ als Safranersatz in Fisch- und Geflügelgerichten. Als Gesichtsdampfbad hilft die Ringelblume gegen unreine Haut, als Spülung gegen glanzlose und fettige Haare. Vorsicht:… Zum vollständigen Text hier…

RINGELBLUME: GÜNSTIGE WIRKUNGEN BEI HAUTSCHÄDEN DURCH OXIDATIVEN STRESS

In der Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Phytotherapie erschien vor kurzem eine fundierte Zusammenfassung von Untersuchungsergebnissen bezüglich antioxidativer Eigenschaften von Ringelblume bei UV-B-Einwirkungen auf die Haut.

Die lokale bzw. äußerliche Anwendung der Ringelblume (Calendula officinalis L., Asteraceae) bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut bzw. bei schlecht heilenden Wunden und Verbrennungen sei schon lange bekannt und ihre Wirksamkeit in verschiedenen klinischen Studien belegt., schreibt die Pharmazeutin Astrid Obmann vom Departement für Pharmakognosie der Universität Wien……. Zum vollständigen Text hier…